April-Juni 2010

 Selbstwertgefühl verbessern (1)
 
(Angefertigt von Bettina Umminger, Diplom-Übersetzerin)


Depressive, ängstliche und von Scham betroffene Menschen fühlen sich häufig als im Leben „Zu-kurz-Gekommene“. Sie halten dieses Gefühl des „zu wenig“ auf unterschiedliche Weise am Leben (z.B. in Form des „Nichts wert sein“, „ein Niemand sein“, „Nichts können“). Sie erleben sich als Menschen, die dauernd um etwas kämpfen müssen, die immer nur Problemen begegnen oder dauernd unter Mangel leiden, die sich nichts nehmen dürfen und denen auch nichts gegeben wird. Deshalb leiden depressive Menschen meist auch unter einem geringen Selbstwertgefühl („Minderwertigkeit“). Um ihr Selbstwertgefühl zu stützen, bemühen sie sich um Anerkennung, die sich auf die eigene Leistungsfähigkeit bezieht („Ich bin, was ich leiste“). Wenn ihre Leistungsfähigkeit dann einmal nachlässt, fühlen sie sich sofort bedroht. Dabei neigen Depressive dazu, sich und ihre Leistungen ständig abzuwerten. Gleichzeitig warten sie hungrig auf Bestätigung durch andere, von deren Meinung sie sich abhängig machen. Trifft die (angeforderte) Bestätigung ein, können sie ihr jedoch nicht trauen, weil ihnen bewusst ist, dass sie ja selbst das Kompliment bestellt haben. Die folgenden Anregungen zeigen Wege aus dem Dilemma auf.

Selbstwertprobleme (an-)erkennen

Stehen Sie dazu, dass Sie ein „Selbstwertproblem“ haben. Führen Sie sich mögliche Auslöser vor Augen (z. B. abwertendes, vernachlässigendes oder desinteressiertes Verhalten wichtiger Bezugspersonen in Ihrer Kindheit, schlechte Zeugnisse, mangelndes Selbstwertgefühl der Eltern und anderer Vorbilder, Missachtung der Familie).

Den „inneren Kritiker“ stoppen

Üben Sie konsequent, innerlich laut „Stopp!“ zu sagen, wann immer die im Eingangstext beschriebenen Zweifel und selbst abwertenden Gedanken in Ihnen laut werden („Du blöde Kuh...“, „Du kannst auch gar nichts...“, Du solltest lieber...“). „Befehlen“ Sie sich regelrecht, stattdessen innerlich die Liste Ihrer persönlichen Fähigkeiten, Ihrer „Reichtümer“ (das können auch ideelle sein!) und Erfolge durchzugehen. Notieren Sie zu diesem Zweck entsprechende Stichworte auf einem Blatt Papier. Hängen Sie diese Erinnerungszettel gut sichtbar in der Wohnung auf, damit Sie die Sammlung im Lauf mehrerer Wochen ständig ergänzen können.

Positive Seiten kennen lernen

Nehmen Sie ein weiteres Blatt Papier. Stellen Sie sich vor, Sie seien eine Person, die Ihnen wohl gesonnen ist und der daher vor allem Ihre positiven, wenn nicht sogar liebenswerten Eigenschaften auffallen. Was könnte das sein? Notieren Sie alle Beobachtungen und Einfälle auf Ihrem Merkzettel. Hier sind ein paar Charakteristika depressiv veranlagter Menschen, die sehr oft geschätzt werden: Viele Depressive sind beharrlich und zuverlässig. Sie verhalten sich leistungsbezogen und orientieren sich an sozialen Idealen. Sie wirken bescheiden, da sie selten offen aggressiv fordern. Nicht wenige sind sehr sensibel, warmherzig und zu tiefem Erleben fähig. Als Partner sind sie anhänglich und an Nähe interessiert. Sie überstürzen nichts, sondern überlegen vieles aus Vorsicht lieber mehrfach und detailliert. Sie sind sehr selbstkritisch und stehen zu eigener „Schuld“. Sie sind die klassischen Helfer, die nicht zögern, für andere Verantwortung zu übernehmen und sich notfalls aufzuopfern.

Sich selbst annehmen und ermutigen

Akzeptieren Sie auch diejenigen Seiten Ihrer Person, die „Schwächen“ darstellen. Nehmen Sie sich so an, wie Sie nun einmal geworden sind. Kein Mensch ist perfekt und für alles verantwortlich! Gerade die unterschiedliche Mischung aus Stärken und Schwächen verleiht jedem von uns ein individuelles „Profil“ und macht uns so einzigartig. Stehen Sie auch anderen gegenüber zu Ihren Schwächen – gerade dies gilt oft als Zeichen von Stärke! Vertuschen Sie nicht krampfhaft Ihre Nervosität, sondern wagen Sie es, mit Freunden und Kollegen offen darüber zu reden. Verzeihen Sie sich selbst mögliche Fehler und schließen Sie mit sich und ihren Schwächen inneren Frieden. Sagen Sie sich vor allem in Situationen der Selbstunsicherheit immer wieder „So wie ich bin, bin ich in Ordnung“ und „Auch das werde ich schaffen.“

Zu sich selbst stehen und sich „echt“ fühlen

Üben Sie, auch dann Ihre Meinung zu äußern, wenn Ihnen dadurch Nachteile drohen. Stehen Sie durch Ihre eigene Person für die Werte ein, die Sie aus Überzeugung vertreten (die also Ihnen nicht nur eingetrichtert oder diktiert wurden). Verhalten Sie sich so, wie Sie tatsächlich empfinden („authentisch“). Wagen Sie es, echt zu sein, statt eine Rolle zu spielen oder für andere die Marionette abzugeben. Lassen Sie sich wahrnehmen als der, der Sie sind, statt zu taktieren. Seien Sie stolz darauf, einen „eigenen Sinn“ zu haben – auch dann, wenn man Ihnen dies als „Eigensinn“ vorwirft. Bleiben Sie eine erkennbare Persönlichkeit und lösen Sie sich nicht in der anonymen Menge auf. Orientieren Sie sich an „selbstbewussten“ Vorbildern.

Klar und selbstbewusst auftreten

Warten Sie nicht auf ein gutes Selbstwertgefühl, um anschließend selbstsicherer auftreten zu können. Gehen Sie umgekehrt vor: Üben Sie sich darin, selbstsicher aufzutreten, und staunen Sie darüber, wie dadurch Ihr Selbstwertgefühl wächst. Benutzen Sie beispielsweise das Wort „ich“ statt „man“ oder „wir“. Verzichten Sie auf indirekte Redewendungen. Sagen Sie präzise, was Sie wollen („Ich möchte,..“ „Ich wünsche...“). Drücken Sie sich kraftvoll, anschaulich (also bildhaft) und schlagfertig aus. Ersparen Sie es anderen, Ihre Meinung und Ihre Bedürfnisse erraten zu müssen. Verzichten Sie auf Unterwürfigkeit und Rechtfertigungsreden. Widerstehen Sie dem „Folgsamkeitsreflex“. Verfallen Sie nicht der Scheinsicherheit und fraglichen Geborgenheit, die sich durch eine Selbst-Aufgabe bzw. übermäßige Anpassung scheinbar erkaufen lassen. Sehen Sie Ihrem Gegenüber direkt in die Augen und lächeln Sie. Unterstreichen Sie Ihr Anliegen mit passenden Gesten, Haltung, Gesichtsausdruck und Lautstärke. Vergewissern Sie sich immer wieder vor dem Spiegel, dass Sie aufrecht stehen, insbesondere nicht Kopf und Schultern hängen lassen. Üben Sie mit Hilfe eines Tonaufzeichnungsgerätes, laut, ruhig, klar und einer eher tieferen (also nicht schrillen) Stimme zu sprechen. Menschen mit geringem Selbstwertgefühl, sind dazu oft nicht in der Lage. Sprechen Sie in Unterhaltungen stolz an, was Sie gut können (das ist keine „Prahlerei“, sondern eine sinnvolle Alternative zum „Jammern“). Gehen Sie aufrecht, selbstbewusst und mit Blickkontakt auf eine fremde Person zu, um auszuprobieren, ob diese Ihnen ausweicht.

Sich in den Mittelpunkt stellen

Treten Sie aus Ihrem Schattendasein. Üben Sie ab und zu, sich konsequent zu zeigen bzw. regelrecht aufzufallen. Lassen Sie beispielsweise im Restaurant laut ein Besteckteil auf den Boden fallen. Probieren Sie in Geschäften mehrere Kleider aus, ohne diese zu kaufen. Rufen Sie in der Öffentlichkeit einem entfernt stehenden Bekannten laut etwas zu. Tragen Sie Kleidungsstücke, die Aufsehen erregen. Bitten Sie an Warteschlangen vor Kassen, Sie vorzulassen. Üben Sie vor anderen Menschen Dinge, die Sie noch nicht so gut können. Pfeifen oder singen Sie auf der Straße laut vor sich hin. Üben Sie, anderen Ihr Befinden und Ihre Gedanken mitzuteilen.

Selbstbild laufend überprüfen und verbessern

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, andere Menschen um positive Rückmeldungen (Beobachtungen) zu Ihrer Person bitten („Was gefällt dir an mir?“ „Was kann ich aus deiner Sicht besonders gut?“). Bedanken Sie sich freundlich für Komplimente und verkneifen Sie sich weitere (oft nur abwertende) Kommentare. Befreien Sie sich von dem auf Scham beruhenden Denkautomatismus „Was werden die anderen wohl denken bzw. von mir erwarten?“ Kümmern Sie sich weniger um die anderen und mehr um sich selbst. Beziehen Sie nicht alles Mögliche auf sich. Unterscheiden Sie zwischen Ihrem Wert als Mensch und dem Wert Ihrer Leistungen. Selbst wenn ein anderer etwas von Ihnen denkt (was seltener sein wird, als Sie vermuten!), ist und bleibt es die bloße Meinung eines anderen. Eine solche Meinung verändert noch lange nicht Ihre Persönlichkeit! Entscheiden Sie selbst, ob Sie diese Meinung teilen wollen. Außerdem: Wenn Sie sich dauernd fragen, was die anderen denken, nehmen Sie sich zumindest in diesem Punkt zu wichtig! Überhaupt beschäftigen sich Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen meist mehr mit sich selbst als Personen ohne dieses Problem. Trotz der intensiveren Selbstbeschäftigung nehmen sie sich selbst verzerrt oder teilweise auch gar nicht wahr. Denn es fällt ihnen schwer, unvoreingenommen in sich hinein zu spüren.
 

