April-Juni 2009

 Depash – Depression + Angst Selbsthilfe e.V. Nordhessen

 

1.Vorsitzende Helga Jakob, Heiderosenstrasse 10, 34323 Malsfeld OT Mosheim, Tel.: 05662 / 4764

 

Protokoll zur Jahreshauptversammlung

Datum:   07.03.2009

Ort: Dorfgemeinschaftshaus Wabern-Unshausen

Beginn: 14:08  Uhr

 

Anwesend:  Mitglieder lt. beigefügter Teilnehmerliste (48 Personen)

 

Top 1 Begrüßung und Beschlussfähigkeit

Helga begrüßte alle Anwesenden herzlich und stellte die Beschlussfähigkeit fest.

 

Top 2 Verlesen des Protokolls der letzten Jahreshauptversammlung

Verlesung des Protokolls vom Vorjahr.

 

Top 3 Jahresbericht der 1. Vorsitzenden

Die Gruppen sind gut besucht.

Die Veranstaltungen sowie die Vorträge im Jahr 2008 sind gut gelaufen.

Der Hessentag in Homberg war das besondere Highlight.

Die Inanspruchnahme von Gruppenprojekten ist gestiegen. So können Gelder aus den Mitgliedsbeiträgen an uns Mitglieder zurückfließen. Das ist gut so.

Der Tag der Selbsthilfegruppen in Frielendorf  wird nach wie vor von der Gruppe Homberg organisiert und abgedeckt. Danke hierfür.

Die Hausbesuche werden weitestgehend von Helga und Andrea gemacht.

Der Telefondienst besteht in alt gewohnter Weise weiter.

Die Depash-Bücherei wird leider nur wenig in Anspruch genommen.

Weiterhin werde in der Hephata-Klinik regelmäßig gläserne Gruppen von Mitgliedern durchgeführt.

 

Geselliges Bericht von Andrea.

Im Frühjahr waren wir zur Nachtwanderung in Frielendorf am Silbersee.

Der angekündigte Frühjahrsspaziergang in Bad Wildungen fiehl mangels Beteilugung aus. Leider hatte sich nur eine Person angemeldet.

Die Nachtwnderung in Bad Wildungen im Herbst war sehr schön.

Vielen Dank allen Helfern.

 

Top 4 und 5Jahresbericht der Kassiererin sowie Aussprache zu Top 3 bis 5

Der Etat verschiebt sich immer ein wenig. Vergangenes Jahr haben wir das Auto gekauft. Darüber gibt es einen Vorstandsbeschluss. Die Anschaffung des Autos ist im Etat 2008 bereits enthalten.

Fakt ist, es gab mehr Ausgaben als Einnahmen. Vor zwei Jahren monierte das Finanzamt das Guthaben von Depash. Daher sollte das Vermögen, lt. Vorstandsbeschluss, nach und nach ein wenig abgespeckt werden.

Eine Frage war: Gibt es eine Ausgabenhöhenbegrenzung? Helga antwortete: Diese Begrenzung gibt es bei Depash nicht, aber sie versichert, es wird nicht mehr ausgegeben als an Vermögen da ist.

Jemand sagte Depash solle sich vom Finanzamt bzgl. des Vermögens nicht so unter Druck setzen lassen.

Er sagte weiter, die bisherigen Ausgaben seine sinnvoll, aber nun könne evt. auch mal wieder ein Polster angespart werden.

Helga gibt zu bedenken, das Vermögen ist ja auch noch in Form der Autos vorhanden. Die Feste (10jähiges und HR4 Veranstaltung) haben auch einiges gekostet.

Helga erklärt, die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträge werden in nächster Zeit zurückgehen. Im Vergangen Jahr habe Depash Spenden erhalten, die so nicht weiter zu erwarten seien. Daher bot sich der Autokauf gerade im vergangen Jahr an.

 

Top 6 Bericht der/des Kassenprüfer/s

Die Belege waren alle vorhanden und waren jeweils ordnungsgemäß verbucht worden.

 

Top 7 Entlastung des Vorstandes

Der Vorstand wurde durch Handzeichen einstimmig entlastet.

 

Top 8 Wahlen

 

Top 8. 1 Wahl eines/r 2. zweiten Vorsitzenden

Helga teilte mit, dass Rainer noch immer und auch voraussichtlich auf lange Zeit in der Spezialklinik Laupark in Bad Wildungen betreut wird. Nach nun einer geraumen Wartezeit, sei der Zeitpunkt gekommen, eine neue/n 2. zweiten Vorsitzende/n zu wählen.

Heike Hoppe, die das Amt bereits seit ca. einem Jahr kommissarisch betreut, wird zur Wahl vorgeschlagen.

Heike Hoppe stellte sich kurz vor. Weitere Vorschläge für die Wahl des 2. zweiten Vorsitzenden gehen nicht ein.

Durch Handzeichen wird Heike Hoppe einstimmig gewählt. Heike nimmt die Wahl an.

 

Top 8. 2 Wahl von zwei Kassenprüfern

Zwei Vorschläge für die Wahl der Kassenprüfer sind eingegangen.

Die Abstimmung erfolgte durch Handzeichen. Beide Kassenprüfer wurden einstimmig gewählt bei eigener Enthaltung. Beide Mitglieder nahmen die Wahl an.

 

Pause von 14:48 bis 15:20 Uhr

 

Top 9 Etat 2009

 

Helga fragte alle anwesenden Mitglieder, ob sie den vorläufigen Etat für 2007 so annehmen.

Abstimmung: Einstimmig angenommen.

 

Top 10 Aktivitäten 2009

Geplant ist ein Vortrag in der Klinik Lauterbach, dort wird der Professor der Klinik sprechen.

Zum Thema Angst wird in Wabern eine Podiumsdiskussion stattfinden. Wie bei der letzten Podiumsdiskussion werden auch diesmal wieder 2 Psychologen, 2 Hausärzte, 2 Betroffene und 2 Angehörige diskutieren.

Im Herbst 2009 spricht ein Arzt aus Merxhausen zum Thema Depressionen/Angst und Angehörige.

Infostände sollen laufen.

Gruppenprojekte, Telefondienste sowie Hausbesuche wird in gewohnter Weise fortgeführt.

Des weiteren soll eine weitere Etage im Frauenhaus Schwalm-Eder renoviert werden. Helga berichtet: alle Mitglieder, die beim letzten Mal geholfen hatten, haben auch diesmal bereits zugesagt.

Die Frau, vom Frauenhaus berichte von der letzten Aktivität, bei der viel gegessen und noch mehr gelacht wurde. Der Termin für die Renovierung wird der 06. Juni 2009 sein.

Eine Liste, auf der man sich eintragen kann, geht entsprechend in den Gruppen rum.

Eine Zwischenfrage kam bezgl. der Platzierung für die Veranstaltung mein Verein in HR4. Dort sind wir 13. geworden.

Vom Frauenhaus berichtete jemand wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit sei. Die Kontaktadresse für das Frauenhaus wird in den Gemeindeblättchen sowie versch. Tageszeitungen abgedruckt. Dennoch erfahren die meisten Frauen durch „Mundpropaganda“ vom Frauenhaus. So ihre Erfahrung.

Im Mai hat das Frauenhaus Schwalm-Eder eine Ausstellung in der Kreissparkasse Homberg. In der sich das Frauenhaus repräsentiert. Sie regte an, ob das nicht auch ein Weg für Depash sei, sich in der Öffentlichkeit vorzustellen!

Der Erbauer des Puppenhauses fürs Frauenhaus, bedankte sich für das Bild, das sie Kinder ihm gemalt hatten. Er hatte für das Frauenhaus letztes Jahr ein Puppenhaus aus Holz gebaut.

16.03.2009 um 15:00 Uhr wird der Hessische Rundfunk in Kassel besucht.

01.04.2009 Nachtwanderung der Gruppe Wabern

Spätsommer Grillen in Lohne am Tanzplatz

Für Herbst wird eine freiwillige Gruppe für die Nachtwanderung gesucht. Hierfür erkläre sich die Melsunger Gruppe bereit.

 

 

Fahrt:

Ziele  Kosten  Abstimmung

Frankfurt/Main

Senkenbergmuseum,

Flughafen, Palmengarten 16,-- / 23,-- €  1 Pers.

Rüdesheim

Loreley, Schifffahrt

Niederwalddenkmal 14,--€ 13 Pers.

Hannover Zoo 17,--€ 26 Pers.

(kurz) Mollenfelde/Witzenhausen ?  0 Pers.

(kurz) Reinhardswald

Sababurg, Dampferfahrt

Stadtkern Hofgeismar ? 0 Pers.

Helga erklärte dass die Busfahrt komplett von Depash übernommen wird. Es fallen lediglich die Kosten für Eintrittsgelder bzw. Verpflegung an.

Es wurde über die Kosten der Fahrten diskutiert.

Als Termin für die Fahrt stehen der 20. Juni 2009 sowie der 29. August zur Debatte. Die Mehrheit stimmte für den 29. August 2009.

 

Top 11 Ehrungen

Zwei Mitglieder erhalten eine Ehrenurkunde. Helga erklärte aufgrund von etlichen Geld- bzw. Sachspenden wird den beiden Mitgliedern die Ehrenmitgliedschaft in Form einer Urkunde zugeteilt.

 

Top 12 Verschiedenes

Die Kassiererin bittet An - Abmeldungen sowie Adressenänderungen oder Änderungen der Bankverbindung mit zu teilen.

Jemand moniert den hohen Verbrauch von Postwertzeichen. Im Zeitalter von E-mail sollten Einladungen ect. über den elektronischen Postweg  versendet werden.

Die Mitglieder, die die Depash-Bücherei organisieren,  fragte nach einem abschließbarem Schrank für die Depash-Bücherei. Helga sichert dies zu.

Helga erkundigt sich nach den Aktivitäten anlässlich des 10jährigen Bestehens der Gruppe Homberg. Die Gruppe Homberg teilte mit, dass die sie Essen gehen werden. Hierfür stellt Depash einen Kostenzuschuss bereit.

Eine Frage war, ob die Gruppe Zierenberg noch besteht? Mangels Interesse besteht die Gruppe nicht mehr. Ein entsprechender Hinweis in der Tageszeitung soll noch raus genommen werden lt. Helga.

Helga wird eine CD vom Selbsthilfetag der Organisation KISS angeboten. Kiss ist eine Organisation/Kontaktstelle von verschiedener Selbsthilfegruppen. Diese Kontaktstelle wirbt Selbsthilfegruppen jeglicher Art um so mehr Spendengelder durch öffentliche Einrichtungen zu erhalten. Auch Depash wurde die Mitgliedschaft dieser Organisation mehrfach angeboten. Alle Spenden von Depash würden dann mit in den großen Topf fließen und auf alle Selbsthilfegruppen dieser Organisation verteilt werden.

Depash wird jedoch selbstständig/unabhängig bleiben.

