Juli-September 2009

 

Was bedeutet Borderline?

Das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, bei der Symptome einer Neurose und einer Psychose wechselnd auftreten.

Grenzgänger oder Grenzlinie als „Borderline-Persönlichkeitsstörung“ ist ein aus der Psychoanalyse stammendes theoretisches Konstrukt, mit dem versucht wird, eine Vielzahl von auffälligen Verhaltensweisen und Gefühlen zu erklären, die weder in das psychoanalytische Schema einer neurotischen noch einer psychotischen Störung passen. Die Borderline-Störung galt in psychiatrischer Forschung ursprünglich als Begriff, um Randphänomene im Grenzbereich zu den schizophrenen Störungen genauer zu erfassen. Borderline-Persönlichkeitsstörung wird seit dem DSM III auch so genannt.

Dieses Krankheitsbild zeichnet sich durch sehr unterschiedliche Erscheinungen aus. Meist findet sich ein buntes Sammelsurium vieler Diagnosen in der Krankheitsgeschichte.

Symptome:

  • Angst-(Vernichtungs-,Verlassenheits-,Trennungsan gst)
  • autoaggressives Verhalten
  • Depersonalisations- und Derealisationsgefühle
  • Depressionen
  • Drogenkonsum
  • delinquentes Sozialverhalten
  • extreme Idealisierungen oder Entwertungen
  • Essstörungen
  • Gefühlsstörungen
  • Hysterien
  • Identitätsdiffusion
  • innere Leere
  • impulsive Reaktionsweisen
  • Impulskontrollverlust
  • Kontaktvermeidung - plötzliche Kontaktabbrüche
  • polymorphe Sexualität (stark schwankend in der Ausprägung)
  • Präventivangriffe
  • psychosomatische Symptome
  • Realitätsverlust
  • Rituale und Zwänge
  • Schwarz-Weiß-Denken
  • starkes Kontrollbedürfnis über andere Menschen
  • Sucht
  • Suizidalität
  • Zwangssymptome (überwertige Ideen)
  • Ursachen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)
  • Eine Borderline-Symptomatik und ihre Manifestationen sind letztlich das Produkt einer komplexen Mischung von angeborenem Temperament, schwierigen Erfahrungen in der Kindheit und relativ subtilen Formen neurologischer und/oder biochemischer Dysfunktionen.

    Entlang diesem multifaktorialen Modell glauben die Forscher, dass 3 Faktoren für die Entwicklung einer BPS notwendig sind: ein Umweltfaktor, ein konstitutioneller Faktor und ein Faktor, der die Interaktion der anderen beiden darstellt oder ein Triggering-Faktor (Auslöser) ist. 

    Das dreiteilige Modell der Entwicklung einer BPS besteht somit aus

    • Umweltfaktor: traumatisierende Erfahrungen in der Kindheit
    • Konstitutioneller Faktor: übersteigertes Temperament
    • Interaktionen von 1. und 2. oder auslösendes Ereignis 
  • Laut Aussage von Untersuchungsberichten, hat jeder Patient eine einzigartige Kombination bei der Entwicklung einer Borderline-Störung, die eine schmerzvolle Abwandlung eines unglücklichen, aber gleich bleibenden Themas ist.
  • 1. Umweltfaktor

    Er besteht aus einer häuslichen Umgebung, die im weitesten Sinne traumatisch ist. Es gibt 3 Typen umweltbedingter Traumata, die nach Schweregrad abgestuft werden.

    Typ-I-Trauma: Kindheitserfahrungen, die als unglücklich, aber nicht vollkommen unvorhersehbar kategorisiert werden können. Dazu gehören: dauerhafte Trennung oder Scheidung der Eltern in frühester Kindheit, chronische Unsensibilität der Eltern, mangelndes Einfühlungsvermögen in die Gefühle und Bedürfnisse des Kindes  - ernsthafte Konflikte in der Familie, die evtl. zu Trennung oder Scheidung führen.