Quelle: http://www.dr-mueck.de/HM_Depression/Selbstwertgefuehl_verbessern.htm

GESTERN - HEUTE - MORGEN

 

Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten. Zwei Tage, die wir freihalten sollten von Angst und Bedrückung.

Einer dieser Tage ist Gestern mit all seinen Fehlern und Sorgen, geistigen und körperlichen Schmerzen. Das Gestern ist nicht mehr unter unserer Kontrolle! Alles Geld dieser Welt kann das Gestern nicht zurückbringen; wir können keine einzige Tat, die wir getan haben, ungeschehen machen. Wir können nicht ein Wort zurücknehmen, das wir gesagt haben. Das Gestern ist vorbei!

Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten, ist das Morgen mit seinen möglichen Gefahren, Lasten, grossen Versprechungen und weniger guten Leistungen. Auch das Morgen haben wir nicht unter unserer sofortigen Kontrolle.

Morgen wird die Sonne aufgehen, entweder in ihrem vollen Glanz oder hinter einer Wolkenwand. Aber eins steht fest: Sie  wird  aufgehen! Bis sie aufgeht, sollten wir uns nicht über Morgen Sorgen machen, weil Morgen noch nicht geboren ist.

Da bleibt nur ein Tag übrig: Heute! 
Jeder Mensch kann nur die Schlacht von einem Tag schlagen. Dass wir zusammenbrechen geschieht nur, wenn Du und ich die Last dieser zwei fürchterlichen Ewigkeiten - gestern und morgen - zusammenfügen.

Es ist nicht die Erfahrung von heute, die die Menschen verrückt macht; es ist die Reue und Verbitterung für etwas, was gestern geschehen ist, oder die Furcht vor dem, was das Morgen wieder bringen wird.

 

 

Quelle: http://www.12steps.de/content/view/72/51/

DEPRESSION: NEUE ERKENNTNISSE ÜBER DIE MÄNNER

Und plötzlich rastet Mann aus

Von Lajos Schöne 1. September 2007, 00:00 Uhr

Wenn Frauen depressiv sind, zeigen sie sich mutlos, grübelnd, unglücklich. Männer dagegen reagieren ganz anders: Sie werden aggressiv, bekommen Wutanfälle. Männer ticken anders als Frauen - sie ticken auch anders aus.

Der Stau steht still, es geht überhaupt nicht weiter, die meisten fluchen in ihrem Auto leise vor sich hin. Doch einem platzt plötzlich der Kragen: Er hupt wie von Sinnen, schreit mit hochrotem Kopf und mit vor Wut entstellten Gesichtszügen wüst herum. "Wohl verrückt geworden", denken die anderen und tippen sich an die Stirn.

Nicht verrückt, aber vielleicht seelisch krank, könnte die Diagnose eines Psychiaters lauten: Der sinnlose Ausbruch der aggressiven Wut könnte typischer Ausdruck einer Depression sein. Das seelische Leiden kann sich nämlich nach neueren Erkenntnissen bei Männern auch mit Ärgerattacken und Wutausbrüchen äußern.

Nach aktuellen Schätzungen leiden bis zu 17 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an depressiven Störungen, deren Anlass sich niemand richtig erklären kann. Frauen galten bisher als etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Das ist möglicherweise ein Trugschluss: Es deutet viel darauf hin, dass Depressionen bei Männern seltener erkannt werden.

Privat-Dozentin Dr. Anne Maria Möller-Leimkühler von der Psychiatrischen Klinik der LMU München stellt dazu fest: "Da Männer aufgrund maskuliner Rollenklischees dazu neigen, als weiblich geltende depressive Symptome zu dissimulieren (= zu verbergen) bzw. anhand rollenkonformer Stressverarbeitungsstrategien abzuwehren, ist das Risiko groß, dass Depressionen bei Männern nicht rechtzeitig erkannt werden".

Die möglichen Gründe: Die meisten Männer scheuen den Gang zum Arzt, und selbst wenn sie seine Hilfe in Anspruch nehmen, reden sie fast nie über psychische Probleme. Möller-Leimkühler: "Stattdessen wird über körperliche Beschwerden geklagt. Vor dem Hintergrund traditioneller Normen ist ein solches Vermeidungsverhalten nicht verwunderlich, da es gilt, (bedrohte) männliche Identität aufrechtzuerhalten. Die traditionelle männliche Geschlechtsrolle erfordert die Bewältigung von Gefahren, Bedrohungen und Schwierigkeiten, ohne dass die damit verbundenen Ängste und Probleme wahrgenommen bzw. zugegeben werden dürfen. Hilfesuche ist im Männlichkeitsstereotyp nicht vorgesehen." Eine weitere Ursache liegt in der unterschiedlichen Manifestation der Depression bei Frauen und Männern. So ergab eine Untersuchung der Münchener Psychiaterin bei 656 stationär behandelten Männern und 1755 Frauen deutliche Unterschiede in der Häufigkeit ihrer Symptome: Während die Männer vor allem über Schlafstörungen klagten, waren bei Frauen Müdigkeit und Antriebslosigkeit die Hauptsymptome. Bei den Männern fanden sich häufiger die Symptommuster "Irritabilität", "Aggressivität" und "antisoziales Verhalten", bei Frauen dagegen "Unruhe", "depressive Verstimmung" und "Klagsamkeit".

Bisher existieren erst wenige Untersuchungen der "männlichen Depression". Sie kommen zu dem Schluss, dass sich die wichtigsten Kernsymptome der Depression bei beiden Geschlechtern nicht allzusehr voneinander unterscheiden. Bei Männern gibt es jedoch deutliche Hinweise auf eine männliche Variante der Störung. Es sind: Reizbarkeit und Verstimmung; schnelles Aufbrausen (niedrige Impulskontrolle); Wutanfälle und Ärgerattacken; Unzufriedenheit mit sich selbst und anderen; Neigung zu Vorwürfen und nachtragendem Verhalten; verdeckte oder offene Feindseligkeit; geringe Stresstoleranz; Neigung zu häuslicher Gewalt; hohe Risikobereitschaft; exzessives Sporttreiben (z.B. Marathon); sozial unangepasstes Verhalten; vermehrter bis exzessiver Alkohol- und Nikotinkonsum; erhöhtes Selbstmordrisiko.

Anne Maria Möller-Lehmkühler zitiert dazu im Fachblatt "Der Neurologe & Psychiater" (Heft 11/06) die satirische Bemerkung der amerikanischen Komödiantin Elayne Boosler: "Wenn Frauen depressiv sind, dann fangen sie an zu essen, oder sie gehen zum Shopping. Depressive Männer überfallen fremde Länder."

In den vergangenen Jahren hat es erfreuliche Erfolge in der Behandlung depressiver Zustände durch Psycho- und Soziotherapie gegeben, vor allem aber durch neue Medikamente. Die synthetischen Präparate wie trizyklische Antidepressiva und Psychostimulanzien müssen mindestens einige Wochen lang regelmäßig eingenommen werden, bevor ihre Wirkung einsetzt. Die Nebenwirkungen unterscheiden sich je nach Art des Medikaments. Häufig sind Schläfrigkeit und Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, Harnverhalt, Verstopfung und Verwirrungszustände. Sexuelle Funktionsstörungen kommen ebenfalls vor.

Es sind auch ungewöhnliche Therapieverfahren entwickelt worden, wie zum Beispiel die Behandlung mit Schlafentzug oder die Lichttherapie bei winterlichen Depressionen. Bei schwersten Depressionen, die durch andere Maßnahmen nicht zu beeinflussen sind, wird auch die Elektrokrampf-Therapie eingesetzt.

Seit Ende der 80er-Jahre hat auch das Johanniskraut eine Renaissance als Antidepressivum erlebt. Kontrollierte wissenschaftliche Untersuchungen mit standardisierten Extrakten der Pflanze haben ihr zur längst fälligen wissenschaftlichen Anerkennung verholfen. Johanniskraut gilt heute als das am besten verträgliche Mittel bei leichten und mittelschweren Depressionen und Angstzuständen.

Leider hat die vorletzte Gesundheitsreform gerade im Falle dieses Medikaments für ziemliche Verwirrung gesorgt. Obwohl Johanniskrautpräparate am besten gegen leichte und mittelschwere Depressionen geeignet sind, darf sie der Arzt bei leichteren Depressionen nicht auf einem Kassenrezept verordnen, sondern nur auf dem Grünen Rezept oder einem Privatrezept. Erstattungsfähig ist der Einsatz von Johanniskraut nur bei mittelschweren Depressionen. Kommentar des Münchener Allgemeinmediziners Dr. Erwin Häringer: "Das ist für mich nicht nachvollziehbar: Ich muss jetzt einem Patienten mit einer leichteren Depression ein chemisch-synthetisches Antidepressivum verordnen und kann ihm erst, wenn sich sein Zustand verschlechtert, Johanniskraut geben. Das ist doch absurd!"

Seelische Erkrankungen sind heute der häufigste Grund für eine Frührente. Rund 18 Prozent der Männer und fast 30 Prozent der Frauen gehen deshalb vorzeitig in Rente. Zudem gehen jährlich elf Millionen Tage Arbeitsunfähigkeit auf das Konto depressiver Erkrankungen. Besonders betroffen sind die Lehrer. Jedes Jahr geben in Deutschland zwischen 5000 und 9000 verbeamtete Lehrkräfte aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig ihren Beruf auf, durchschnittlich zehn Jahre vor Erreichen des 65. Lebensjahres - mehr als die Hälfte von ihnen geht aufgrund einer Depression.