 

 

Ende der Sitzung 16:24 Uhr

 

 

 

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Datum / Unterschrift 1. Vorsitzende Datum / Unterschrift 1. Schriftführerin

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Artikel] [Psychologie] [Angst] [Freundschaft]

Sozialphobie

10.08.2006 16:06 Uhr

Wenn Menschenmassen zu Atemnot führen, Freundschaften zum Kraftakt werden und Isolation und Einsamkeit Alltag sind...

von Nightmare666

Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der Sozial- oder auch Soziophobie; einige Soziophobiker werden panisch in Kaufhäusern und Menschenmassen, andere sind übermäßig schüchtern und introvertiert oder man hat "sinnlos" Angst und ein ungutes Gefühl gegenüber Menschen, die einem eigentlich nett und sympathisch erscheinen.
Sympathische Menschen kommen diesen Menschen manchmal vor, als stünde man einem eiskalten Serienkiller gegenüber...
Menschen in die Augen zu schauen wird zur Unmöglichkeit, sich in Gruppen einzufügen oder Freunde zu finden scheint als schier unüberwindliches Hindernis.
Nicht nur die betroffenen selbst haben es schwer, auch Freunde und Bekannte müssen oft Rückschläge ertragen; Soziophobiker tun alles dafür, damit andere Menschen bloß nicht an sie herankommen - direkt oder auch auf übertragener Ebene: Treffen werden abgesagt, tiefer gehende Gespräche über Gefühle und Emotionen sind kaum möglich. Langjährige Freunde, die von diesen Ängsten wissen, könnten damit umzugehen lernen, aber neue Bekanntschaften zu schließen ist immer wieder aufs Neue mit riesiger Angst verbunden - Ängste, die die Betroffenen oft selbst nicht richtig einzuordnen vermögen... Und ohne ein soziales Umfeld sind langjährige Freundschaften oft unmöglich oder sie zerbrechen irgendwann...

Heutzutage verhindert das Internet noch, dass die Betroffenen im schlimmsten Fall jeglichen Kontakt zu anderen Menschen verlieren.
Doch, was Vorteile hat, hat auch Nachteile: Betroffene brauchen sich ihr Problem nicht mehr einzug
estehen, merken nicht, wie sie sich selbst immer mehr distanzieren und isolieren.
Und was ersetzt das Internet denn schon? Wärme? Liebe? Wahre Freundschaft, Parties und Lebensfreude? - Wohl kaum!

Um dem Ganzen 'mal eine persönliche Note zu geben: ICH will nicht in Einsamkeit leben und sterben...

von Nightmare666


http://www.neon.de/kat/fuehlen/psychologie/152999.html

Erfahrungsbericht CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK

 

Weiblich, 23 Jahre, Diagnose: Soziale Phobie

 

Vor meiner Anreise hatte ich schreckliche Angst vor dem Unbekannten. Was wird mich wohl erwarten?
Nach meiner Ankunft folgte das erste Gespräch mit meiner Therapeutin, es beinhaltete allgemeine Fragen bezüglich meiner Vergangenheit bis hin zu meiner gegenwärtigen Lebenssituation. Anschließend zeichnete ich eine Darstellung von meiner Kindheit bis hin zur Gegenwart. Verschiedene Kurven stellen meinen Angstverlauf, meine Stimmung und meine Unsicherheiten dar. Das Bild verhilft mir verschiedene Auslöser von bestimmten Schwierigkeiten zu erkennen, ich begreife mein Verhalten besser und sehe Zusammenhänge, die mir zuvor nicht bewusst waren. Das bildliche Darstellen meiner Angst in verschiedenen sozialen Situationen erleichtert es mir die Angst genauer zu betrachten. Ich bemerke unterschiedliche Stärken der Angst und erkenne den Zusammenhang zwischen Angstgefühlen und körperlichen Symptomen. Das Auswerten verschiedener Fragebögen und die therapeutische Einschätzung ergibt die Diagnose: Soziale Phobie.

Was ist soziale Phobie?
Wo zeigt sich die Angst?
Was geschieht in solchen Situationen?
Kann ich daran überhaupt etwas ändern? Und wie?

Die Beantwortung dieser Fragen ermöglicht mir, mein Gefühl von Angst zu verstehen. Zu wissen, was ich fühle ist ein Schlüssel, da ich nun versuche das Gefühl (das oft durch meine Angst geprägt ist) in sozialen Situationen zu verändern. Ich hinterfrage meine Befürchtungen im sozialen Kontakt und erlerne neue Denkansätze, die meine Erwartungsangst weniger werden lassen. Ich beobachte meine Verhaltensweisen genauer und bemerke viele Dinge, die ich tue, um mich möglichst unauffällig zu verhalten (z.B. auf den Boden schauen). Leider führt dieses so genannte Sicherheitsverhalten eher dazu, dass ich meine Aufmerksamkeit nur auf mich richten kann und somit nicht fähig bin, anderen Menschen und der Umgebung Beachtung zu schenken. Des Weiteren wirke ich auf Andere eher auffällig. Nun versuche ich dieses Verhalten nach und nach abzubauen.
Der „Teufelskreis“ Angst veranschaulicht mir die Aufrechterhaltung der Angst und bietet mir Lösungsmöglichkeiten, ihn zu durchbrechen. Meine Therapeutin und ich erarbeiten eine Art „Angsthierarchie“ mit Dingen, die ich mir zutraue, und Situationen, die ich seit vielen Jahren meide. Dank der Aufzeichnungen können wir Übungen entwickeln, um zuvor vermiedene Kontakte erleben zu können (z.B. jemanden ansprechen, alleine in ein Café gehen...).
Diese „Experimente“ sind zu Anfang sehr schwierig, die Angst ist sehr hoch, da ich solche Situationen sonst immer vermieden habe. Häufiges Wiederholen lässt mich erkennen, dass die Angst weniger wird und ich weiß nun, dass ich mich darauf verlassen kann, dass sie irgendwann nachlässt - auch wenn es sehr lange dauern kann. Ohne diese Einsicht hätte ich mir Angst einflößende Dinge niemals zugetraut und sie weiterhin vermieden. Diese „Taktik der Vermeidung“ war für mich immer die einzige Möglichkeit der Angst zu entfliehen. Ansonsten hätte ich niemals gelernt, dass es mir möglich ist verschiedene soziale Situationen trotz eines hohen Angstgrades durchzustehen. Mittlerweile freue ich mich sogar auf Dinge und Unternehmungen, die mir jetzt wieder möglich geworden sind.
Die Erfolgserlebnisse, meine Angst aushalten zu können, verhelfen mir zu mehr Selbstwertgefühl und vermitteln mir ein hohes Maß an Sicherheit. Auch die Gruppentherapie bietet mir die Möglichkeit, mich meinen Ängsten zu stellen und neue Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen zu sammeln. Zu Hause hätte ich aus Angst niemals freiwillig an einer Gruppe teilgenommen. Während den Gruppentherapien war es sehr anstrengend, meine anhaltenden Angstgefühle zu spüren, und ich konnte erst nach ein paar Sitzungen feststellen, dass die Angst durch Gewöhnung nachlässt. Inzwischen bin ich fähig, meine Aufmerksamkeit von mir selbst weg auf das Gruppengeschehen zu richten. Die Übungen in einer Gruppe helfen mir, mich im Alltag sozial kompetent zu verhalten und nehmen mir viel Unsicherheit. Inzwischen kann ich manche soziale Situationen sogar genießen, in die ich mich zu Beginn aus Angst niemals begeben hätte. Ich habe gelernt, Selbstzweifel kritisch zu hinterfragen und andere Sichtweisen erlernt und mag mich nun viel lieber. Meine Stimmung hat sich deutlich gebessert und ich fühle mich sicherer im alltäglichen Leben. Dank meines sechswöchigen Aufenthaltes blicke ich nun optimistisch in die Zukunft und fühle mich gestärkt, schwierige Situationen auch alleine zu meistern. Endlich kann ich Verantwortung für mein eigenes Leben übernehmen! Herzlichen Dank an meine liebe Therapeutin.

 

© CDK CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK GmbH, 2008
Tibusstrasse 7- 11, 48143 Münster, Telefon: 0251 48 10-0

 

Quelle: http://www.c-d-k.de/psychotherapie-klinik/Klinik/Patientenberichte.html

Wie finde ich die / den richtigen Therapeuten für mich?

aus Dissent! Network Wiki, der freien Wissensdatenbank

Hier ein Text, der von und mit Frauen geschrieben wurde, die ihre Erfahrungen bei der Therapeutinnen-Suche weitergeben wollen. Eventuell können wir Teile daraus übernehmen, oder den Text für unser Anliegen umschreiben? Gegen Ende geht es auch um Kliniken, und hier wird der Text sehr kritisch gegenüber Akut-Psychiatrien. Ich wollte dieses Passagen erst nicht mit hier rein setzen, aber in der Diskussion stellte sich heraus, dass das für die Frauen einer der wichtigsten Punkte ist. Es ist ihr Text - also habe ich ihn so gelassen. Für uns müssen wir das ja nicht so übernehmen.

 

Wie finde ich die richtige Therapeutin / den richtigen Therapeuten für mich?

Wenn du dich auf die Suche nach einem Therapieplatz machst, solltest du dir Zeit dafür nehmen, und nicht der Einfachheit halber den erst-besten nehmen, der dir angeboten wird. In vielen Städten gibt es psychosoziale Beratungsstellen, die dir für die Therapeutinnen-Suche in deiner Stadt wichtige Informationen geben können.

