GP Homberg1+2

Gruppenprojekt Homberg

 

Eine neue Erfahrung:   Ausdrucksmalen

Wir, die Homberger Gruppe, haben uns im September überlegt, was wir mit unserem Gruppengeld in diesem Jahr für uns alle Sinnvolles noch ermöglichen könnten. Es gab viele Vorschläge, die wir diskutierten. Die Interessen waren sehr unterschiedlich.

Angelika zeigte uns einen Flyer von Heidemarie Rilk aus Fritzlar; Frau Rilk ist in heilkundlicher Psychotherapie (HPG) und psychoanalytischer Kunsttherapie ausgebildet und sie bietet für Gruppen Kunsttherapie, Ausdrucksmalen sowie Entspannungsverfahren an.

Einige von uns hatten schon Erfahrung mit Kunsttherapie in Kliniken oder während eines Kuraufenthaltes gemacht. Andere sprachen, dass sie nicht malen können und sich dies nicht zutrauen. Wir kamen gemeinsam zu dem Entschluß, uns das Ganze erst einmal unverbindlich anzuschauen. Auch die Kosten waren für uns sehr wichtig.

4 Personen und Angelika vom Vorstand trafen sich in den Räumlichkeiten in Fritzlar. Wir haben alles angeschaut und informierten uns. Wir erzählten in der Gruppe, dass es nicht darum geht, besonders gut zu malen, sondern man/frau soll das malen, was im Moment empfunden wird, den Umgang mit dem Material kennenlernen und sich trauen.

Über das Ausdrucksmalen…

Ausdrucksmalen ist ein freies, intuitives Malen in einfacher Technik mit hochwertigen Gouachefarben. Gearbeitet wird stehend an Malwänden. Gefühle wie Freude, Trauer, Wut, Ängste und Verletzungen, aber auch der Spaß am kreativen Tun, werden lebendig.

Die Atmosphäre im Malatelier soll Mut machen, sich auf malerische Weise seinen Gefühlen zu nähern, sie auszudrücken und darin eigene neue Fähigkeiten zu entdecken.

Angeboten werden 10 x ca. 120 Minuten wöchentlich bei maximal 6 Personen pro Gruppe. Diese 10 Mal waren für uns nicht zahlbar. So bekamen wir einen Schnupperkurs angeboten für Gruppen mit je maximal 6 Personen.

In unserer Gruppe nahmen 11 Personen teil; eine Gruppe fand vormittags statt und die andere am Abend (das war auch für Berufstätige möglich).

Es erwarteten uns Malwände, Farben, Pinsel, Wasser, Kleister. Die Erfahrung für mich war sehr gut, ich traute mich zu malen und ich fand es sehr schön. Das 1. Bild kleisterte ich ein und malte mit den Händen. Dann versuchte ich noch ein 2. Bild mit Pinsel, da merkte ich schon, dass es mich mehr anstrengte. Es machte allerdings viel Spaß.

Wir malten 2 Stunden im Stehen, jedoch konnte man Pause machen und Tee trinken oder in den Ruheraum gehen. Die Atmosphäre war sehr schön. Viele empfanden es ähnlich wie ich. Jedoch wurden auch einige beim Malen sehr traurig bzw. depressiv. Frau Rilk ermutigte uns alle weiterzumalen und so brachte jeder etwas aufs Papier.

Beim Abschluß hatte jeder einzelne noch einmal geschildert, wie es ihm geht, denn Frau Rilk wollte, dass wir alle gut nach Hause kommen.

Sie sagte uns auch schon zu Beginn, dass auch Traurigkeit oder Wut aufkommen können. Dies sich bewusst zu machen, sei auch eine Chance, etwas in sich zu verändern.

Ich persönlich bin froh, dies erfahren zu haben: ohne Depash hätte ich es bestimmt nicht kennengelernt. Einige Wochen später brachte Frau Rilk unsere Bilder zu uns in die Gruppe. Ein Großteil von uns wird die Bilder zu Hause einrahmen und aufhängen.

Ich weiß , dass auch aus der Gruppe Wabern einige daran teilgenommen haben. Ich hoffe, Ihr habt ebenso überwiegend positive Erfahrungen gemacht.

 

Sonja B.