 

Quelle: http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/medizin/article487852/Und-ploetzlich-rastet-Mann-aus.html

 Die wichtigsten Psychopharmaka im Überblick

Im Folgenden soll ein Überblick der wichtigsten Psychopharmaka-Gruppen gegeben werden.
Auf Grund der unüberschaubaren Vielfalt werden nur die wichtigsten Gruppen angeführt. Daneben gibt es noch zahlreiche neuere oder noch wenig erprobte Medikamente oder Präparate, die keiner speziellen Wirkstoffgruppe zugeordnet sind.
Psychopharmaka sind Substanzen, welche in die Regulation zentral-nervöser Funktionen eingreifen und seelische Abläufe verändern -psychotrope Effekte bewirken. Sie haben keine “heilende” Wirkung, sondern unterdrücken die Symptome.
Wichtig ist die Feststellung, dass Neuroleptika und Antidepressiva einen verzögerten Wirkeintritt haben, während die Nebenwirkungen bereits kurz nach Beginn der Einnahme auftreten können. Auch die antispsychotische/ psychotrope Wirkung tritt oft erst nach Wochen ein, während z.B. eine antriebssteigernde/beruhigende Wirkung relativ schnell eintritt.

Psychotrope Wirkung bedeutet:
...Beruhigung
...Aktivierung
...Veränderung der Stimmung
...Unterdrückung psychotischer Phänomene (Halluzinationen, motorische Erregung, Wahn)

Psychopharmaka verändern neurophysiologische oder biochemische Vorgänge und haben damit indirekt Einfluss auf die Psyche des Menschen.
Damit verbunden ist aber auch oft, zumindest am Anfang der Behandlung, eine mehr oder weniger starke Beeinträchtigung des Reaktions- Konzentrationsvermögens, der motorischen Fähigkeiten und der Vigilanz (Wachheit). Vor allem gleichzeitiger Alkoholgenuss und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln können diese Wirkung wesentlich verstärken.
Gerade bei Hypnotika und Tranquillizer kommt es je nach Wirkdauer zu sogenannten “Hang-Over-Effekten”. Das heisst die beruhigende, schlaffördernde Wirkung ist auch am nächsten Morgen oder den ganzen Tag noch zu verspüren, was tagsüber zu unerwünschter Beinträchtigung führen kann. Dies muss am Therapiebeginn berücksichtigt werden und eine evtl. verminderte Fahr- und Arbeitstauglichkeit einkalkuliert werden.
Ein Thema ist hierbei sicherlich auch der
“Placebo-Effekt”. D.h. die psychische positive Wirkung eines Medikamentengabe nur durch die Erwartung und den Glauben des Patienten an den Erfolg
der Arznei, unabhängig von deren tatsächlicher physischer Wirkung. 
Dieser wird sehr kontrovers diskutiert, letzten Endes sind aber wohl kaum stichhaltige Fakten vorhanden, wieviel % der Wirkung eines Psychopharmaka auf Placebo-Effekten beruht. Man darf aber wohl sagen, je ausgeprägter und schwerer die Krankheit, vor allem psychotischer Ausprägung, um so geringer der Effekt.
Oder umgekehrt: Bei leichteren Erkrankungen, vor allem im nicht-psychotischen Bereich, spielt der Placebo-Effekt eine sicherlich grössere Rolle. Schon die Gewissheit des Patienten, nicht alleine zu sein, sich in guten Händen zu befinden, kann ihm unabhängig von der Wirkung eines Arzneimittels helfen bei der Bewältigung seiner Probleme. Auf diesem Prinzip beruht ja zumindest zum Teil auch die Psychotherapie an sich.
 
Psychopharmaka gehören heute zu den am meisten verordneten Medikamenten und ermöglichen es, viele psychiatrische Krankheiten ambulant zu behandeln. Einsatz finden sie auch in der Prophylaxe, um einen Wiederausbruch der Erkrankung zu unterdrücken.
Kaum eine andere Medikamentengruppe aber wird auch so kontrovers diskutiert und ist durch missbräuchlichen Einsatz in Verruf geraten. Vor allem der nicht bestimmungsgemässe Einsatz von Tranquillizern, Appetitzüglern, Hypnotika und Psychostimulanzien aller Art begründen den teilweise schlechten Ruf dieser Wirkstoffgruppe.
Vorurteile gegen “Psychodrogen, medikamentöse Konfliktlöser” bedingen nicht selten die Absetzung eines Medikamentes mit den entsprechenden negativen Folgen, nämlich dem Wiederausbruch oder der Verschlimmerung einer psychischen Störung.

Wesentlich ist der Einsatz dieser Medikamente im Rahmen eines Gesamt-Behandlungsplans.
Die Gabe von Psychopharmaka ohne begleitende therapeut
ische und fürsorgliche Massnahmen, ohne Einbeziehung des sozialen, familiären Umfeldes in die Behandlung ist nicht empfehlenswert.
Vor allem im Zusammenhang mit begleitender Therapie erzielen Psychopharmaka gute Ergebnisse
in der Behandlung. Wichtig ist dabei auch eine regelmässige Kontrolle und gegebenfalls Dosisanpassung.

       hauptsächliche Einsatzbereiche:

 

 

 Tranquillizer

 Antidepressiva

  Neuroleptika

  Hypnotika

Schlafstörungen

      -

 depressionsbedingt         +

      -

      +

Erregungszustände

      +

      -

      +

      -

Angst/Panikstörungen

      +

      +

      -

      -

Zwangsstörungen

       -

      + 

      -

      -

Depressionen

      -

      +

      + 

      +

Psychosen, Manie Schizophrenien

      -

      -

      +

      -

 Die wesentlichen Gruppen sind:

Tranquillizer:

-sind Psychopharmaka mit angstlösender, schlaffördernder, beruhigender und emotional entspannender Wirkung. Sie wirken aber nicht antipsychotisch, sind also bei Psychosen mit positiver Symptomatik (Wahn, Halluzinationen) nicht therapeutisch wirksam.
Sie werden bevorzugt bei Angst- und Erregungszuständen, abnormen Konflikt- und Erlebnisreaktionen, Spannungszuständen, suizidalen Krisen und Schlafstörungen eingesetzt.
Die Wirkung setzt sehr rasch ein.
Die Verabreichung erfolgt mit der möglichst niedrigen Einstiegsdosierung und entsprechender Steigerung , umgekehrt wird das Medikament mit kleiner werdender Dosierung abgesetzt.
Insgesamt sollte die Verabreichung nur kurzfristig (max.3Monate) erfolgen.

Man unterscheidet hierbei
 
-pflanzliche Sedativa: 
Kavain, Baldrian, Hopfen die bei leichteren Symptomen wie ängstlicher Unruhe, Gereizheit oder Nervösität versuchsweise eingesetzt werden können. In Tropfenform enthalten diese Mittel oft wie viele andere auch Alkohol. Deswegen sind diese für Alkoholiker nicht geeignet.

-niedrig dosierte/schwach potente Neuroleptika:
diese erzielen die gleiche Wirkung mit dem Vorteil des fehlenden Abhängigkeitspotentials aber mit
stärker ausgeprägten Nebenwirkungen

-sonstige anxiolytisch (angstlösend) wirksame Substanzen:    
am bekanntesten sind Betarezeptorenblocker, die vor allem bei situationsabhängigen
und vegetativen Symptomen (Herzrasen,Luftnot,Zittern) eingesetzt werden, in den letzten Jahren vor allem von Schauspielern,Prüflingen,Sportlern verwendet zur Überwindung von Lampenfieber,Prüfungsangst
Eine zentral angstdämpfende Wirkung ist aber umstritten.
       
- chemisch neuartige(non-Benzodiazepin)-Tranquillizer:
z.B.Buspirin ist nicht muskelrelaxierend nicht sedierend, nic
ht schlafanstossend. Verwendung bei generaliesierten Angststörungen.Für die akute Behandlung ist es wegen seiner langen
Wirklatenz (ca.14Tage) nicht geeignet.

-Benzodiazepin-Tranquillizer: 
sind die wichtigste und am meisten verbreitete Gruppe von Tranquillizern. Sie wirken unterschiedlich stark sedierend muskelrelaxierend,angstlösend und finden auch Anwendung bei der Behandlung von Epilepsien.Sie zeichnen sich durch relativ gute Verträglichkeit und ein breitgefächertes therapeutisches Einsatzgebiet aus.Vor allem am Beginn der Therapie kann es aber zu verlangsamten Reaktionszeiten, Müdigkeit und Aufmerksamkeitsdefiziten kommen, wodurch die Fahrtüchtigkeit herabgesetzt ist.
Es besteht auch die Gefahr einer psychischen und körperlichen Abhängigkeitsentwicklung., weswegen sie auf keinen Fall bei abhängigkeitsgefährdeten Patienten (Alkohol,Drogen) eingesetzt werden sollten.
Vor allem nach mehrmonatiger Einnahme kann es zu
 Entzugserscheinungen kommen:
-Schwitzen, Übelkeit, Kreislaufstörungen, Konzentrations- /
-Antriebsstörungen, Schlaflosigkeit
-in schweren Fällen(ca20%) Delirien, paranoide Halluzinationen, Krampfanfälle, Wahrnehmungsveränderungen
Zur Vermeidung ist eine schrittweise Dosisreduzierung über Wochen wichtig.
Benzodiazepine werden auch begleitend bei schwer ängstlich agitierten oder reaktiven bzw. suizidalen Depressionen, in der Notfallmedizin (Herzinfarkt) oder zur Narkoseeinleitung eingesetzt.

mögliche Nebenwirkungen:
-Konzentrationsminderung, Schwindel, Appetit/Sexualstörungen
-Gedächtnisstörungen, Erregung/Unruhe(Paradoxwirkung)Artikulationsstörungen

Paradoxe Medikamentenfolgen: Insbesondere im höheren Lebensalter kann es zu paradoxen Nebenwirkungen kommen. D.h. es wird genau die entgegengesetzte Wirkung erzielt. Die Betroffenen fühlen sich belebt und erfrischt, sodann unruhig, überdreht, gereizt oder sogar aggressiv. Auch Ein- und Durchschlafstörungen können vorkommen.

Wohl bekanntestes Medikament diese Gruppe dürfte Valium (Wirkstoff Diazepam) sein
Ihre Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer Verstärkung der Wirkung des Botenstoffs GABA.