Wenn du einen Termin bei einer Therapeutin / einem Therapeuten bekommen hast, trefft ihr euch erstmal zu "Erstgesprächen". Die Erstgespräche (sogenannte probatorische Sitzungen) sind dazu da, dass du dir ein erstes Bild von einer Therapeutin / einem Therapeuten machen und dein Anliegen persönlich besprechen kannst. Wenn du in einer gesetzlichen Krankenkasse bist, werden in der Regel je fünf Erstgespräche bei beliebig vielen kassenzugelassenen Psychotherapeutinnen bezahlt. Erst danach muss die Therapeutin / der Therapeut einen Antrag auf Finanzierung einer Therapie stellen. Bei Privatkassen sind die Bedingungen für die Erstattung von Erstgesprächen unterschiedlich. Es lohnt sich, vorher Informationen darüber einzuholen. Bei Therapeutinnen ohne Kassenzulassung solltest du bereits telefonisch klären, wie viele probatorische Sitzungen dir zu welchem Preis angeboten werden.
Diese Fragen solltest du dir nach einem Erstgespräch ehrlich beantworten:

  • Hatte ich ein gutes Gefühl beim ersten Gespräch und kann ich mir vorstellen, diesem Menschen auch sehr persönliche Dinge mitzuteilen?
  • Ist mir eine Frau oder ein Mann wichtig und spielt das Alter eine Rolle?
  • Hat mein Gegenüber mir zugehört, hatte ich das Gefühl, verstanden worden zu sein?
  • Wie hat die Therapeutin / der Therapeut reagiert, als ich anderer Meinung war als sie / er? Stand Verärgerung oder stand eher Interesse im Vordergrund?
  • Wurden meine Gefühle respektiert?
  • Fühle ich mich eher ermutigt und unterstützt oder eher verunsichert?
  • Wurde ich gedrängt, über Dinge zu sprechen, über die ich noch gar nicht reden wollte?
  • Fühlte ich mich durch vorschnelle Deutungen überrumpelt?
  • Fühlte ich mich herabgesetzt und / oder abgestempelt? Wurde meine Lebensweise in Frage gestellt?
  • Ist mir klar geworden, nach welchen Methoden die Therapeutin / der Therapeut arbeitet? Kennt sie / er sich aus mit meinem Problem?
  • Hat sich die Therapeutin / der Therapeut Zeit genommen? Sind wir im Gespräch ungestört von Telefonaten und Unterbrechungen geblieben?
  • Es ist sinnvoll, sich diese Punkte schon vorher klar zu machen. Hilfreich ist, wenn du dir vor Beginn der Erstgespräche überlegst, wie detailliert du etwas über dich mitteilen willst. Du musst nicht gleich beim ersten Kennenlernen alles erzählen. Trau dir ruhig zu, Fragen zu stellen. Vertrau auf dein inneres Gefühl. Wenn du dich bei einer Therapeutin / einem Therapeuten gut aufgehoben fühlst, ist eine der wichtigsten Voraussetzung für den Therapieerfolg schon gegeben. Stellt sich in den ersten Sitzungen aber kein Vertrauensverhältnis ein und du fühlst dich vor den Stunden übermäßig bedrückt, solltest du weiter suchen.
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    Was sagen Berufstitel von Therapeutinnen?

    Seit 1999 gibt es ein neues Psychotherapeutengesetz, das zum einen regelt, wer sich auf dem Psychomarkt wie nennen darf, auf der anderen Seite aber auch die TherapeutInnensuche erschwert und die Methodenwahl stark einschränkt.

    Die Berufsbezeichnung "PsychiaterIn" ist für Menschen reserviert, die Medizin studiert und eine psychiatrische Facharztausbildung absolviert haben. Erst seit 1992 schließt diese eine psychotherapeutische Ausbildung ein. PsychiaterInnen sind vorrangig zuständig für schwere Psychosen und "Persönlichkeitsstörungen". Da sie eine mehr medizinische Sicht auf Ursachen und Heilungsmöglichkeiten von psychischen Problemen haben, stehen meist medikamentöse Behandlungen im Vordergrund (Psychopharmaka). ÄrztInnen und Diplom-PsychologInnen, die eine mehrjährige Psychotherapieausbildung (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Therapie oder Psychoanalyse) absolviert haben, können eine kassenzulassung erhalten. Sie heißen dann "ärztliche PsychotherapeutInnen" bzw. "psychologische PsychotherapeutInnen". "Andere PsychotherapeutInnen" sind entweder PsychologInnen oder HeilpraktikerInnen mit Ausbildungen in alternativen (humanistischen) Psychotherapiemethoden (z.B. systemische Therapie, Gestalttherapie, Körperpsychotherapie, Psychodrama, etc.). Dazu zählen auch Angehörige pädagogischer oder sozialer Berufsgruppen, die eine psychotherapeutische Ausbildung gemacht haben.

     

    Welche Therapieverfahren werden von den Krankenkassen bezahlt?

    Im Augenblick werden von den gesetzlichen Krankenkassen lediglich drei Therapieformen bezahlt:

    • Verhaltenstherapie (VT),
    • tiefenpsychologische Therapie und
    • Psychoanalyse.
  • Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist, dass die Therapien von ärztlichen oder psychologischen PsychotherapeutInnen durchgeführt werden. Behandlungen bei anderen PsychotherapeutInnen oder mit anderen Therapieverfahren werden in der Regel von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen. Manche privaten Kassen machen aber Ausnahmen. Es lohnt sich ggf. nachzufragen. Die Krankenkassen übernehmen allerdings nur dann die gesamten Behandlungskosten, wenn es sich um eine diagnostizierte psychische „Störung“ mit "Krankheitswert" handelt. Also z.B. bei Angststörungen, Depressionen, Ess-Störungen, psychosomatische Störungen, sog. "Persönlichkeitssörungen" etc.- Krisenintervention oder allgemeine Lebensberatung dagegen bezahlen die Krankenkassen nicht. Wir hoffen, dass die Krankenkassen langfristig auch andere Verfahren wieder anerkennen, die sich als wirksam erwiesen haben (und die vor 1999 problemlos bezahlt wurden). Zu den bekanntesten zählen die systemische Therapie, die Gestalttherapie, verschiedene Formen der Körperpsychotherapie (z.B. Bioenergetik), das Psychodrama, etc.. Die feministische Therapie ist kein eigenständiges Therapieverfahren, sondern beschreibt eine feministische, parteiliche und politische Haltung. Feministische Therapeutinnen haben eine Ausbildung in einem der humanistischen Therapieverfahren, aber sie gehen nicht davon aus, dass psychische Probleme "von selbst" oder "aus der Person heraus" entstehen, sondern dass ein grosser Teil der Schwierigkeiten mit familiären, sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen zu tun haben, in denen wir leben. Psychische Probleme werden nicht als individuelle "Störung" der Klientinnen angesehen, sondern auch als Folge von Sexismus, Rassismus, Homophobie und oft auch Gewalt. EMDR (Eye Movement Desensitation and Reprocessing) ist kein Therapieverfahren, sondern eine Technik, die von manchen TherapeutInnen im Rahmen einer umfassenden Traumatherapie eingesetzt wird. Leider gibt es TherapeutInnen, die EMDR an einem Wochenende lernen, und diese Technik dann als "Schnellverfahren" einsetzen. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Technik ist sehr invasiv. Sie kann alte Geschichten wieder aufwühlen und zu einer Re-Traumatisierung führen. Auch Traumatherapie wird zur Zeit noch nicht als abrechnungsfähiges Verfahren von den Kassen anerkannt. Das macht die Suche nach einer Traumatherapie schwierig. Du musst nach eineR kassenzugelassenen TherapeutIn suchen, die eine verhaltenstherapeutiusche oder tiefenpsychologische Grundausbildung hat und zusätzlich eine mehrjährige Weiterbildung in Traumatherapie.
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    Wie läuft eine Therapie ab? Wie lange dauert sie?

    Bei den kassenzugelassenen Therapeutinnen gibt es je nach Region und Zusatzausbildungen lange Wartezeiten, besonders z.B. bei solchen, die auch Traumatherapie anbieten. In der Regel aber liegt darin ein großes Problem. Denn du bist ja auf Therapeutinnensuche gegangen, weil du jetzt Unterstützung brauchst. Erkundige dich ggf. nach Möglichkeiten der Überbrückung. Verschiedene psychologische Beratungsstellen z.B. bieten überbrückende psychologische Unterstützung oder auch Krisenintervention an, bis du einen Therapieplatz bekommst. Nach der ersten Phase des Kennenlernens kommt die Arbeitsphase, in der deine Veränderungsbereitschaft, Motivation und ganz sicher auch deine Geduld gefordert sind. Meist ist eine Therapie ein Prozess der kleinen Schritte. Das große AHA-Erlebnis, durch das sich plötzlich alle Probleme in Wohlgefallen auflösen, gibt es in der Realität eher selten. Auch Krisen sind normal. Grundsätzlich kannst du selbst bestimmen, wann du deine Therapie beendest. Wenn du das Gefühl hast, dein Therapieziel erreicht zu haben und es dir merklich besser geht, kann der Zeitpunkt gekommen sein. Auch gibt es Gründe, eine Therapie frühzeitig abzubrechen und den Therapeuten / die Therapeutin zu wechseln. Etwa wenn du das Gefühl hast, nicht verstanden oder manipuliert zu werden. Oder auf der Stelle zu treten und Oberflächlichkeiten auszutauschen. Die Therapeutin / der Therapeut sollte dir gegenüber zwar einfühlsam sein, jedoch unbedingt eine professionelle Distanz wahren. Eine private oder sexuelle Beziehung zu dir ist absolut Tabu. Bei Anzeichen für eine deutlich missbräuchliche therapeutische Beziehung wende dich unbedingt an eine kompetente Beratungsstelle. Am Ende der Therapie steht in der Regel eine Bilanz. Ihr besprechet den Verlauf der Therapie, die Umsetzung des Erreichten im Alltag und die weiteren Schritte für dich. Unter Umständen ist ein langsames „Ausschleichen“ aus der Therapie sinnvoll, mit längeren zeitlichen Intervallen zwischen den Sitzungen. Einen Richtwert für die Dauer einer Therapie gibt es nicht. Eine Kurzzeit-Psychotherapie dauert in der Regel bis zu 25 Sitzungen. Sind die Probleme tief liegender oder komplexer, ist eine Langzeit-Therapie notwendig. Deren Dauer muss jedoch nicht am Anfang festgelegt werden. Verlängerungen sind auf umfangreichen schriftlichen Antrag hin möglich. (Keine Sorge, den Antrag stellt die Therapuetin / der Therapuet). Der Stundenumfang, den die Krankenkassen übernehmen, ist je nach Therapieform unterschiedlich.

     

    Klinik oder ambulante Therapie?

    Die meisten Menschen versuchen am Anfang, professionelle Hilfe jeglicher Form so lange wie möglich hinauszuschieben. Neben der ganz normalen Scheu, sich mit "heißen" Themen auseinanderzusetzen, spielen hier vor allem Verdrängungs-Mechanismen eine Rolle, die letztlich eine indirekte Folge der Traumatisierung darstellen und von den Betroffenen selbst kaum wahrgenommen werden.

    Hinzu kommen in manchen Fällen negative Vorerfahrungen mit Akut-Psychiatrien, wo die Ärztinnen nicht selten von Traumatisierung nicht viel Ahnung haben und im günstigsten Fall außer Ruhigstellen durch Medikamente nichts wirklich Helfendes zu bieten haben, oder in manchen Fällen durch Fehldiagnosen wie Schizophrenie und Psychose-Zuweisungen Schaden anrichten und die Situation weiter erschweren. Dies kommt jedoch vor allem in Akut-Kliniken bzw. Akut-Psychiatrien vor, nicht hingegen in spezialisierten Trauma-Kliniken, die sich mit Traumatherapie auskennen und durchaus hilfreich sein können! Daher ist es enorm wichtig, selbst darauf Einfluss zu nehmen, wo du landest. Leider lässt unser Krankenkassen-System in Krisen-Situationen keine Wahl, wo mensch landet. Für einen Platz in einer Trauma-Klinik musst du nicht nur Wartezeiten in Kauf nehmen, sondern meist auch Anträge schreiben und manchmal aufreibende Begutachtungs-Prozeduren über dich ergehen lassen. Oft sind traumatisierte Menschen aber schon in einer schweren akuten Krise, wenn sich die Frage der Therapie-Art stellt. Vielen Menschen geht es in solchen Phasen sehr schlecht - oft drohen Einschränkungen des Lebens wie Verlust sozialer Beziehungen, Arbeits- oder Studienplatzverlust, drohende Isolierung. Positiv daran ist, dass eineN die Krise dazu zwingt, etwas für die Heilung zu unternehmen.

