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Gruppenprojekt Melsungen I am 5. Oktober 2004
Die Praxis für Ergotherapie in der Kasseler Straße in Melsungen war diesmal das Ziel für unser Gruppenprojekt. Das Thema des Abends war: Bewegung - Entspannung – Musik..
Frau Laudenbach und Herr Kimmel, die Inhaber, gaben uns einführend einige interessante Einblicke in ihre Arbeit und erklärten den Begriff Ergotherapie:
Ergo kommt aus dem griechischen und bedeutet Tun, Handeln. Hier wird schon deutlich, dass sich die Ergotherapie mit der Handlung des Menschen im Alltag auseinandersetzt.
Ergotherapie beruht auf medizinischer und sozialwissenschaftlicher Grundlage und ist ein ärztlich zu verordnendes Heilmittel.
Ergotherapie hat zum Ziel, Menschen dabei zu helfen, eine durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verlorengegangene bzw. noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeit im Alltagsleben wieder zu erreichen. Handlungsfähig im Alltagsleben zu sein bedeutet, dass der Mensch die Aufgaben, die er sich stellt und die, die ihm durch sein Leben bzw. die Gesellschaft gestellt werden, für sich zufriedenstellend erfüllen kann.
In der Ergotherapie geht es nun nicht um mechanische Wiederherstellung körperlicher, geistiger oder psychischer Funktionen, sondern darum, dass der Mensch die verschiedenen Rollen und die damit verbundenen Aufgaben in seinem Leben wieder bestmöglich einnehmen kann. Das Erreichen grösstmöglicher Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Alltags- und/oder Berufsleben ist das Ziel.
In gemütlicher Atmosphäre begannen wir mit einer Klatsch-Übung im Sitzen, wobei unsere Konzentrationsfähigkeit gefordert war. Danach wurde ein “Tanzkreis” geübt, der uns viel Spaß machte und von allen rasch “beherrscht” wurde.
Eine Übung mit Ballon-Seide im Sitzen brachte uns ein wenig Abkühlung durch die Auf- und Ab-Bewegungen und anschließend galt es, einen Ball auf diesem Stoffkreis in Bewegung zu bringen, hochzuwerfen und schließlich durch die Bewegung in ein Gefäß zu befördern.
Alle Übungen wurden von schöner, entspannender Musik begleitet.
In der Pause konnten wir alle Räumlichkeiten der Praxis besichtigen und wir waren über die Vielfältigkeit der Anwendungen erstaunt. Z.B. wird gewebt, gesägt, getöpfert, gemalt, gespielt, gekocht und natürlich viel “im motorischen Bereich” gearbeitet.
Als Patienten sind Kinder ebenso wie Erwachsene bis ins hohe Alter und Behinderte vertreten. Es werden Einzel- und Gruppentherapien angeboten. Hausbesuche für Patienten, die die Praxis nicht aufsuchen können, sind selbstverständlich. Außerdem bieten die beiden Inhaber Seminare und Vorträge zu unterschiedlichen Themen an.
Die Krankheitsbilder sind sehr vielseitig, hier einige Beispiele:
- Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, z.B. Rheuma, Zustand nach Fraktur, Operationen oder Amputationen, Muskelerkrankungen
- Erkrankungen des zentralen Nervensystems und der Sinnesorgane, z.B. Zerebralparese, Entwicklungsstörungen, Schädelhirntrauma, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson
- Schädigung des Rückenmarks und der peripheren Nerven, z.B. Querschnittslähmung, Plexusparese
- Psychische Störungen, z.B. Verhaltensstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Depression, Demenz.
Wir wurden mit frischem Obst, Gebäck und Getränken versorgt, ehe es zum Schlussspurt wieder in den Gruppenraum ging.
Progressive Muskelentspannung mit einer einleitenden Geschichte – spannend von Frau Laudenbach vorgetragen – bildete den Abschluss des Abends.
Alle waren sich einig, dass dies ein sehr schöner und entspannter Abend war, den wir gerne wiederholen möchten.
Text u. Redaktion: Anita B.
Eine Anmerkung der Teilnehmerin Waltraud Sch.:
Eine gelungene Mischung aus Bewegung zu Musik, fröhlichen “Tänzen” und interessanten Informationen zum weit gefächerten Berufsbild des Ergotherapeuten. Zum Abschluß noch Zeit zur Entspannung und Beruhigung. Ein Abend, der Freude gemacht und mir viel Positives gegeben hat.
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