                    Hypnotika (Schlafmittel)

-stellen keine eigene scharf abgegrenzte Arzneimittelgruppe dar.
So bezeichnet werden alle Medikamente, die Schlaf erzeugen.
Somit gehören hierzu auch Tranquillizer,sedierende Antidepressiva,Neuroleptika, Antihistaminika und andere sedierende Arzneimittel. Wesentlich für die Benennung als Schlafmittel ist im Prinzip die Dosierung und der Einsatz mit dem Ziel der Therapie von Schlafstörungen.

In diese Gruppe fallen auch die Barbiturate. Sie sind wirksame Schlafmittel, werden aber nicht mehr zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Sie haben bei Überdosierung eine hohe Toxidität und können in suizidaler Menge zum Tod führen. Meist kommt es auch zu einer kurzfristigen Toleranzentwicklung, d.h. die Dosis muss -um die gleiche Wirkung weiterhin zu erzielen- erhöht werden, weshalb das Abhängigkeitsrisiko hoch ist.

Der Einsatz von Schlafmitteln über längere Zeit ist nicht sinnvoll, da diese i.d.R. nicht die Ursachen der Schlafstörungen beseitigen und zur Gewöhnung und zumindest psychischer Abhängigkeit führen können.
Wichtiger ist es, die Ursache der Schlafstörung zu erforschen. Diese können sehr vielfältig sein: Schichtarbeit, Lärm, körperliche Beschwerden, psych. Erkrankungen (z.B. Depressionen, Angst, belastende Lebensumstände), Nebenwirkungen anderer Arzeimittel, Evtl. kann bereits eine Veränderung der Lebensgewohnheiten, der Ernährung und die Förderung der natürlichen Ermüdung durch Sport helfen.
Gerade bei Schlafstörungen können auch Entspannungmethoden oder verhaltenstherapeutische Massnahmen angewendet werden.
Erst wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind, sollten Hypnotika zum Einsatz kommen und auch dann natürlich nicht auf Dauer.

Antidepressiva: Neuroleptika(Antipsychotika):

-sind Psychopharmaka, die vorwiegend dämpfend wirken und darüber hinaus eine antipsychotische Wirkung haben. Die sedierende und hypnotische Wirkung nimmt mit zunehmend antipsychotischer Wirkung ab.Ihr klinisch-therapeutischer Effekt beruht auf der dämpfenden Wirkung auf
-psychomotorische Erregtheit, psychotische Sinnestäuschungen,Wahndenken, katatone           Verhaltensstörungen, affektive Spannungen, Aggressivität und schizophrene Ich-Störungen.

Haupteinsatzgebiet sind psychomotorische Störungen, affektive Spannung und psychotische Denk- und Wahrnehmungsstörungen.
Anwendung finden sie neben der Akutbehandlung auch zur Rezidivprophylaxe bei schizophrenen Patienten, um einer Wiedererkrankung vorzubeugen. Hierbei werden oftmals Depotpräparate eingesetzt, die ihre Wirkstoffe über einen längeren Zeitraum abgeben.


Sie werden unterteilt in
...hochpotente Neuroleptika:
zur Behandlung psychotischer Zustandsbilder. Dazu gehören produktive Symptome wie Wahn, Denkstörungen, Halluzinationen, Sinnestäuschungen. Die sedierende Wirkung ist gering.
...schwachpotente Neuroleptika: 
mit vorwiegend dämpfender und hypnotischer Wirkung bei psychomotorischen Erregungszuständen. Dazwischen liegen die weniger spezifischen mittelpotenten Neuroleptika mit sowohl sedierender als auch antipsychotischer Wirkung

Da oftmals mehrere Symptome nebeneinander existieren, kann auch die Kombination eines hoch- mit einem schwachpotenten Mittel angeraten sein. Die Kombinationstherapie führt aber zu einer höheren Belastung des Patienten und sollte nur in Fällen ausgeprägter Angst/Erregung geschehen.

Die Gefahr einer Abhängigkeit besteht nicht.
Mögliche Nebenwirkungen: 
typisch vor allem für schwachpotente Mittel sind vegetative Symptome wie Mundtrockenheit, Schwitzen, Speichelfluss, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, motorische Unruhe, leichte Blutdrucksenkung
Bei hochpotenten Mitteln sind die wichtigsten Nebenwirkungen
         extrapyramidal-motorische Symptome:
   Exkus: Die Pyramidenbahnen sind Teil des zentralen Nervens
ystems und steuern die Willkürmotorik, die Muskelreflexe
Bei 10-30% der Patienten kommt es innerhalb der ersten Tage zu sogenannten Frühdyskinesien wie Blickkrämpfen, Bewegungsstörungen der Extremitäten, Sprechstörungen, Kiefersperre, Schiefhals.
Ab der zweiten Woche kann ein neuroleptikabedingtes Parkinson-Syndrom mit Zittern, wächserner Erstarrung und Bewegungslosigkeit hinzukommen.
Durch die Gabe anticholinerg wirkender Parkinson-Mitteln bilden sich diese Symptome aber i.d.R. zurück.
Bei Langzeitbehandlungen kommt es gelegentlich vor allem bei älteren oder zerebral vorgeschädigten Patienten zu Spätdyskinesien wie Tics, Zuckungen, Schaukelbewegungen, Bewegungsstörungen. Diese sind oft irreversibel, weswegen bei Auffälligkeiten dieser Art sofort durch Dosisregulierung oder Umstellung auf ein anderes Neuroleptika gegengesteuert werden muss.
Die oben erwähnten Parkinsonmittel sind hier wirkungslos, Benzodiazepine können manchmal helfen. Nach längerer Behandlungsdauer kann es auch zu äusserst quälender Sitz- oder Bewegungsunruhe kommen (Akathisie/Tasikinesie). Hier hilft nur Dosisreduktion bzw. Wechsel auf ein anderes Mittel.

Wirkungsweise:
Neuroleptika greifen vor allem regulierend in den Dopaminhaushalt ein über die Blockade der entsprechenden Rezeptoren.
Sie steuern somit einer dopaminergen Überfunktion entgegen, vor allem im Bereich der mesolimbisch-mesocorticalen Bahnen, die eng mit dem limbischen System verknüpft sind. Dies sei hier nur erwähnt, weil dieser Bereich des Gehirns mit Gedächtnis-,Lern- und
affektiven Funktionen(Emotionskontrolle) in Verbindung gebracht wird. Geringeren Einfluss haben sie aber auch auf andere Botenstoffe (Serotonin, Histamin, Acetylcholin, Noradrenalin)
Die Wirkung dieser typischen Neuroleptika zielt vor allem auf die Positi
vsymptomatik des Psychose (Wahn, Sinnestäuschungen etc.)

Daneben gibt es inzwischen sogenannte atypische Neuroleptika/Antipsychotika, welche gezielter die Minussymptomatik (mangelnder Antrieb,Intresse-/Gefühlsmangel. etc.) beeinflussen. Sie haben keine oder geringere extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen, können zu Gewichtszunahme führen und sind aber noch relativ neu auf dem Markt.

Kurz erwähnt werden sollen hier auch zwei weitere Hauptgruppen:

                           Antidementiva/Nootropika
Diese Arzneimittel sollen bestimmte Hirnfunktionen wie Gedächtnis, Lern- Denk- und Konzentrationsfähigkeit verbessern -oder zumindest stabilisieren.
Wichtigste Zielgruppe sind geriatrische (ältere) Patienten, bei denen es im Rahmen des geistigen, zerebralen Abbauprozesses zu chronischen dementiellen Schädigungen kommt. Im Vordergrund steht eine Stoffwechselverbesserung der noch nicht degenerierten Gehinzellen.
Die Anzahl der Präparate ist zahlreich und unterschiedlich in ihren -vermuteten- Wirkweisen, die Wirkmechanismen sind häufig noch hypothetisch
Bei Alzheimer-Patienten z.B. geht man von einer Störung im Acetylcholinhaushalt aus, auf welche die Medikamente gegensteuernden Einfluss haben sollen.
Leider haben die momentanen Mittel überwiegend erhaltende Funktion und wirken kaum bei schweren Demenzen. Bereits erfolgte zerebrale Schädigungen könne i.d.R. nicht mehr mit Erfolg behandelt werden. Die Forschung steht in diesem Bereich noch am Anfang. Neben der Gabe von Medikamenten ist zur Erhaltung oder der Verlangsamung des geistigen Abbauprozesses die psychosoziale Betreuung der Kranken wesentlich. Gedächtnis- und Konzentrationstraining sowie körperliche Aktivität sind wesentliche Therapieinhalte.

                       Psychostimulanzien

 -wirken vorwiegend antriebsstimulierend, psychisch anregend und zumindest kurzfristig leistung- und konzentrationssteigernd. In höheren Dosen wirken sie euphorisierend. Teilweise führen sie zu unterdrücktem Hungergefühl und geringerem Schlafbedürfnis.  In diese Gruppe fallen zahlreiche chemisch unterschiedliche Stoffe, Koffein und Nikotin ebenso wie die Droge Kokain.
Eine der bekanntesten Gruppen dürften die Amphetamine sein, die bereits seit langem oftmals illegal zur Leistungssteigerung verwendet werden.
Entzugssymptome sind vor allem Erschöpfung, Schlafstörungen, depressive Verstimmung, Angst und Erregungszustände die teilweise Monate dauern können.
Überdosen können zu Herz-/Kreislaufstörungen ,Schwitzen, hohem Fieber und Krampfanfällen führen. Weiterhin können psychotische Symptome wie optische Halluzinationen und Verfolgungswahn auftreten. Mit Neuroleptika können diese Psychosen erfolgreich behandelt werden.
Therapeutischen Einsatz finden Sie überwiegend nur noch bei Narkolepsie (zwanghaften Schlafanfällen) sowie hyperkinetischen Syndromen bei Kindern. Bekannt (und auch umstritten) ist das amphetaminähnliche Mittel Ritalin, Kinder werden hierdurch motorisch ruhiger und konzentrierter.
Speziell hier wurde eine physische Abhängigkeit noch nicht beobachtet.