    Auf der anderen Seite kann die Krise (insbesondere Suizid-Gedanken) aber auch bewirken, dass eine negative Dynamik in Gang kommen kann, vor allem wenn mensch mehr oder weniger "freiwillig" in eine Akut-Klinik verfrachtet wird. Das geht sogar so weit, dass mensch oft nicht einmal den Ort bestimmen kann, sondern einfach in die nächstgelegene Psychiatrie gesteckt wird (viele Krankenkassen lassen weiter entfernte Kliniken nicht zu), egal, ob die ÄrztInnen in der Klinik von Trauma Ahnung haben oder ob sie nur an Psychopharmaka glauben (selbst wenn man ausdrücklich auf die Traumatisierung hinweist). Das Hauptproblem stellt also unser Gesundheitssystem und sein Umgang mit akuten Notfällen dar. Daher ist unser wichtigster Rat: lass es nicht auf eine Notfall-Einweisung in die nächst-beste Psychiatrie ankommen! Bestimme selber, wohin du kommst, auch wenn das lange Wartezeiten und Anträge bedeutet! Warte auf keinen Fall, bis sich die Krise soweit verschlimmert hat, dass überhaupt nichts mehr geht, sondern versuche dich frühzeitig darum zu kümmern! Der Vorteil bei einem Klinik-Aufenthalt besteht darin, dass du eine Aus-Zeit aus dem Alltag hast. Du musst dich um Dinge wie einkaufen, kochen, den Tagesablauf organisieren nicht kümmern – das wird für dich erledigt. Du kannst dich ganz auf dich und deine Heilung konzentrieren und in einer Klinik gibt es eine Vielzahl an therapeutischen Angeboten. Neben Einzel- und Gruppentherapie gibt es meist ein Angebot mit Körperübungen, Entspannungstechniken, kreativer Therapie und unterschiedlichen Sport- und Freizeitaktivitäten. Allerdings haben viele von uns auch erfahren müssen, dass auch die besten Kliniken meist keinen Schutzraum bieten. Genau wie draußen gibt es hier offenen und latenten Sexismus, Rassismus, Homophobie und auch Übergriffe jeglicher Art. Zudem sind in einer Klinik viele Menschen mit unterschiedlichen Problemen auf sehr engem Raum zusammen, und es ist schwieriger, sich vor Sexismus oder Übergriffen zu schützen bzw. diesen Menschen aus dem Weg zu gehen. In manchen Kliniken gibt es gerade zum Thema Trauma eigene Frauen-Stationen, leider werde die seit ein paar Jahren immer weiter abgebaut. Erkundige dich vorher, ob es eine Frauen-Station und „frauenspezifische Therapieangebote“ gibt. (Das klingt zwar so, als bräuchten Frauen eine spezielle Therapie, beschreibt aber eigentlich nur eine Station, auf der Sexismus und erneute Übergriffe nicht zugelassen werden und die Therapeutinnen auch mit dem Thema sexualisierte Gewalt umgehen können). Je stärker dein Lebensstil vom Mainstream abweicht (wenn du z.B. lesbisch bist, politisch aktiv oder auf einem Bauwagenplatz wohnst), umso häufiger wirst du in den Gruppensitzungen Projektionsfläche für alles Mögliche. Das bedeutet, dass Therapiesitzungen teilweise sehr paradox werden – einerseits sollst du dich öffnen, um an den Therapiesitzungen teilzunehmen, andererseits ist es ratsam, nicht zu viel von sich preiszugeben, damit nicht ständig dein Lesbisch-Sein oder deine Lebensweise problematisiert werden (nicht weil sie für dich ein Problem darstellen, sondern weil die anderen nicht damit klar kommen).

    Eine weitere Schwierigkeit in Kliniken ist die Frage der freien Entscheidungen. Die freie Therapeutinnenwahl, die in der ambulanten Therapie so wichtig ist, gilt in der Klinik nicht. Meist wird dir eine Therapeutin / ein Therapeut zugeteilt. Falls du mit dieser Person nicht zurecht kommst (z.B. weil er / sie homophob oder sexistisch ist, oder „die Chemie einfach nicht stimmt“), und du wechseln willst, ist das oft nicht möglich und wird dir sogar als „Widerstand“ ausgelegt. („Widerstand“ wird als negativ angesehen und zu einem deiner Probleme umgedeutet, das es zu bearbeiten gilt.)

    In letzter Zeit haben wir ein paar Mal gehört, dass Frauen den Klinikaufenthalt aus oben genannten Gründen abbrechen wollten, und ihnen dann von der Krankenkasse angedroht wurde, dass sie bei Abbruch den bisherigen Aufenthalt aus eigener Tasche bezahlen müssen. (Was dann schnell einige Tausend Euro sein können). Wir wissen nicht, ob diese Drohungen rechtlich haltbar sind. Unserer Kenntnis nach hat noch keine versucht, es auf einen Prozess ankommen zu lassen. Was allerdings eine Therapie unter Zwang und Drohungen bewirken soll, bleibt uns ein Rätsel. Aus all diesen Gründen ist es sinnvoll, sich vorher genau nach den Kliniken zu erkundigen. Fragt auch Freundinnen, ob sie schon gute oder schlechte Erfahrungen gemacht haben. Oft gibt es Informationen über Kliniken auch in psychologischen Beratungsstellen. Die Frage „Klinik oder ambulante Therapie“ lässt sich also nicht so einfach beantworten. Beide haben leider Wartezeiten, und beide haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Vielen Menschen hat ein Klinikaufenthalt sehr gut getan. Aber damit alleine ist es meist auch nicht getan – eine ambulante Fortsetzung der Traumatherapie ist fast immer der nächste notwendige Schritt. Manche Trauma-Kliniken nehmen sogar nur Menschen auf, die Nachweisen können, dass sie für die Zeit danach schon einen ambulanten Therapieplatz haben. Daher ist die Klinik-Frage keine Alternativ-Frage, sondern eher eine Frage der Reihenfolge. Wichtig hierfür ist aber, dass du dich rechtzeitig um einen Therapieplatz kümmerst, bevor die Krise so groß ist, dass andere Menschen dir die Entscheidungen abnehmen oder du in der Akut-Psychiatrie landest.

     

    Quelle:

    http://dissentnetzwerk.org/wiki/Wie_finde_ich_die_/_den_richtigeN_TherapeutIn_f%C3%BCr_mich%3F

    Zweiter Teil: Mein Leben mit Angst und Depression

     

    Mit zehn Jahren verlor ich meinen Vater, der freiwillig aus dem Leben schied. Für mich stellt sich das heute so dar, dass mein Vater auch unter Depressionen litt, insbesondere in der Winterzeit. Da er beruflich mit einem Fuhrgeschäft und Taxiunternehmen selbständig war, hatte er im Winter weniger zu tun, da er mit den Lkws meist Baumaterialien beförderte und zu dieser Zeit die Baustellen im Winter meist ruhten. Er saß dann oft auf dem Sofa und las ein Buch oder schaute vor sich hin. Ich kann mich auch daran erinnern, dass er einmal in Hephata zur Untersuchung war. Als er zurück kam, sagte er nur „ich bin doch nicht verrückt, was die da für einen Quatsch erzählen und diese Pillen nehme ich auch nicht“. Ich glaube, ein halbes Jahr später war er tot. So genau kann ich das aber nicht mehr sagen, und Zeitzeugen gibt es keine mehr. Als er starb, empfand ich keine Trauer. Ich erinnere mich sogar daran, dass ich mich eher freute, nun nicht mehr gemaßregelt zu werden. Allerdings denke ich heute, dass dies eine Schutzfunktion war, da unser Verhältnis sich nicht nur auf Maßregelungen beschränkte. Meine Mutter holte dann nach ca. 4 Monaten ihren Geliebten, mit dem sie während der Ehe- zeit schon einmal ein Verhältnis gehabt hatte, zu uns. Zuerst ohne Wissen des näheren Umfeldes und dann nach einem halben Jahr offiziell. Zu ihm hatte ich ein eher brüderliches Verhältnis, da er nur 15 Jahre älter war als ich und in seinem Verhalten sehr kindlich war. Sein intellektueller Horizont war außerdem nicht sehr weit, aufgrund seines persönlichen Schicksals. Meine Mutter wurde dann schwanger, wovon ich erst einmal natürlich nichts erfuhr. Am 12.November 1966 wurde schließlich meine Schwester Barbara geboren. In der Zeit danach trug sich meine Mutter mit Umzugsgedanken, zuerst war der Schwarzwald angesagt, wo ich auch mit zu einer Hausbesichtigung war, danach kam dann die Nordsee, Ostfriesland, wo wir dann auch hinzogen. Mein Stiefvater bekam dort natürlich keine gute Arbeit und so ging er auf Montage nach Bremen. Er war somit nur am Wochenende da. Meine Mutter war dadurch mit dem Haushalt und der Erziehung eines einjährigen, achtjährigen und dreizehnjährigen Kindes überfordert. So kümmerte ich mich mehr oder weniger freiwillig um meine kleine Schwester. Nachmittags nahm ich sie im Fahrradsitz mit oder spielte mit ihr. Mein Schulbeginn in der neuen Schule in Esens war für mich sehr schwierig. Ich wurde gehänselt, man ließ mir die Luft aus dem Fahrrad, etc. Der Hauptanführer der Klassenclique brachte mich mehrmals zum Weinen und alle anderen lachten. Dann kam es im Lehrmittelraum, den wir in den Pausen betreuten, zu einer Auseinandersetzung mit dem Anführer der Gruppe. Die anderen anwesenden Klassenmitglieder sahen aus Angst nur zu, oder forderten ihn vorsichtig auf, mit der Stänkerei aufzuhören. Ich hatte eine solche Angst aber auch Wut, dass ich ihn angriff und niederrang. Er lag am Boden unter mir. Von diesem Tage an wurde ich akzeptiert, es hatte aber über ein halbes Jahr gedauert. Meine erste Freundin hatte ich auch dort. Sie hieß Helga und war ein Jahr älter als ich. Sie war auch etwas erfahrener, da sie vorher bereits einen siebzehnjährigen Freund hatte. Ich hatte jetzt wieder das Problem, dass dieser Freund mich bedrohte, zum Glück nur verbal. Nach ein paar Monaten war Helga dann wieder mit ihm zusammen, ich war ihr wohl doch noch etwas jung. Mit einem meiner Freunde ging ich dann das erst Mal in die Disco. Diese fand sonntagnachmittags von 15.00 - 19.00 Uhr statt. Wir mussten 3 km mit dem Fahrrad hinfahren. Ich tanzte dort auch tatsächlich mit den Mädchen. Einmal traf ich dort gegen Ende der Discozeit ein Mädchen, was mir gut gefiel. Sie war hübsch und intelligent und fragte mich, ob ich sie nach Hause begleiten wolle, da ich war natürlich auf Wolke Sieben. Sie war auch mit dem Fahrrad da und wir unterhielten uns gut auf dem Weg. Das Problem war nur, dass sie, sage und schreibe, 15 km von der Disco entfernt wohnte. Es wurde bereits dunkel, als wir vor ihrem Elternhaus ankamen. Sie bedankte sich, gab mir einen flüchtigen Kuss und verschwand. Ich radelte im D-Zug-Tempo wieder zurück. Sie war in meiner dortigen Zeit nie mehr in der Disco.