 

Quelle: http://www.terrapie.de/html/psychopharmaka.html

Die Klangmassage

Entstehungshintergrund

Peter Hess hat die Klangmassage in den 80er Jahren entwickelt. Auf der Suche nach alternativen Heilmethoden unternahm er zahlreiche Reisen nach Indien, Nepal und Tibet. Erlebnisse bei traditionellen Heilern und Beobachtungen bei den Newar, der ältesten Volksgruppe im Kathmandu-Tal, ließen ihn die große Bedeutung der Klänge im traditionellen Heilwesen erkennen. Peter Hess erlebte auf seinen Reisen am eigenen Leib, wie stark Klänge wirken können - heilend, aber auch in ihrer negativen Wirkung; denn alles auf dieser Welt ist von Polarität gekennzeichnet.
Wieder zurückgekehrt in Deutschland, gab er sein neu erworbenes Wissen und seine Erfahrungen weiter. In Nepal hatte er die Klangschalen kennen gelernt und die Idee entwickelt, dass sie ein ideales Medium sein müssten, um die heilsame Wirkung der Klänge für die Menschen im Wesen erfahrbar zu machen. Die Idee fand schnell Realisierung in ersten Seminaren und die positiven Ergebnisse führten zu einer raschen Weiterentwicklung seiner Methode. Es entwickelte sich ein flexibles System aus Rückmeldungen aus der Praxis und Weiterentwicklung der Methode – denn wie der Klang selbst, so sind auch die Peter Hess-Klangmethoden in Bewegung.
Heute wird die Peter Hess-Klangmassage in zahlreichen Berufsfeldern aus den Bereichen Pädagogik, Beratung, Therapie und Medizin erfolgreich eingesetzt. Das umfangreiche Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot des Peter Hess Institutes spiegelt die zahlreichen Möglichkeiten des professionellen Einsatzes von Klangmassage und Klangschalen wider. Dieses Angebot ermöglicht eine berufliche Kompetenzerweiterung im Einsatz der Klänge auf hohem Niveau.

Was ist eigentlich eine Klangmassage und was sind ihre zentralen Wirkungsmerkmale?

Stark vereinfacht gesagt, werden bei einer Klangmassage Klangschalen auf den bekleideten Körper aufgestellt und behutsam angeschlagen. Die sanften und harmonischen Klänge werden über das Gehör aufgenommen und führen schnell in eine tiefe Entspannung. Die rhythmischen Klangschwingungen übertragen sich auf den Körper und erzeugen eine feine Vibration, die oft wie eine Art „Massage“ beschrieben wird. Während einer Klangmassage entsteht eine Atmosphäre von Sicherheit und Geborgenheit, in der es möglich ist loszulassen - loszulassen von Stress, Ängsten, Sorgen, Zweifeln und ähnlichen Gefühlen, die sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. In dieser wohltuenden Atmosphäre können wir wieder in Kontakt mit unseren Bedürfnissen, unserer „inneren Weisheit“ kommen. Wir erleben unseren Körper in einem wohligen Gefühl - nehmen ihn vielleicht seit längerer Zeit erstmals wieder bewusst wahr. Die oft kreisenden Gedanken kommen zur Ruhe und unsere Seele erfährt Raum zur Entfaltung. Dies sind zentrale Aspekte für eine Gesundheit im ganzheitlichen Sinne. Sie sind die Basis für die Gestaltung eines freudigen, selbstbestimmten und kreativen Lebens. Aus den jahrzehntelangen Erfahrungen aus der Praxis lassen sich folgende Wirkmerkmale zusammenfassen:

  • Ganzheitliche Methode - spricht Körper, Seele und Geist an
  • Gibt umfassendes Klangangebot durch die vielfältigen obertonreichen, harmonischen und natürlichen Klänge der Klangschalen
  • Bewirkt tiefe Entspannung
  • Stärkt das ursprüngliche Vertrauen des Menschen
  • Erleichtert das Loslassen
  • Trägt zur Gesundheitsförderung bei: Harmonisierung, Regeneration und Vitalisierung
  • Unterstützt und verbessert die Körperwahrnehmung
  • Ermöglicht Zugang und Nutzung eigener Ressourcen
  • Stärkt Selbstbewusstsein, Kreativität, Schaffenskraft und Motivation
  • Die Wirkung der Klänge ist dabei sehr komplex. Auch wenn die Methode auf den ersten Blick sehr einfach erscheint, bedarf ihr Einsatz eines fundierten Wissens rund um die Wirkung der Klänge und Selbsterfahrung, um sie individuell, gezielt und sicher zum Wohle des Klienten anwenden zu können.
  • Der Ansatz und das Menschenbild der Peter Hess-Klangmethoden

    Unter dem Begriff Peter Hess-Klangmethoden sind die Peter Hess-Klangmassage und alle auf ihr aufbauenden Methoden zusammengefasst. Die verschiedenen Peter Hess-Klangmethoden stellen eine Spezialisierung des Einsatzes der Klangmassage in verschiedenen Arbeitsfeldern dar.
    Die Peter Hess-Klangmassage versteht sich in erster Linie als ganzheitliche Entspannungsmethode. In der Hand einer entsprechend weitergebildeten Fachkraft kann sie aber auch in den Bereichen Pädagogik, Beratung, Therapie und Medizin gezielt und effektiv zum Einsatz kommen.
    Die Peter Hess-Klangmethoden zielen dabei stets auf die Stärkung des Gesunden und gut Funktionierenden (vgl. Ansatz der Salutogenese). Die starke Lösungs- und Ressourcenorientierung dieser Methoden richtet den Fokus immer auf den ganzen Menschen mit all seinen Fähigkeiten und seinem Wissen - auch wenn ihm diese Ressourcen in manchen Lebenslagen nicht zugänglich sind. Tempo, Intensität und Wegrichtung in den Klangsitzungen ergeben sich immer in Abstimmung auf die Bedürfnisse des Klienten - er weiß (im Innersten) am besten, was für ihn gut ist (vgl. Menschenbild der humanistischen Psychologie). Unser Motto lautet dabei: Weniger ist mehr! Es geht weniger um ein zielgerichtetes Handeln, als viel mehr um die achtsame und liebevolle Begleitung eines Klienten/Patienten auf seinem individuellen Weg der Persönlichkeitsentwicklung, des Wachstums oder der Heilung.
    Aus der heutigen Forschung wissen wir, wie wichtig unsere inneren Bilder und unsere Intention für die Auswirkung einer Handlung sind. Daher wird in den Aus-, Fort- und Weiterbildungen des Peter Hess Institutes besonders großer Wert gelegt auf:

    • die Vermittlung von fundiertem Hintergrundwissen über die Wirkung der Klänge,
    • die Schulung der eigenen Resonanzfähigkeit (ausgehend von eigenen Erfahrungen mit Klang und in der Gruppe) sowie
    • die Schulung des Bewusstseins für die eigene Absicht.
  • Die berufliche Kompetenzerweiterung unserer Teilnehmer ist uns dabei genauso ein Anliegen wie das Erlernen der Methode, um das eigene Leben, den eigenen Alltag mit Klang zu bereichern.
  •  

    Quelle: http://www.peter-hess-institut.de/peter-hess-klangmassage.html

    SUIZID

    Die Lok hochheben

    Ein Lokführer überfuhr drei Menschen – die Erlebnisse haben ihn schwer traumatisiert, die Deutsche Bahn ließ dies völlig kalt.

    Von FOCUS-Redakteur Axel Spilcker

       Jährlich werfen sich etwa 1000 Menschen vor einen Zug Foto: Reuters

    "Ein junger Mann steigt rechts die Böschung hoch. Er hockt sich ins Bahngleis. Er blickt in die Richtung des Zuges. Dann bremse ich, gebe Sand dazu, gebe das Achtungssignal. In dem Augenblick möchte man die Lok hochheben. Der Blick des Jungen, das Platschen des Körpers ... Ich laufe an die Unfallstelle zurück. Die Leichenteile liegen verstreut in einem Radius von 100 Metern. Am schlimmsten ist dieser Geruch, der Geruch von den Leichenteilen.“

    Sosehr sich Rudolf Wilger auch bemüht: Er kann ihn nicht stoppen. Der Film läuft immer wieder ab, so als würde er wie von Geisterhand zurückgespult – und irgendjemand macht klick. Klick. Das traumatische Erlebnis Mitte Juli 1993 schiebt alle anderen Gedanken beiseite – Tag und Nacht.

    Wilger ist 52 Jahre alt. Lokführer von Beruf. Mehr als 30 Jahre lang bei der Deutschen Bahn, Schicht für Schicht, Kilometer für Kilometer. Er hat den Job geliebt. Einer jener Beamten, die das Wort Verantwortung ernst nehmen. So ernst, dass er heute um seinen Verstand ringt.

    2004 hat ihn die Bahn vorzeitig pensioniert. Wilger leidet unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Er kann nicht mehr in den Führerstand. Allein schon bei dem Gedanken steigt sein Blutdruck in den Risikobereich. Einen Bahnhof wird er nie mehr betreten, der Anblick von Gleisen löst bei ihm Panikattacken aus. Am Wochenende holt der Sohn ihn oft aus der psychiatrischen Klinik zum Besuch der Familie nach Steinfurt. Während der Fahrt kreuzt der Wagen Bahnübergänge. Zuweilen senkt sich die Schranke wie ein bedrohliches Schwert über sein Gemüt. Panisch reibt er sich die schweißnassen Hände: „Bitte, lieber Gott, mach, dass sie schnell wieder hochgehen.“

    Es hilft nichts. Als könnte er die Uhr danach stellen, springt in solchen Momenten der Filmprojektor wieder an. Eine zweite Sequenz des real geschehenen Albtraums drängt sich vor sein inneres Auge:

    „Dann fahre ich auf der Strecke Münster-Warendorf. Es ist der 30. April 1996. Am Brückenbauwerk tritt ein Mann hervor. Er legt sich mit dem Bauch auf die rechte Schiene. Ich bremse, Achtungssignal, und sage: nicht schon wieder. Der Aufprall mit dem Zug. Dann die Leiche. Der obere Torso liegt im Gleisbett, der untere im Graben. Und wieder dieser Leichengeruch.“

    In der Klinik hat er den grausigen Zweiteiler aufgeschrieben, er musste ihn aufschreiben, die
    Seele erleichtern, wenn es denn überhaupt leichter geht.

    Sechs schwere Dienstunfälle hat Wilger hinter sich, drei Menschen starben dabei. Der westfälische Lokführer gibt sich die Schuld für ihren Tod, obwohl er nichts dafür kann. So makaber es klingt: Wilger fühlt sich heute als Opfer von Selbstmördern. Er leidet wie ein Tier darunter. Oft trägt er sich mit Suizidgedanken, weil die Flashbacks ihn nicht in Ruhe lassen.

     

    Pro Jahr suchen etwa 1000 Menschen den Freitod auf der Schiene. Eine wahre Epidemie, die der Bahn schwer zu schaffen macht. Suizide treten häufig als Grund für Zugverspätungen auf. Und Verspätungen kosten Geld. Über die Höhe der Verluste spricht der Verkehrskonzern nicht, „um keine Nachahmer zu animieren“, heißt es.

     

    Es gibt viele Wilgers bei der DB, und kaum etwas anderes fürchten diese Bahnlenker mehr als Menschen, die plötzlich auf den Gleisen auftauchen. „Rein statistisch muss jeder Lokführer dreimal mit solch einem schrecklichen Erlebnis klarkommen“, weiß Michael Klein von der Bahngewerkschaft Transnet.

     

    Ein Kollege hat unlängst den Witwer einer 67-jährigen Selbstmörderin erfolgreich auf die Zahlung von 9000 Euro Schmerzensgeld verklagt. Die Frau hatte sich im Mai 2005 vor seinen Zug geworfen. Als Erbe der Rentnerin nahm das Landgericht Bückeburg deren Ehemann in die Pflicht. „Es gibt immer wieder Fälle, in denen die Lokführer nach so einem Ereignis nicht mehr zu ihrem eigentlichen Beruf zurückkehren können“, führt Arbeitnehmervertreter Klein aus. Für diese Leute habe die Bahn eine spezielle psychische Betreuung eingerichtet.

    Was ist aber, wenn einer sich nicht outet, wenn er alles mit sich selbst abmacht, den harten Mann markiert? Wenn Bahn-Ärzte nicht genau hinschauen und Beamte wie Wilger schnellstmöglich wieder diensttauglich schreiben. Zeit ist schließlich Geld.

    Wilger hat sich nie bei seinen Vorgesetzten beschwert. Im Gegenteil. Über Jahre hinweg nagten düstere Gedanken und Träume an seiner Seele, doch er ging zur Arbeit, so, als wäre nichts weiter. Nur kein „Weichei“ sein, nur ja niemanden mit den eigenen Problemen belasten: „Die anderen Kollegen, die dasselbe erlebt haben, können doch auch damit umgehen“, suchte er sich zu beruhigen. Aber können sie das wirklich? Über die traumatischen Filmsequenzen erzählte der Lokführer nichts – nicht den Betriebsmedizinern, nicht seinen beiden Söhnen, selbst seiner Frau nicht. Lange schwieg er, wie er heute weiß, „zu lange“.

    Wilger ist Anfang 20, als er zur Bahn kommt. Anstatt seinen Traum von der Seefahrerei zu erfüllen, lenkt er auf Anraten eines Verwandten Personenzüge durch die Republik. Die malerische Rheintour, vorbei an der Loreley nach Koblenz, mag er besonders.

     

    Als Wilger am 6. September 1975 mit dem Wagen nachts von der Schicht nach Hause fährt, taucht plötzlich eine Fußgängerin im Scheinwerferlicht auf. Wilgers Bremsversuche kommen zu spät. Der Körper der Frau klatscht gegen die Motorhaube. Die Mutter von zwei Kindern ist sofort tot.

     

    In der Nacht und am folgenden Tag redet der Unfallfahrer nicht viel. Er, der sonst immer für einen Witz, einen Lacher gut ist, einer, der mit seinen Kameraden aus dem örtlichen Schützenverein gern einmal das eine oder andere Bierchen wegputzt, sitzt psychisch auf dem Trockenen. Nach kurzer Zeit berappelt er sich wieder. Er verdrängt das düstere Erlebnis, packt es weg, gräbt es ein. Das Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr legt die Staatsanwaltschaft ein Jahr später zu den Akten. Wilger ist da längst wieder Herr der Schiene, genießt mit seiner frisch angetrauten Frau die Ovationen bei den Umzügen als Schützenkönig. Ein Mann, der aufgeht in Verein und Beruf. Selbst als sein zweiter Sohn Mitte der 80er-Jahre mit Down-Syndrom geboren wird, nimmt er den Schicksalsschlag gefasst auf. Die Nachricht von der schweren Behinderung seines Kindes erreicht ihn just an jenem Pfingstsonntag, an dem er auf dem Schützenfest mit seinen Kumpels auf die Geburt des Sprösslings anstößt.

    Weitere Risse bekommt das Nervenkostüm, als ein 17-jähriger Schüler sich 1993 vor seinen Zug wirft. Drei Jahre später überfährt Wilger einen lebensmüden Mann. Äußerlich wirkt der Lokführer nahezu unberührt, fortan schrecken ihn nachts jedoch Albträume auf.

    Im Februar 1997 rast Wilger mit dem Triebwagen RB 3578 auf einem unbeschrankten Bahnübergang bei Telgte in einen Traktor hinein. Er kann sich nur mit einem Sprung aus dem Führerhaus retten. Die Gabel des Traktors, dessen Fahrer überlebt, reißt den gesamten Zug auf. Obgleich er nervlich am Boden ist, verzichtet Wilger erneut auf eine längere Auszeit. Durch eine Schnellbremsung im Bahnhof Münster verhindert er im Juni 2000 den Tod eines Reisenden, der in den Schacht zwischen Zug und Bahnsteige gefallen war. Zwei Jahre später schliddert er mit seiner Lok durch den Bahnhof und kommt erst anderthalb Kilometer dahinter zum Stehen. Das Herbstlaub hatte die Schienen in eine spiegelglatte Rutschbahn verwandelt. Mit Glück schrammt der Lokführer an einer Katastrophe vorbei.

    Wilger ist am Ende. Sein Gemüt verfinstert sich. Die schlechte Laune vergiftet das Familienklima. Kleinste Anlässe lassen ihn laut werden, ohne dass sich seine Angehörigen einen Reim darauf machen können. Im Dezember 2002 gibt er seine Vorbehalte gegen „Seelenklempner“ auf und sucht eine Psychiaterin auf. Deren Diagnose lautet: „Posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS). Die tragischen Ereignisse haben bei ihm eine nachhaltige seelische Störung hervorgerufen. Die Ärztin drängt auf eine baldige „psychosomatische-psychotherapeutische Rehabilitationsmaßnahme“.

    So beginnt nicht nur der Kampf um Wilgers Gesundheit, sondern auch ein jahrelanger Rechtsstreit mit seinem Arbeitgeber. Zunächst bewilligt die Bahn eine Heilkur in Bad Malente. Der fünfwöchige Aufenthalt Ende Mai 2003 verschlimmert Wilgers Verfassung eher, als dass er hilft. „Aufgrund der ausgeprägten PTBS wegen der erlittenen Dienstunfälle wird der Patient unseres Erachtens seinen Beruf als Lokführer nicht mehr ausüben können“, heißt es im Entlassungsbericht. Den Lokführer trifft das nüchterne Fazit der Therapeuten wie ein Nackenschlag. Im Grunde wollte er doch nichts weiter als wieder zurück in den Führerstand.

    Die Bahn lässt Wilgers Schicksal völlig kalt: Niemand ruft an, kein Vorgesetzter schaut vorbei. Ausrangiert – von heute auf morgen. Per Einschreiben teilt das Bundeseisenbahnvermögen 2003 mit, dass man die restlichen 756 Euro der Kosten für die Kur in Malente nicht ohne Weiteres übernehmen werde. Die Bahn-Bürokraten bezweifeln, dass Wilger tatsächlich unter PTBS leidet. Auf ihr Geheiß hin muss er sich einer Gutachterin in Essen vorstellen. Schon beim EKG bricht ihm der Angstschweiß aus. Die Befragung durch die Ärztin gerät zur Farce. Nach einer Viertelstunde ist Wilger wieder draußen. Seine Unfallgeschichten interessieren die Analytikerin nicht. Ihr Urteil scheint von vornherein festzustehen: Wilger, so schreibt sie in ihrer Expertise für das Bundeseisenbahnvermögen, sei lediglich etwas depressiv, aber nicht traumatisch gestört. Ein Zusammenhang mit den Dienstunfällen bestehe nicht. Gestützt auf das Gutachten, verweigern die Bahner daraufhin die Übernahme der „Heilbehandlungskosten“.

     

    Absurderweise konstatiert eine für die Pensionierung zuständige Dienststelle bei Rudolf Wilger 2004 genau das Gegenteil und versetzt ihn wegen posttraumatischer Belastungsstörungen vorzeitig in den Ruhestand. Wilger bezieht jetzt zwar eine Beamtenpension, doch noch immer weigern sich die störrischen Vermögenswächter des Schienenkonzerns, seine Behandlungskosten zu zahlen.

     

    Wilgers Zustand verschlimmert sich zusehends. Zwei Tage nach dem negativen Urteil der Bahn-Gutachterin steht er nachts mit aufgeschnittenen Pulsadern vor dem Bett seines älteren Sohnes: „Hast du mal ein Pflaster?“, sinkt er weinend seinem Ältesten in die Arme. Einen Abschiedsbrief findet die Ehefrau in der Küche. 19 Wochen verbringt der Bahn-Beamte in der Psychiatrie, 21 Wochen in einer Tagesklinik. Seine Familie versucht, ihn zu unterstützen, wo immer es geht, und verzweifelt dennoch oft an der eigenen Hilflosigkeit. Während seiner Besuche räumt Hilde Wilger nachts alle Messer aus den Schubladen, damit er sich nichts mehr antun kann. Tagsüber räumt sie das Besteck wieder ein, so als wäre nichts geschehen. Seine trübe Stimmungslage zieht sie mit hinunter. Immer wieder sinniert er über seine Todessehnsucht. Irgendwann entgegnet sie wütend: „Wenn du dich umbringen willst, bringe ich dir ein Messer.“ Verzweifelt sucht Hilde Wilger nach einem Ausweg. Überall hat sie in der Wohnung Smileys und Clowns hingeklebt – ein hilfloser Ansporn zu mehr Lebensfreude. Währenddessen wechseln die Jahreszeiten genauso wie die unterschiedlichen Klinikaufenthalte ihres Gatten.