     

    Autor: Helmut

    Der Hessische Rundfunk

     

    Kurz vorm Weihnachtsfeste, am Montag, den 15. Dezember 2008 hatten wir, vom Verein Depash, die Möglichkeit, den HR in Kassel zu besuchen. Dem Ruf gefolgt waren ca. 30 Mitglieder, die sich gegen 15.00 Uhr im Foyer des HR trafen.

    Wir teilten uns in 2 Gruppen und wurden von netten jungen Damen, bildlich gesehen, an die Hand genommen. Ich schildere nun, aus meiner Sicht, ich war ja nur in einer Gruppe dabei, was wir so erlebt haben, und was mich besonders beeindruckte.

    In Kassel beim HR gibt es 2 Fernsehstudios. In einem kleineren, welches wir am Anfang zu sehen bekamen, entstehen  sehr selten Beiträge für das Programm, deshalb wird es hauptsächlich für Hörfunkkonzerte genutzt. Wenn in diesem Studio etwas aufgezeichnet(fürs Fernsehen) wird, dann weil es besonders aktuell ist. Das Interessanteste für mich war die so genannte „Blue Screen“, die in diesem Fall grün war. Eine Wand vor die sich jedermann stellen kann, um per digitalem Zuspiel, plötzlich mitten im Wald oder vor dem Kasseler Rathaus zu stehen. Auch konnten wir uns, mithilfe eines grünen Tuches, unsichtbar machen. Wenn das bloß immer so einfach wäre.

    Es ging weiter in das Studio des Hörfunks, denn das komplette Programm von HR 4, kommt aus Kassel. Wir konnten „Live“ dabei sein, wenn eine den meisten bekannte Moderatorin, eine Sendung „fährt“, wie man hier im Studio sagt. Es heißt auch tatsächlich „Selbstfahrerstudio“, weil eine Person alles allein machen muss.  Die Musik abfahren, oder Verkehrsmeldungen lesen, plötzlich wichtige Meldungen ins Programm einfügen, all das macht der Moderator allein. Einzig die stündlich gelesenen Nachrichten werden direkt aus Frankfurt in das laufende Programm eingefügt.

    Die Online-Redaktion, wo täglich tausende Meldungen aus aller Welt eingehen, war unser nächster Besichtigungsort. Die Redakteure hier, müssen aus der Vielzahl von Nachrichten, die Meldungen heraus wählen, die Sie für wichtig genug halten, um diese den Hörern mitzuteilen.

    Über die „Bildregie“, bestimmt 20 Monitore an einer Wand, gelangten wir in das große Fernsehstudio des HR. Hier werden Sendungen wie „Dings vom Dach“, ct`Magazin und bis vor kurzem „Herrchen gesucht“, aufgezeichnet. Wir sahen die Kulissen der einzelnen Sendungen und erfuhren, das eine Fernsehkamera 10 Stunden braucht um auf Betriebstemperatur zu kommen. Unter der Decke sind fast hundert Scheinwerfer angebracht, die einen Stromverbrauch von 300000 Watt haben, wenn alle an sind. Hier dachte ich an meine Energiesparbirnen zuhause.

    Hier endete eine gelungene Führung, nicht zuletzt Dank einer netten und verständnisvollen jungen Dame, die uns durch die Gänge und Studios geleitet hat.

     

    Hier endete aber auch wieder ein besonderer Nachmittag, den ich Dank einer Idee eines Mitgliedes, miterleben durfte. Danke an den Ideengeber und danke an die Menschen bei Depash die so etwas organisieren.

     

    Peter Staub

    Nachtwanderung im Frühjahr 2008

     

    Ein kurzer Rückblick zur Nachtwanderung rund um den Silbersee und das ehemalige Zechengelände in Frielendorf.

     

    Mit Gruppensprecher Gerhard Hinneburg ging es am 01.04.2008 früh morgens um 10:00 Uhr bei strahlendem Wetter auf zu einem Probegang rund um den Silbersee. Mit einigen Mitgliedern von unserer Gruppe checkten wir die Strecke ab. Nach zweistündiger Fröhlichkeit waren wir wieder im Dorf.

     

    Nun konnte es am 04.04.08 um 18:00 Uhr losgehen, Treffpunkt war der große Parkplatz am Silbersee. Bis ca. 18:30 Uhr waren 54 Mitglieder eingetroffen um die Wanderung zu begehen. Das Wetter war uns gnädig gesonnen, so konnten wir trockenen Fußes unsere Route begehen. Als Erstes sahen wir das im Bau befindliche Familien- und Erholungszentrum, dann vorbei an der Allwetter-Rodelbahn „Silbersee-Bob“, weiter ging es durch teilweise Waldbestand und hoch zur Sommerliege-Wiese und weiter zum abgegrenzten Badestrand. Eine kurze Strecke brachte uns in Feriendorf, welches im Winter gut, und im Sommer sehr gut belegt ist. Beim Rundgang kamen wir an der Backstube Schott vorbei. Für Gäste steht der Chef persönlich zur Verfügung mit seinen Geheimnissen des Brotbackens. Langsam teilte sich unsere große Gruppe in kleinere Grüppchen auf, die einen wurden schneller, die anderen langsamer. Ankunft an der Gedenktafel im Zechengelände. Dort war die Gelegenheit, sich für kurze Zeit zu trennen. Die „Lahmen“(ich) zur Rechten und die Stürmer zur Linken, am Ende trafen wir uns zur gleichen Zeit am Zechentor. Es fing jetzt an zu nieseln und wir kamen noch pünktlich trockenen Fußes am Frielendorfer Museumsladen an. Zur Freude von uns allen nahmen auch 8 Kinder und 5 liebe Hunde an der Wanderung teil.

    Nun zum Museumsladen !

    In Regalen zu sehen, was es ab dem 20. Jahrhundert in Kolonialläden auf dem Lande einfach geben musste. Himbeeren, Goldnüsse (Bonbons) Marmeladen, Gelees und den Frielendorfer Gold-Schnaps und einen speziellen Kräuterlikör. Aufgebaut wurde der Museumsladen vom Heimat- und Geschichtsverein e.V. Es gibt auch noch Nebenräume die das dörfliche Leben des Marktfleckens an der Ohe im großen Aufwand zeigen, z.B. Schusterwerkstatt, Töpferecke, Tonwerke, seltene Steinexemplare, Zeitungsexemplare von „Anno-Dazumal“, Trachten, Skulpturen von Herrn Lutz Lech aus Treysa, eine Bildergallerie von Frau Roswita Lange aus Frielendorf – kurz vom Brenneisen bis zum Sieb – einfach wunderbar sich zu erinnern an Großmutterszeit.

    Nun noch kurz zum Braunkohlenabbau in Frielendorf

    Etwa 150 Jahre prägte der Kohlenabbau den Marktflecken. Man berichtet von einer Sage, ein Maulwurf in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts hätte die Braunkohle entdeckt. 100 Jahre später waren auf der Zeche ca 1000 Kumpels beschäftigt und die Blütezeit war erreicht. Der Bahnanschluss im Jahre 1879 und die Errichtung einer Brikettfabrik brachten den Aufschwung. Frielendorf gehört zu den ergiebigsten Kohlenrevieren Hessens und hatte den größten Kabelbagger Europas im Tagebau. Die schönste Repräsentation ist ein Modell des Zechengeländes aus der Zeit der 50er Jahre im Maßstab 1 : 200. Die Aussicht vom Gebäude „Pförtnerhaus Brikettschuppen“ ist für mich und wäre für alle Besucher beeindruckend.

    Glück auf !!

    Nach der Besichtigung stürmten alle zum bestellten Abendessen in die Krone. Das Essen war sehr gut ausgerichtet, da Bestellung vorlag. Leider ist es bei fast allen gemeinschaftlichen Treffen ein großes Mango, wenn einer aufsteht müssen alle anderen folgen. Der Sinn der Wanderung war, ein kleiner Plausch unter neuen Mitgliedern und Gleichgesinnten. Es sollte doch ein schöner Abschied bis zum nächsten Treffen sein ???!!!

    Für mich war es als Mitglied von DEPASH ein ausgleichender Tag.

    Eure Ute aus Frielendorf

    Autor: Ute

    Therapeuten sind auch nur Menschen

     

    Karl-Heinz Farni berichtet aus seiner Praxis – selbstverständlich ohne die Schweigepflicht zu brechen. Diesmal:

     

    Wenn das Glück droht

     

    Psychotherapeuten nennt man oft Seelenklempner. Das ist witzig gemeint, sag aber viel über das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut, das immer Funktioniertaler und mechanische wird. Das Herz wird zur „Pumpe“, es gibt „Body-Styling“ und zum Therapeuten geht man, wenn „der Motor stottert“. Hinter dieser so vernünftig anmutenden Fassade sitzt etwas ganz Unvernünftiges: die uralte Sehnsucht nach wirklichem Kontakt – zu sich selbst und zu anderen. Das Problem in der Therapie ist jedoch, dass sich die ersehnte Aufmerksamkeit viel zu oft nicht auf den Menschen, sondern auf sein Problem richtet. Das betoniert, was wir kennen: Nur ein krankes Kind ist ein gutes Kind; sobald ich krank bin oder ein Problem habe, gibt es Aufmerksamkeit und Eis ohne Ende. Sicher brauchen kranke Kinder besondere Zuwendung – aber gesunde nicht? Untersuchungen über die Geschwister Behinderter sind erschütternd.

     

    Die gesellschaftlich tief verankerte Problembeliebtheit spiegelt sich in der Psychotherapie. Es ist eine Art geheimer Nichtangriffspakt. Denn das Problem, das als drittes Element zwischen Therapeut und Klient steht, verhindert das, was sich der Klient am meisten wünscht, wovor er sich aber gleichzeitig auch am meister fürchtet: wirklichen Kontakt. Dasselbe gilt für den Therapeuten: Solange das Problem zum Bearbeiten da ist, muss ich mich nicht auf das auch für mich unsichere Terrain des wirklichen Kontakts begeben, kann mich stattdessen prima als Problemlöser profilieren.