    Fast drei Jahre kämpft Hilde Wilger für das Recht ihres Mannes. Über ihren Rechtsanwalt Michael Eickelpasch reicht sie schließlich Klage beim Verwaltungsgericht Münster ein.

    Angst treibt Rudolf Wilger in der Folgezeit um, wenn er an den Rechtsstreit mit seinem früheren Arbeitgeber denkt. Nichts fürchtet er mehr, als sich auf eine richterliche Weisung hin noch einmal begutachten zu lassen – nicht weil nicht alles wahr wäre. „Nein, weil ich es nervlich nicht verkraftet hätte“, erinnert er sich rückblickend.

    Aus diesem Grund verschweigt seine Frau ihm den näher rückenden Termin der Gerichtsverhandlung. Sie will es ihm erst danach sagen. Und nur, wenn man gewonnen hat. Dann, hofft sie, würde er schneller gesunden. Ein positiver Richterspruch als Heiltonikum für die kranke Seele. Tatsächlich entscheidet das Verwaltungsgericht im September 2006 zu Gunsten der Kläger. Fünf ärztliche Expertisen stützen deren rechtliche Position.

    Hilde Wilger vermag das Glück zunächst gar nicht zu fassen. „Endlich Gerechtigkeit.“ Jubelnd überbringt sie ihrem Mann die gute Nachricht in der Klinik. Dieser hebt müde lächelnd sein Gesicht: „Schön.“ Nichtssagender kann ein Kommentar nicht ausfallen: „Schön.“ Genauso gut hätte ihr Mann das Wetter kommentieren können.

    „Manchmal“, bekennt sie, „bin ich kurz davor, den Kampf aufzugeben.“ Selten hat sie das Gefühl, dass sich sein Zustand bessert. Zuletzt hat er ihr am Telefon freudig erzählt, wie er eine Stunde lang im Sportraum auf den Boxsack eingehauen hat. Abermals lief der Horrorfilm ab. Diesmal allerdings drosch er den Mann, der sich auf die Gleise legen wollte, immer wieder den Abhang hinunter.

     

    Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/tid-16207/suizid-die-lok-hochheben_aid_223170.html

     

     

    Der Zug des Lebens

     

    Durch Raum und Zeit, unendlich weit, da fährt der Zug des Lebens.

    Wir steigen ein als Mensch ganz klein, so ist es uns gegeben.

    Wir fahren mit ein kleines Stück. Es geht mal auf, mal geht es nieder.

    Und einmal dann, niemand weiß wann, verlassen wir ihn wieder.

    Der Zug ist lang, und weit der Weg, wir haben tausend Fragen.

    Woher er kommt - wohin er geht, weiß niemand uns zu sagen.

    Vor ein´ger Zeit da bist auch du in diesen Zug gestiegen.

    Er hält nie an, fährt ohne Ruh durch Höhen und durch Tiefen.

    Doch ist auf dieser langen Fahrt man selten ganz allein.

    Es fahren viele andere auch in unserem Abteil.

    Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannte begleiten uns ein Stück.

    Sie teilen Freud` und Leid mit uns, das ist ein großes Glück.

    Es gibt auf dieser Lebensreise besondere Momente.

    Sie sind auf vielfältige Weise so etwas wie Geschenke.

    So sind ganz viele Menschen mit Dir heut` im Abteil vereint.

    Von Herzen werden sie dir helfen in dieser schweren Krisenzeit!

    Das Leben lieben, am Schönen sich freuen,

    das Rechte stets tun, die Arbeit nicht scheuen,

    im Glück nicht jubeln, im Leid nicht klagen,

    das Unvermeidliche mit Würde tragen.

    So musst Du es machen und machst Du es so,

    dann bleibst Du im Leben zufrieden und froh.

     

    Autor: Reinhold

     

    Prominente bekennen sich

     

    Ob Fußball- oder Schlager-Star: Immer mehr Prominente leiden unter Depressionen. Statt sich zu verstecken, sind sie an die Öffentlichkeit gegangen. Sie reden frei über den Leidensdruck, aber auch über ihre Erfolge bei der Krankheitsbewältigung.

    Sebastian Deisler, früherer Spielmacher der Nationalmannschaft machte seine Erkrankung im Herbst 2003 bekannt. "Ja, ich bin krank, ich leide an Depressionen", sagte er und lies eine staunende und fragende Öffentlichkeit zurück. Im Oktober 2009 erschien seine Biografie "Sebastian Deisler. Zurück ins Leben".

     

    Im Jahr 2004 suchte der Skispringer Sven Hannawald professionelle Hilfe wegen eines Burn-Out-Syndroms.

     

    Schlagerstar Michelle litt einige Zeit unter schweren Depressionen und unternahm nach eigenen Angaben einen Selbstmordversuch. In ihrer Musik verarbeitet die Sängerin das Erlebte.

     

    Auch international bekannte Persönlichkeiten sagen offen, dass sie erkrankt sind: Brigitte Bardot, Robbie Williams, Mariah Carey und der brasilianische Fußballstar Adriano Leite Ribeiro litten bzw. leiden beispielsweise unter Depressionen.

     Aufklärungsarbeit zum Tabuthema "Depression" ist dringend notwendig: Schließlich ist etwa jeder Zehnte mindestens einmal in seinem Leben betroffen. Meist verlaufen Depressionen in Krankheitsphasen, die Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten. Neben der Seele kann auch der Körper betroffen sein: Die meisten Patienten gehen nicht wegen ihrer Depression, sondern wegen körperlicher Beschwerden zum Arzt. Typisch sind Kopfschmerzen, Schwindel, Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen, Beklemmungsgefühle in der Brust, Atembeschwerden oder gehäufte Infekte. Eine Sonderform, allerdings keine "echte" Depression, ist die saisonale Stimmungsschwankung, auch Winterdepression genannt.

     

    Ausgebrannt

    Im Zusammenhang mit depressiven Störungen taucht oft der Begriff Burnout auf - ein chronisches Erschöpfungssyndrom, das in eine Depression münden kann. Betroffen sind häufig Berufstätige, aber auch Eltern oder Pflegende, die sich mit Haut und Haaren einer Aufgabe hingeben. Die hohen Erwartungen an sich selbst schlagen jedoch in Überforderung um, bis man sich irgendwann völlig übernommen hat.

     

    Die Betroffenen haben häufig die Erfahrung machen müssen, immer nur Kritik geerntet zu haben - nie Lob. Entscheidungen durften sie nicht selbstständig treffen. Eigene Bedürfnisse, Familie und Freunde werden vernachlässigt, man zieht sich immer mehr zurück. Aussagen wie "Ich fühle mich völlig ausgelaugt" und "Ich habe zu nichts mehr Lust" sind

    typisch. Ähnlich wie bei der Depression wird auch das Burnout-Syndrom in vielen Fällen von körperlichen Befindlichkeitsstörungen wie Rücken- oder Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen begleitet.

     

    Auslöser: Belastungs-Situationen

    Burnout und Depression entstehen über einen längeren Zeitraum und lassen sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Häufige Auslöser sind besondere Belastungssituationen wie der Verlust einer wichtigen Bezugsperson, chronische Über-, aber auch Unterforderung oder die Anpassung an neue Umstände, wie etwa Eintritt in den Ruhestand, Verlust des Arbeitsplatzes etc. Der Alltag kann durch Depressionen so massiv beeinträchtigt werden, dass es schlimmstenfalls kaum mehr möglich ist, morgens aus dem Bett aufzustehen. Das gesamte Denken, die Gefühle, der Bezug zu Angehörigen - nichts kann mehr Lebenslust auslösen.

    Autor: Dr. med. Anja Lütke, erstellt am 01.11.05; zuletzt aktualisiert am 12.11.09

    Quelle: TK

    Autor: Sabine

    Bericht Vortrag Frauenhaus Homberg

    Am Mittwoch den 2.12.09 hielt uns Vera vom Frauenhaus Homberg einen Vortrag über die Arbeit mit den Frauen und Kindern.

     

    Da ja bei, den Frauen und Kindern Ängste und Depressionen an der Tagesordnung sind, war es Interessant zu hören was für eine Arbeit dahintersteckt.

     

    Wobei die Arbeit darin besteht, das Vertrauen zu gewinnen. Bei den Kindern schafft es die Vera, dass sie mit den Kindern am Puppenhaus spielen lässt, so erfährt sie viel vom häuslichen Milieu.

     

    Mit der AWO Beratungsstelle Arbeitet Vera auch zusammen.

     

    Wir sind der Meinung, dass das Frauenhaus mehr an die Öffentlichkeit gehen sollte, um mehr Anerkennung zu bekommen.

     

    Im ganzen hat uns der Vortrag gut gefallen

     

    Autor: Die Gruppe Baunatal

     

    Zwei Wege, mit äusseren Umständen umzugehen

    15. November 2009

    Angeregt durch die Kommentare von Lisa, schreibe ich heute einige kurze Betrachtungen zum Umgang mit äusseren Umständen.

     Wenn ich mit einer Situation unglücklich bin, sollte ich mich darum bemühen, etwas daran zu ändern.

     Es gibt äussere Umstände, die ich nicht ändern kann, beispielsweise den Tod eines geliebten Menschen, und es gibt andere, bei denen es in meiner Macht liegt, etwas zu unternehmen.

     Wenn ich die äussere Situation ändern kann, bleibt die Frage, ob ich es auch will und den Mut dazu habe. Natürlich auch, ob es wirklich sinnvoll ist… Diese Entscheidung kann mir niemand abnehmen und es ist ratsam, dabei nicht allzu sehr auf andere zu hören, sondern nur auf mich selbst.

     Etwas ändern – und damit wieder glücklicher werden – kann ich jedoch immer!
    Weg 1
    : Wenn es möglich ist, verändere ich die äussere Situation, mit der ich nicht zufrieden bin. Dabei vertraue ich darauf, dass in jedem Fall alles zu meinem Guten kommt: Es gibt keine Fehler, nur Erfahrungen! (siehe auch Website Urvertrauen!) Und nichts ist für die Ewigkeit. Ich habe jederzeit das Recht, meine Entscheidung zu überdenken, zu ändern und eine andere Richtung einzuschlagen.
    Weg 2: Wenn ich die äusseren Umstände nicht beeinflussen kann – weil es nicht in meiner Macht steht oder weil ich es nicht will, nicht wage, nicht für sinnvoll halte –, bleibt mir die Möglichkeit, meine innere Position zu ändern. Nicht selten machen wir uns nämlich selbst unglücklich, weil wir unrealistischen Vorstellungen und Träumen nachhängen, uns mit unabänderlichen Gegebenheiten nicht abfinden wollen, weil wir zu ungeduldig sind und aus vielen anderen Gründen, die einzig in uns selbst liegen. Mit etwas mehr Urvertrauen und vor allem mit mehr Gleichmut (Gelassenheit) würden wir uns das Leben wesentlich leichter machen!

    Welcher Weg in welcher Situation einzuschlagen ist, kann – wie gesagt – nur jeder Mensch selbst für sich entscheiden. Wichtig ist, etwas zu unternehmen, um wieder glücklicher zu sein! Das liegt immer in unserer Macht. Und halten wir uns dabei an das bekannte Gebet:

     

    • Lieber Gott,
      Gib mir den Mu
      t zu ändern, was ich ändern kann,
      Die Kraft auszuhalten, was ich nicht ändern kann,
      Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
  • Quelle: http://www.selbstliebe.ch/
  • Angst vor der Angst - Erwartungsangst

    Wenn wir in einer Situation starke Angst, verbunden mit körperlichen Reaktionen, verspürt haben, dann kann es sein, dass wir die Angst entwickeln, nochmals in eine solche Situation zu geraten und nochmals die als sehr unangenehm und bedrohlich erlebte Angst zu verspüren. Die Angst vor der Angst wird auch als Erwartungsangst bezeichnet. Menschen mit Panikstörungen neigen besonders dazu, eine Angst vor der Angst zu entwickeln. Dadurch, dass sie Angst vor dem Auftreten der Angst und den damit verbundenen körperlichen Symptomen haben, versetzen sie ihren Körper permanent in einen Alarm- und Stresszustand und lösen dadurch bei sich gerade die körperlichen Angstreaktionen aus, die sie unter allen Umständen vermeiden möchten. Auch das ängstliche in sich Hineinhören und die Suche nach körperlichen Anzeichen für einen neuerlichen Panikanfall, kann diesen erst Recht auslösen.

    Deshalb ist die Überwindung der Angst vor der Angst neben der Konfrontationstherapie, ein ganz wesentlicher Baustein jeder Angsttherapie.

    Die Angst vor der Angst - wie damit umgehen?

    Der beste Weg, seine Erwartungsangst zu verlieren, ist, genau das zuzulassen, wovor man Angst hat. D.h. sich den Angst- und Panikattacken stellen, statt sie vermeiden zu wollen oder vor ihnen zu flüchten. Erst wenn man nämlich die Panikattacken zulässt und erlebt, dass sie zwar sehr unangenehm, aber ungefährlich sind, erst dann verliert man die Angst vor ihnen - weil man ja weiß, dass nichts Schlimmes passieren wird, wenn sie auftreten.

    Der zweitbeste Weg mit der Angst vor der Angst umzugehen, ist Ablenkung. Ablenkung tut gut. Aber wie man sich am besten erfolgreich ablenkt, das ist individuell verschieden. D.h., Sie müssen selbst herausfinden, was Ihnen gut tut.

    Eine Möglichkeit ist es, sich zu entspannen, etwa mit Hilfe der Progressiven Muskelentspannung. Auch körperliche Betätigung in Form von Gymnastik, Staub saugen, Wohnung aufräumen, sich auf die Umgebung konzentrieren, können helfen.

    Wenn Du Angst vor der Angst hast, kann sie Dich überwältigen.
    Aber wenn Du sie ruhig zu Dir einlädst und ihr in Achtsamkeit zulächelst,
    wird ihre Stärke nachlassen.

    Thich Nhat Hanh
    (Zen Meister)

    Quelle: http://www.lebenshilfe-abc.de/angst-vor-der-angst.html

    Vergleiche

    15. März 2010

    Wie fühlt sich wohl eine Amsel, die sich mit einem Pfau vergleicht? “Er hat ein wunderbares Federkleid mit diesem schillernden Blau und Grün! Ich dagegen bin so unscheinbar schwarz…”
    Und was denkt der Pfau, der sich mit der Amsel vergleicht? “Welch melodiöse Stimme, himmlisch! Ich schäme mich für meinen schrillen Schrei…”

    Wir neigen dazu, uns mit anderen zu vergleichen, sei es in Bezug auf einzelne Eigenschaften, sei es als Ganzes. Kein Wunder! Wie oft wurde uns als Kind gesagt, die Schwester sei bräver, der Bruder besser in der Schule? Selbst als Erwachsene werden wir immer wieder mit Mitmenschen verglichen, mit Arbeitskollegen, Freunden, Familienmitgliedern. Und auch mit uns selbst, wie wir einst waren.

    Diese Vergleiche mit dem “Besseren”, die wir selber anstellen, sind Gift für unser Selbstwertgefühl! Unnötig zu sagen, dass es immer jemanden geben wird, bei dem eine gute Eigenschaft ausgeprägter ist als bei uns.
    Das Umgekehrte machen wir etwas seltener: jemand zum Vergleich heranziehen, der weniger “gut” ist als wir. Und auch das sollten wir nicht tun, selbst wenn wir uns im Moment dabei besser fühlen. Ein Selbstwertgefühl, das auf einer solchen Bewertungsskala beruht, steht auf wackligem Fundament!

    Generell sollten wir Menschen nicht bewerten. Denn alle Menschen sind gleich wertvoll, unabhängig von ihren Eigenschaften. Beurteilen können wir eine Tat – ohne dieses Urteil dann auf den Menschen selbst zu übertragen.
    Dabei verzichten wir jedoch darauf, die Tat von X mit der unsrigen zu vergleichen.

    Denken wir immer daran, dass wir nicht alle Könige sein können, es braucht auch Bettler. Oder um auf den Pfau und die Amsel zurückzukommen: Wenn es einen der beiden nicht gäbe, wäre die Welt als Ganzes ärmer.
    Jeder von uns hat seinen Platz in der Welt. Genau so wie er gerade ist.
    Keinen braucht es mehr als einen anderen, keiner ist wertvoller als ein anderer.
    Und keiner lässt sich mit einem anderen vergleichen, denn jeder ist einzigartig. Einzigartig wertvoll, genau weil er so ist, wie er gerade ist.

     

    Quelle: http://www.selbstliebe.ch/

     

    Witze

    Während des Religionsunterrichtes:
    Der Pfarrer fragt die Kinder, bei wem zu Hause vor dem Essen gebetet wird.
    Meldet sich Fritzchen: "Wir müssen nicht beten, meine Mutter kann kochen!"

    Kommt ein Mann in die Apotheke und sagt: "Ich hätte gerne eine Packung Acetylsalicylsäure."
    Darauf der Apotheker: "Sie meinen Aspirin?"
    Der Mann: "Ja, genau, ich kann mir bloß dieses blöde Wort nie merken!"

    Klein Eva war unartig und wird von ihrem Vater in den Hühnerstall gesperrt.
    Weinend sagt sie:
    "In den Hühnerstall kannst du mich ja sperren, aber Eier lege ich keine!"

    "Nenne mir die vier Elemente", verlangt der Lehrer von Yvonne. Das Mädchen zählt auf: "Erde, Wasser, Feuer und Bier." "Bier, wieso denn Bier?" will der Lehrer wissen. "Immer wenn mein Vater Bier trinkt, sagt meine Mutter: Jetzt ist er wieder voll in seinem Element."

    Ein Bauer hat 3 Söhne. 20 Jahre, 16 Jahre, 4 Jahre alt.
    Als er eines Tages sein Feld bearbeitet, geht sein Traktor kaputt. Zornig geht er nach Hause.
    Daheim angekommen, sagt der 20jährige Sohn: "Vater, ich brauche ein Auto".
    Darauf der Vater: "Geh' zu Fuß, der Traktor ist kaputt, wir müssen sparen."
    Nachmittags kommt der 16jährige und sagt: "Vater ich will ein Moped".
    Wütend sagt der Vater: "Geh' zu Fuß, der Traktor ist kaputt, wir müssen sparen".
    Am Abend kommt der 4jährige zum Vater: "Papi, ich will ein Dreirad".
    Darauf der Vater: "Geh' zu Fuß, der Traktor ist kaputt, wir müssen sparen."
    Traurig geht der Jüngste in den Hof hinaus, und sieht, wie der Hahn die Henne besteigt. Er geht hin, gibt dem Hahn einen Fußtritt und schreit: "Und du Blödian, kannst auch zu Fuß gehen..."

    Hähnchen mit Curry und Mandarinen

     

    3 Hähnchenbrustfilets ( oder Putenschnitzel )

    1 Dose Mandarinen

    1 Zwiebel

    1 Knoblauchzehe

    1 Becher Sahne

    Weißwein ( Viala ) nicht ganz ne halbe Flasche

    Curry nach Bedarf

    Chilisoße

    Sojasoße

    Pfeffer, Salz

    250 g Reis

     

    Das Fleisch klein schneiden, anbraten und mit Pfeffer und Salz würzen. Dann kommen die Zwiebel und der Knoblauch dazu, dann die Mandarinen ( mit Flüssigkeit ), dann die Sahne und der Wein. Anschließend mit Curry, Chilisoße und Sojasoße würzen und alles richtig aufkochen lassen.

    Wenn der Reis gekocht ist drunter mischen.

     

    Fertig

    Guten Appetit