     

    Ich habe Therapeuten erlebt, deren erster Satz war: „Na, wo drückt der Schuh?“ Wer sich selbst zum Minensuchgerät reduziert, mach den Klienten zum Minenfeld. Genau dies aber gerät vor lauter Problemlöserei oftmals in Vergessenheit: Es geht um Wohlfühlen. Und das ist der Trick, denn davor haben wir  Angst. Nichts ängstigt uns mehr als das, was wir uns am meisten ersehnen. Denn wenn kein Problem mehr da ist, hinter dem ich mich verstecken kann, dann wird’s tatsächlich gefährlich. Dann kommen wirkliche Gefühle – und nicht angenehme. Wohl deshalb gibt es die meisten Therapieabbrüche nicht in den Krisenzeiten. Nein, im Negativen kennen wir uns aus, das macht uns nicht wirklich Angst, in widrigen Situationen sind wir zu Hause, haben gelernt, in ihnen zu überleben. Angst dagegen macht das Glück. Therapien werden meist kurz nach dem Punkt abgebrochen, an dem einer, der immer Top Dog sein muss, zum ersten Mal auch im Scheitern auf Liebe gestoßen ist, oder ein notorischer Allesversteher mit Magengeschwür endlich mal die Sau rausließ und das, wider Erwarten, überlebte. Diese Erfahrung wirft alles über den Haufen. Und das macht Angst, ja Panik.

     

    Eine der aufregernsten Sitzungen war für mich, als ein Klient, der bis dahin immer brav seine Probleme und Themen mitgebracht hatte, plötzlich fast entschuldigend gestand, dass er heute kein Problem oder Thema habe. Ich gestehe, dass ich den Impuls hatte nachzubohren, dem aber glücklicherweise nicht nachgegangen bin. Wir haben uns stattdessen gemeinsam anderthalb Stunden den Sonnenuntergang angeschaut und das genossen – ab und an Trauerfreude und die Frage des Klienten: „Ist das wirklich erlaubt: nichts zu machen, mich einfach nur wohl fühlen, einfach so glücklich zu fühlen, ohne Sinn und Verstand?“

     

    Und diese Frage beschäftigte nicht nur den Klienten. Ich, mit evangelischem Arbeitsethos aufgewachsen, nach dem der Wert sich daran  bemisst, wir schnaufend, ungern und aufopfernd man etwas abgeleistet hat, hatte arge Schwierigkeiten, mich für diese Stunde bezahlen zu lassen.

     

    Red. Waltraud Tiedemann

    Experiment Konzert Fritzlar Stadthalle als Soziophobiker

    Die alten Helden rocken wieder "Best of 70th and 80th"

    am Samstag 27.12.2008

     

    Vorher Tagsüber  Magenprobleme deshalb habe ich Nachmittags eine Imodium akut genommen. Sehr nervös, aufgeregt Atmung schlecht ganz viel am räuspern. Ich fühlte mich vor dem Konzert wie auf dem Weg zum Schlachthof wo ich gleich mit Elektroschock hingerichtet werde. Zum Glück hatte ich ja Gute Unterstützung von Helmut, Ina, Holmer, Alex, Peter u. Klaus u. Annete waren auch da. Zuerst standen wir so ungefähr in der Mitte vor uns das Mischpult und PC wo man nicht so viel sehen konnte. Helmut meinte weiter vorne währe mehr Platz und man kann da auch besser sehen. Ich bin dann mitgegangen und war dann auch so fühlte mich da besser. Die erste von den 5 Gruppen Summernight Steam fand ich Gut und ich merkte wenn ein Lied gespielt wurde was mir gefällt stehe ich zwar immer noch wie ein Steiftier rum aber die Anspannung ging runter. Die Gruppen die danach kamen hatten mir dann nicht so gut gefallen was ich dann auch an der Anspannung merkte. Mehr Probleme bekam ich ab der zweiten Gruppe Stereoinn da wurde es dann vorne voller enger und konnte nicht mehr alles so gut sehen da so zwei jüngere Frauen sich vor mich gestellt hatten die einen Kopf größer waren als ich. Als dritte Gruppe kam dann Chip´n Steel dran da wurde es noch voller vorne die Leute liefen da auch schon mehr hin und her von vorne nach hinten und von hinten kamen dann wieder welche nach vorne man wurde angerempelt und die Leute schauten nicht mehr nur nach vorne sondern auch oft nach hinten das war mir nicht so gut bekommen hatte teilweise das Gefühl das ich gleich Umfalle und bewusstlos werde. Ich hätte ja Helmut fragen können ob er mich rausbringt aber der war Offensichtlich gut drauf schwingte mit der Musik mit da wollte ich ihn nicht bitten mich raus zu bringen. Es ging danach auch nicht mehr lange und es war erst mal Pause. In der Pause war ich dann draußen mit Helmut und Ina was mir dann ganz gut getan hat und wir hörten uns noch die Gruppe San-a-tana an was mir dann teilweise wieder besser gefallen hat. Helmut und Peter hatten für mich abwechselt was zu trinken geholt da ich das nicht hinbekommen hätte durch den Saal zu gehen an der Theke anstehen und wieder durch die Meute. Nach der ersten Gruppe wollte ich eigentlich mal kurz auf die Toilette gehen hatte sich aber schnell erledigt als ich draußen im Flur die vielen Leute sah die schon in einer Schlange standen um aufs WC zu kommen. Ich bin dann später mit Helmut zusammen gegangen da war dann zum Glück keine Schlange mehr davor. Nach der vierten Gruppen um 24:00 Uhr sind wir dann gegangen Helmut hatte es dann auch gereicht. Also ich muß sagen das ich über mich selber wirklich erstaunt bin das es so gut lief vor allen das die Anspannung nicht so hoch gegangen ist das ich wirklich nur noch sage: ich muß hier raus und danach erst mal drei Tage fertig bin. Als ich raus gegangen bin war ich zwar nicht Fit wie ein Turnschuh und ich konnte auch kein juhuu schreien das ich es geschafft hatte es so lange auszuhalten. Das hatte ich aber auch nicht erwartet, ich denke ich kann schon sagen das Experiment war gelungen da ich das erhoffte Gefühl wenn Musik gespielt wird die mir gefällt die Anspannung runter geht die vielen Leute mir dann nicht mehr so viel ausmachen.

    Zu Hause dann hatte ich schon Schwierigkeiten auf der einen Seite Aufgeregt, nervös aber auch fertig, Müde. Da ich merkte das es nicht besser wird hatte ich beschlossen eine Tavor zu nehmen damit ich nicht meine Bewertung über diesen Abend ändere weil die Nacht so schlecht war und ein, zwei, drei viele abers wieder in der Bewertung landen.

     

    Natürlich könnte ich auch wieder ein aber irgendwo einfügen mir selber den Erfolg wieder zerstören (z.b. aber richtig fröhlich war ich ja nicht ich stand da nur wie ein Steiftier rum) das mache ich diesmal nicht, ich würde sagen insgesamt gesehen war es ein gelungenes Experiment ohne aber da ich meine Erwartung von dem Abend nicht so hoch geplant waren.

    Die Nacht war dann ganz gut hatte für meine Verhältnisse gut geschlafen und wachte gegen 9:00 Uhr auf. Ich merkte dann das ich wie nicht anders erwartet das ich einen Kater von dem Tavor hatte kann man vergleichen mit einen Kater nach einer Party mit viel Alkohol.

    Ich habe dann mein Kaffee getrunken bin ins Bad gegangen was man so normalerweise macht und anschließend aufgeräumt Spülmaschine einräumen Mülleimer raus gebracht alles was ich sonst auch Morgens mache. Durch den Kater ging das zwar langsamer als sonst hatte aber sonst keine Probleme die Sachen zu erledigen. Ich setze mich danach an den Tisch schaute in Ruhe die Werbeblättchen durch und machte mir schon mal Gedanken was ich heute Mittag koche. Zum Mittagessen machte ich dann Frikadellen mit Kartoffeln und Erbsen worüber sich meine Frau freute da die Frikadellen lecker waren. Nach dem Essen räumte ich dann noch das Geschirr in die Spülmaschine ein putze den Tisch ab u.s.w. Danach merkte ich aber das mein Akku ziemlich leer ist und ich auch sehr müde war und ich entschied mich dafür mich mal ne Stunde hin zulegen. Aus der Stunde wurden dann c.a. 3-4 Stunden und als ich aufgestanden bin was lange gedauert hatte fühlte ich mich sehr schlecht. Auf der einen Seite war ich immer noch sehr müde war aber auch innerlich aufgewühlt, unruhig, Ängstlich und traurig ich würde sagen es war eine Mischung aus Depression, Angst und Panik wofür es ja eigentlich keinen Grund gibt. Da es sich nicht änderte überlegte ich was ich machen kann: z.B. einen Freund besuchen um abgelenkt zu werden auf andere Gedanken zu kommen was ja eigentlich nicht schlecht währe für mich auf der anderen Seite war ich selber nicht Auto fahrfähig und ich dachte mir dann auch das kann ich jetzt auch keinen Zumuten da ich auch irgendwie auf der eine Seite mich schon gerne mit jemanden unterhalten würde aber auf der anderen Seite auch keine Lust auf ein Gespräch hatte. Ich entschied mich dann dafür mal kurz die Küche besuchen ein bisschen Nervennahrung zu mir zu nehmen und mich dann wieder hinzulegen. Ich legte mich dann wieder hin aber zum Einschlafen kam ich diesmal nicht da mein Gedankenkarussell losgefahren war warum weshalb es mir jetzt schlecht geht? Ich machte mir dann auch Gedanken ob es mit dem eigentlich gelungenen Experiment von gestern zu tun hat das ich doch im Hintergrund denke es war kein gelungenes Experiment oder darf ich so was überhaupt machen als Soziophobiker der nicht Arbeiten gehen kann aufgrund seiner Erkrankung. Die Leute die mich kennen und dort gesehen haben denken bestimmt: Arbeiten gehen kann er nicht aber aufs Konzert gehen schon der ist doch gar nicht krank der will nur nicht Arbeiten. Leider kann ich nicht wirklich sagen was bei mir im Gedankenkarussell los ist ich denke es sind zu viele Gedanken und ich kann die nicht auseinanderhalten oder die Gedanken laufen im Hintergrund automatisch ab ohne das ich diese bewusst wahrnehmen kann. Wie auch immer ich kann wie meistens nicht sagen warum weshalb das jetzt so ist und kann nur hoffen das es nicht so lange dauert bis es wieder vorbei ist es mir dann besser geht.

     

    Autor: Ralf

    Projekt Zukunft

    Depressionen – Therapie mit Elektroschock

     

    Die Elektrokrampf-Therapie ist spätestens seit dem Film "Einer flog übers Kuckucksnest" für viele das Symbol für unmenschliche Psychiatrie. Doch nun erlebt die Behandlung eine Renaissance - mit guten Erfolgen.

    Sie könnte sogar zur Therapie der Wahl bei schweren Depressionen werden. Und die Neurologen verstehen immer besser, warum diese Therapie so gut hilft: Sie lässt neue Nervenzellen und Verbindungen wachsen.
    Hinweise aus Tierexperimenten deuten darauf hin, dass es im Hippocampus zu Neuaussprossungen von Nervenfasern kommt. Diese Gehirnregion, zuständig für Gefühle, ist bei Depressiven im Vergleich zu Gesunden stark verkleinert.

    Wilhelm Schuster auf seinem Weinberg im hessischen Bensheim. Das Stückchen Land bewirtschaftet der 68-Jährige gemeinsam mit seiner Frau – zum reinen Zeitvertreib. Ein kleines Paradies, vor allem jetzt, an einem so herrlichen Herbsttag. Alles in bester Ordnung könnte man da meinen, aber in seiner Seele, sah es bis vor kurzem alle andere als sonnig aus:

    "Wenn man so richtig krank ist, wenn man so richtig in der Depression ist, dann hat man zu nichts mehr Lust. Man möchte nicht mehr aus dem Haus gehen, will nur noch auf der Couch liegen und Fernsehen schauen."

    Die Depression hatte ihn damals fest im Griff: Und damit ist er in seiner Familie nicht der Erste. Bereits sein Vater litt unter schweren Depressionen. Daran kann sich Wilhelm Schuster noch gut erinnern – und auch was seinem Vater damals in den 50er Jahren geholfen hatte: Die so genannte Elektrokrampf-Therapie.

    Gut 50 Jahre später bekam Herr Schuster selbstverständlich Medikamente gegen seine Depression. Aber die modernen Antidepressiva brachten nicht den gewünschten Erfolg. Erst hier am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim konnte man ihm helfen. Hier wurde Wilhelm Schuster behandelt, wie einst sein Vater. Alexander Sartorius ist Oberarzt am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim :

    "Herr Schuster ist ein typischer Patient für die Elektrokrampf-Therapie. Er hat die Medikamente nicht vertragen. Sie führten bei ihm nicht zur Remission der Depression. Er ist so jemand bei dem so eine Behandlung in Frage kommt, ja." Und das mit Erfolg.

    Was Herr Schuster schon hinter sich hat, steht anderen Patienten noch bevor. Drei mal in der Woche werden hier Schwerdepressive mit Elektroschocks behandelt. Für die Ärzte ist das Routine. Für die Patienten nicht. Sie wollen nicht erkannt werden. Noch immer ist die Scham groß, wenn die Seele erkrankt.

    Die Behandlung selbst ist kurz und schmerzlos: Der Patient bekommt eine Narkose und ein so genanntes Muskel-Relaxans gespritzt. Es entspannt für kurze Zeit alle Muskeln im Körper - ausgenommen das Herz. Und dann beginnt die Behandlung: Durch zwei Elektroden am Kopf fließt Strom für Sekunden- bruchteile durch das Gehirn. Der Patient merkt davon nichts. Sein Gehirn aber schon: Dort löst der kurze Stromstoss einen epileptischen Anfall aus. Und genau dieser epileptische Anfall ist es, der den Patienten heilt erklärt uns Alexander Sartorius:

    "Wir denken, dass die Elektrokrampftherapie dadurch wirkt, dass in bestimmten relevanten Hirnarealen Nervenzellen wieder zum Wachstum angeregt werden und nicht, was man vielleicht sonst auch denken könnte, dass bei der Elektrokrampftherapie Nervenzellen zu Grunde gehen. Das ist ganz sicher nicht der Fall."

    Inzwischen ist ihre heilsame Wirkung bei Depressionen durch viele Studien bewiesen. Das war nicht immer so: In der Vergangenheit ist die Elektrokrampf-Therapie stark in Verruf geraten. Während sie in den 40er und 50 er Jahren als das Allheilmittel in der Psychiatrie galt, kam sie ab den 60er Jahren zunehmend unter Beschuss.

    Sie wurde schlicht zu viel eingesetzt, auch dort, wo sie nichts nutzte. Psychiatriekritische Filme, wie "Einer flog über das Kuckucksnest" taten ihr Übriges.

    Alexander Sartorius: "Es ist ja auch etwas, was man spontan gut nachempfinden kann. Ich denke nicht, dass sich jemand findet, der es spontan für einen gute Idee halten würden, bei einer psychiatrischen Erkrankung

    Strom an den Kopf zu halten und bei ihm einen epileptischen Anfall auszulösen um ihn dadurch zur Heilung zu bringen .Aus dem Gefühl heraus würde man das für keine gute Idee halten. Und letztendlich machen wir das ja nur, weil einfach die empirische Datenlage so erdrückend ist. Das es eben doch eine gute Idee ist und sehr gut vertragen wird, mindestens genauso gut wie eine medikamentöse Therapie."

    Inzwischen hat die Elektrokampftherapie wieder ihren festen Platz in der psychiatrischen Behandlung. Sie ist nicht nur eine sehr sichere Therapie, sie hat auch kaum Nebenwirkungen. Und sie ist der medikamentösen Therapie oft überlegen. Alexander Sartorius: In wirklich gut gemachten Studien, hat man schon Heilungsraten von über 80 Prozent gehabt. Wenn man vergleicht mit den Heilungsraten, die man üblicherweise mit Medikamenten hat, dann ist das deutlich mehr."

    Wilhelm Schuster hat es geholfen. Er gehört zu den 80 Prozent der Patienten, die nach der Therapie geheilt werden können. Er ist froh dass er sein Leben wieder hat, ob man es ihm glaubt oder nicht: "Und wenn sie es mir nicht glauben, wissen sie was, dann ist es mir auch egal. Die Hauptsache ist, dass es mir gut geht."

    An seinem Weinberg hat er schon längst wieder Freude: Und große Pläne schmiedet Wilhelm Schuster auch schon: Ein Reise nach China ist sein nächstes Ziel.

     

    Quelle: DW-WORLD.DE 

    | www.dw-world.de | © Deutsche Welle.

     

     

     

     

     

    Eine alltägliche Geschichte

     

    Es ist kurz vor Weihnachten. Was soll das? Ich bekomme starke Schmerzen im Rücken, doch nicht jetzt, das kann ich doch gar nicht gebrauchen, nicht jetzt. Warten, es geht nicht weg, also zum Hausarzt. Warten, diesmal im Wartezimmer. 20 Menschen die zum Arzt wollen, 10 Dialoge. Ich mitten zwischen, meine Brust wird eng, meine Ohren sausen, ich will hier raus, muss bleiben. Endlich, nach 2 Stunden, ich darf zum Arzt, darf sein Zimmer betreten. Da kommt der Herr Dr., mit fliegendem Kittel herein, fragt was anliegt. Ich erkläre mich, um zu hören, das ich alles viel schlimmer empfinde, das wüsste ich doch, bei meiner Grunderkrankung. Ich frage, ob ich nicht trotzdem das Recht auf eine Schmerzlinderung habe und bekomme eine Spritze. Wegen einer Verordnung über Krankengymnastik soll ich einen Facharzt aufsuchen. Das war`s,“Auf Wiedersehen und Frohe Weihnachten“, der Kittel fliegt wieder heraus.

    8 Wochen später, Termin beim Facharzt. Warten, auf den Arzt, dann warten beim Röntgen, schließlich wieder warten auf den Arzt. Diagnose: Altersgemäße Arthrose, treiben sie Sport, bewegen sie sich. Ich hab da so ein Grundproblem, ich leide unter Antriebslosigkeit, habe Depressionen, sage ich da. Na dann, höre ich, ist es ja klar, sie empfinden natürlich alles viel schlimmer, bei der Grunderkrankung.

    Ich habe es satt. Da sind die Wirbel abgenutzt, mal ist es der Magen, mal der Darm, der Blutdruck zu hoch. Immer ist es die Grunderkrankung, sagen die Ärzte, unwissend wie viel Probleme das allein schon verursacht. Ich habe es manchmal so satt um Behandlung zu bitten, wenn nicht zu betteln, trotz Grunderkrankung.

    Kämpfen, ohne Energie, Kraft, Antrieb. Es muss weitergehen. Helfen wir uns gegenseitig, spenden uns Kraft, haben Verständnis und unterstützen uns, wenn wir wieder auf unsere „Grunderkrankung“, reduziert werden.

     

    Autor: P.

    Ratgeber   Psychologie

     

     

    Alles liegt in der Familie

     

    Immer mehr Menschen suchen für Lösung ihrer Probleme in der Verwandtschaft – mit Erfolg

     

    Susanne Siewert (41) wurde zu einem Psychotherapeuten überwiesen, weil sie kerngesund war. Körperlich. Trotzdem fühlte sie sich ausgebrannt und litt unter Magenprobleme. Eine so genannte „Familienaufstellung“ brachte an den Tag, was ihre Beschwerden verursachte.

     

    Sich mit Abstand sehen

    Eine solche Aufstellung ist eine Therapieform, die dem Betroffenen seine Stellung innerhalb der Familie oder in einer Gruppe vor Augen führt. Er soll dadurch verstehen, was ihn belastet, um seine Lebensumstände entsprechend ändern zu können.

    Praktisch sieht das so aus: Nach einem Vorgespräch mit dem Psychologen charakterisierte Susanne in einer Therapiegruppe ihren Mann, die beiden Kinder, die Schwiegereltern. Dann bestimmte sie aus dem Kreis der Anwesenden Stellvertreter für sich und ihre Familienmitglieder – und stellte sie spontan so in den Raum, wie sie ihrer Meinung nach in Beziehung zueinander stehen.

     

    Konflikte entlarven

    Aus einem so gestellten „Bild“ können erfahrene Therapeuten vieles ablesen: Stehen die Personen sehr, vielleicht zu eng beieinander? Wer steht bei wem? Wo sieht sich der Patient selbst in der Gruppe? Die Stellvertreter fühlen sich nun in der Situation der echten Personen ein und bringen oft verdrängte Konflikte an den Tag. Statt realer Menschen können Psychologen alternativ aber auch Hilfsmittel wie Figuren oder Fotos einsetzen – und das nicht nur, um Licht in familiäre Geflechte zu bringen. „Systemische Aufstellungen können hilfreich in allen Fragen des menschlichen Miteinanders sein, auch für Teams, in Firmen und Institutionen“, so der Hamburger Diplom-Psychologe Michael Thiel (siehe Buchtipp).

     

    Diagnose erstellen

    Susanne Siewert wurde in ihrer Familienaufstellung klar, dass sie sich regelrecht erdrückt fühlte. „Von Forderungen, die ich glaubte, nie erfüllen zu können“, sagt sie rückblickend. Alle Probleme schob sie auf ihre eigene Unfähigkeit: Die schlechten Noten der Tochter („Ich kann nicht gut erklären“), Ärger mit dem Sohn („Ich kann mich nicht durchsetzen“), den unerfüllten Wunsch, mitzuverdienen („Das schaffe ich nie“). Ihr Mann Andreas (44) wollte seiner offensichtlich überforderten Frau helfen, indem er wichtige ???Entscheidungen traf, ohne sie einzubeziehen. Das kränkte sie zusätzlich – und machte sie regelrecht krank.

     

     

    Neue Wege finden

    Doch eine Aufstellung bringt den Stein nur ins Rollen, dann geht es an die Veränderung – wichtiger Teil der Familienaufstellung. Auch für Susanne Siewert. „Ich musste aus meiner Opferrolle herausfinden“, sagt sie. Eine neue Aufgabenteilung im Familienalltag entlastete sie, brachte Freiräume. Sie selbst lernte, gemeinsam mit den anderen Lösungen zu finden. Als Teil eines Teams. Heute, zwei Jahre nach der Aufstellung, arbeitet sie sogar halbtags als Schulsekretärin ohne sich im Geringsten überfordert zu fühlen.      M.Radloff

     

    Keine Chance für Scharlatane

    So geraten Sie nicht an unseriöse Therapeuten

    Eine Familienaufstellung ist kein Spiel sondern eine hochemotionale Therapie. Deshalb sollte man sich nur in erfahrene Hände begeben, betont die Gesellschaft für Systematische Therapie und Familientherapie (www.dgsf.org). mit diesen fünf Tipps lassen sich unseriöse Therapeuten schnell entlarven:

     Jede Art von Großveranstaltung ist mit Vorsicht zu genießen – eine Therapie ist kein „Wanderzirkus“.

     Die Aufstellung sollte von ausgebildeten Psychotherapeuten geleitet werden, die grundsätzlich ein Vorgespräch und eine Nachbetreuung anbieten.

     Akzeptieren Sie in keinem Fall autoritäres Verhalten (dafür wird beispielsweise der katholische Theologe Bert Hellinger oft kritisiert). Das ist nicht zeitgemäß. Kein Therapeut hat das Recht, Sie abzuwerten oder zu etwas zu zwingen! Sie sind ein Partner, dem geholfen werden soll, eigene Erkenntnisse zu finden und eigene Schritte zu wagen.

     Erkunden Sie sich nach dem Ausbildungsstand des Psychologen. Besuchen Sie seine Seminare, wenn möglich, erst einmal als Zuhörer.

     Keiner weiß mehr über Sie, als Sie selbst. Geben Sie Ihre Eigenverantwortung nicht aus der Hand!

     

     

     

    Quelle: 16 Fernsehwoche  06/09

     

     

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    Michael Thiel:

    Raus aus der

    Sackgasse

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     5 Jahre Depash – Gruppe Waltersbrück

     

     

    Nach 5 Jahren Depash ist es an der Zeit Revue passieren zu lassen. Es war im Januar 2004, den Tag weiß ich nicht mehr, fuhr ich zu einem Informationsabend der Selbsthilfegruppe Depash nach Waltersbrück. Ich hatte und es ging wohl vielen so, mächtigen Bammel vor dem großen Aufgebot der anwesenden Personen .Wie erwartet füllte sich der der Saal im Dorfgemeinschaftshaus. Die Vorsitzende von Depash, Helga Jakob sprach über ihre Depressionen und Ängste und wie diese bei Ihr zustande kamen. Sie sprach mit so einer Offenheit und Leichtigkeit über ihre Krankheit, dass es mich sehr ins Staunen versetzte. Anschließend stellte sie die gläserne Gruppe vor. Wieder das gleiche Spiel, ich war so verblüfft, wie die Angehörigen dieser Gruppe, vor so vielen fremden Zuhörern, so offen über ihre Krankheit sprechen konnten. Im Anschluss daran wurde der Gruppensprecher der Depash-Gruppe Waltersbrück vorgestellt. Oh, der gute Herr Hinneburg war ganz schön nervös, aber er machte einen sehr netten Eindruck auf mich. Da ich auch lernen wollte so frei über meine Probleme zu sprechen, fuhr ich in der folgenden Woche wieder zum Gruppentreffen. Die Gruppe bestand anfangs aus sieben Personen und alle wirkten sehr angegriffen. Es dauerte doch eine gewisse Zeit bis wir uns öffneten. Bei den Treffen wurde erzählt, geweint und getröstet, zugehört und Ratschläge gegeben. Selbst Dinge, die der eigene Partner nicht weiß, wurden erzählt. Das schweißt die Gruppe zusammen zu einer großen Familie. Im Lauf der Zeit sind einige neue Mitglieder dazu gekommen, einige fühlten sich bei uns heimisch und blieben, anderen sagte es wohl nicht so zu und sie kamen nicht wieder. Zwei Mitglieder mussten die Gruppe verlassen, da sie nach außen geplaudert hatten. Nach und nach wuchs unsere Gruppe auf über zwanzig Mitglieder, so dass wir gezwungen waren eine zweite Gruppe zu gründen. Da ich stellvertretende Gruppensprecherin war, übernahm ich die zweite Gruppe.

     

    Und dann passierte es.!!!

     

    Im Januar 2008 ging Gerhard Hinneburg nach Frielendorf, um dort eine neue Gruppe zu gründen. Somit verloren wir unseren Manager und unser Gruppenoberhaupt und keiner konnte oder wollte seinen Platz einnehmen. Er war der große Organisator, ob für Wanderungen oder das Backhausfest. Ich war mit solchen Aktionen völlig überfordert. Kurz um, Gott hatte ein Einsehen mit uns und die Gruppe Frielendorf kam nicht zustande. Ab Januar 2009 ist Gerhard Hinneburg wieder bei uns und wir sind sehr glücklich darüber. Und so können wir mit ihm unser fünfjähriges bestehen der Depash-Gruppe, mit einer Nachtwanderung und anschließende gemeinsame Essen, feiern. Ich wünsche unseren beiden Gruppen und Euch Depash`lern immer ein liebes und freundliches Miteinander.

     

    Autor: Gudrun Stumme

    Ein Arzt verschreibt, fälschlicher Weise, seinem Patienten Abführmittel anstatt Hustensaft. Nach zwei Tagen trifft der Arzt den Patienten und fragt: "Na, husten Sie noch?"
    Erwidert der Patient: "Nein, Herr Doktor, ich trau mich nicht mehr!"

     

    Sie lächelt verführerisch und sagt zu dem Polizisten:
    "30 Euro Strafe ist aber verdammt viel!"
    "Was sind sie denn von Beruf?"
    "Verkäuferin in einem Warenhaus."
    "Gut. Dann macht es für Sie nur 29,95 Euro.

     

    Mädchen im Kindergarten: "Jetzt weiß ich wieso Jungs schneller laufen können als Mädchen: Gangschaltung und kugelgelagert..."

    "Papa, wenn du mir Geld gibst, erzähle ich dir, was der Postbote immer zu Mammi sagt"
    "Hier sind zehn Euro. Also los!"
    "Guten Morgen, Frau Ackermann, hier ist Ihre Post"

    Eine wahre Geschichte

    Die Mutti sitzt abends spät noch in der Küche und färbt die Ostereier, ganz heimlich hinter geschlossener Tür.
    Der kleine dreijährige Junge liegt im Bett und schläft, steht aber plötzlich in der Tür und sieht die Mutter beim Eierfärben. "Was machst Du denn da?" - "Ach weisst Du, der Osterhase hat doch soviel Arbeit und ich wollte ihm einfach dabei helfen." - "Arme Mutti."
    Am nächsten Tag gehen sie in ein grosses Kaufhaus. Sie stehen auf der Rolltreppe und durch die Regale sieht der Dreijährige einen grossen Osterhasen im Gras liegend mit einer Möhre in der Pfote.
    Das Kind ruft entsetzt: "Schau Mutti, dieser faule Sack! Der liegt da im Gras und Du kannst für ihn arbeiten!"

     

    Zwei Kegelbrüder gehen ziemlich spät nach hause. Sagt der eine: "Wenn ich jetzt nach hause komme, kocht meine Frau vor Wut." Sagt der andere: "Da haste aber Glück. Ich bekomme um diese Zeit nichts Warmes mehr."

     

    Ein Ehepaar kauft bei Ikea einen Wandschrank, nimmt ihn mit nach Hause und baut ihn in 4 Stunden mühseligster Arbeit zusammen. Am nächsten Morgen, der Mann ist bei der Arbeit, bricht der Schrank zusammen, als plötzlich eine Straßenbahn vorbeifährt. Die Frau, ganz hilflos, ruft beim IKEA-Service an, der ihr auch gleich einen Arbeiter schickt. Sie schildert ihm ihr Problem, er baut den Schrank zusammen und wartet auf die nächste Straßenbahn, da bricht der Schrank wieder zusammen. Er baut ihn wieder auf, sucht nach Schwachstellen, und findet im Inneren des Schrankes eine lockere Stelle. Bei der nächsten Straßenbahn bricht der Wandschrank wieder zusammen. "Hmm, vielleicht klappt es, wenn ich von innen den Schrank abstütze." Der Mann steigt rein, macht die Tür zu. In diesem Moment kommt der Ehemann nach Hause, findet seine Frau im Schlafzimmer vor, noch im Morgenmantel, vor dem Wandschrank. Er: "Wo ist er? Sicher im Schrank." Er reißt die Türe auf, und findet den Arbeiter. Daraufhin der Arbeiter: "Okay, scheuern Sie mir am besten gleich eine, Sie werden es ja doch nicht glauben, dass ich hier auf die nächste Straßenbahn warte."

    Jägertopf

     

     

    Zutaten (für ca. 10 Personen):

     

    2 kg Schnitzelfleisch

    2 P. Cheesterkäse oder anderen nach Geschmack

    1 P. Würzmischung Nr.1 (Pfeffer) von Maggi

    3 Stangen Porree

    4 Dosen Pilze (425 g)

    6 dicke Zwibeln

    2 Scheiben Bauchspeck

    4 P. Jägersoße (Maggi)

    4 Becher Schlagsahne

     

    Fleisch klein schneiden und mit der Würzmischung vermengen. In einen Bratentopf geben, darüber eine Schicht Käse. Dann den klein geschnittenen Porree darüber verteilen, auf den Porree die Pilze.

     

    Zwiebel und Speck klein schneiden und etwas andünsten, erkalten lassen und dann über die Pilze verteilen.

     

    Die Jägersoße mit der Sahne verrühren und über die Masse verteilen.

     

    Das ganze 24 Stunden kalt stellen.

     

    Bei ca. 180 Grad 2 Stunden mit geschlossenen Deckel garen. Nach ca. 1 Stunde durchmengen.

     

    Evtl. Beilagen: Spätzle, Reis, Weißbrot

     

     

    Autor: Maggi