    Typ-II-Trauma: - Erfahrungen verbaler oder emotionaler Misshandlungen - Vernachlässigung altersgemäßer körperlicher Bedürfnisse des Kindes durch die Eltern - eingeschränkte Episoden/einschränkende Phasen psychiatrischer Krankheit der Eltern

    Typ-III-Trauma: - Erfahrungen unverhohlener körperlicher Misshandlung oder sexuellen Missbrauchs - chronische psychiatrische Krankheit, Substanzmissbrauch der Eltern - generell chaotisches, dysfunktionales häusliches Umfeld (z. B. Eltern, die sich wiederholt heftig streiten; Geschwister, die sich gegenseitig körperlich angreifen; niemand befolgt die Familienregeln oder achtet die persönlichen Grenzen eines anderen Familienmitglieds). In diesen Familien existiert nur eine unzureichende Rollenzuteilung, und es besteht kaum die Möglichkeit, Gefühle und Erwartungen auszudrücken. Ihr Ausdruck führt nicht zu einer emphatischen oder unterstützenden Antwort, sondern zu Kritik, Vorwürfen oder stößt auf völliges Desinteresse.

    Diese 3 Typen des umweltbedingten Traumas, die sich häufig in den Geschichten von BPS-Patienten finden, können abwechselnd oder gleichzeitig auftreten. Neueste Ergebnisse der Forschung zeigen, dass etwa die Hälfte der BPS-Patienten von einem Typ-I- und/oder Typ-II-Trauma in der Kindheit berichteten. Die andere Hälfte berichtete sogar von allen 3 Typen. Bei einem Drittel der Patienten, die von schwerem Missbrauch oder Misshandlungen berichten, kommt dem erlebten Trauma eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer BPS zu. Bei den Übrigen haben andere Faktoren eine bedeutendere Rolle gespielt. 

    Vorläufig empirisch erforschte 6 Faktoren, die äthiologische Bedeutung für die Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung haben:

    3 Umweltfaktoren (traumatisierende Kindheitserfahrungen)

    • Trennung/Scheidung/Verlust eines Elternteils in früher Kindheit
    • gestörte Beziehung zu den Eltern
    • Kindheitserfahrungen von Missbrauch oder Misshandlung 
  • ཉ  3 konstitutionelle Faktoren (angeborene und/oder erworbene Verletzbarkeit)
    • familiäre Neigung zu bestimmten psychiatrischen Störungen 
    • temperamentsbedingte Verletzbarkeit
    • Fehlregulationen der Neurotransmittersysteme und neurologische Dysfunktionen 
  • Trennung/Scheidung/Verlust eines Elternteils in früher Kindheit
  • Dauerhafte Trennung/Scheidung der Eltern oder Verlust eines Elternteils kommt bei Borderline-Patienten häufig vor (37 % - 64 %).

    Dauerhafte Trennung/Scheidung der Eltern oder Verlust eines Elternteils unterscheidet Borderline-Patienten auffallend von anderen. So berichtete ein signifikant höherer Prozentsatz von BPS-Patienten davon als bei Kontrollgruppen mit Psychose, affektiven oder Persönlichkeitsstörungen.

    Gestörte Beziehung zu den Eltern

    Studien ergaben:

    • Borderline-Patienten sehen das Verhältnis zu ihrer Mutter gewöhnlich als konfliktbeladen, distanziert oder unbeteiligt an
    • Das fehlende Engagement des Vaters hat sogar einen noch stärkeren (diskriminierenden) Effekt als das problematische Verhältnis zwischen Mutter und Kind.
    • Gestörte Verhältnisse zu beiden Elternteilen gleichzeitig können sowohl spezifischer als auch pathogener (krankheitsauslösender) für die BPS sein als das gestörte Verhältnis zu nur einem Elternteil, da eine problematische Beziehung des Kindes zu einem Elternteil nicht ausreichend durch eine wirklich positive Beziehung mit dem zweiten Elternteil, die schützend gegen die Psychopathologie wirken würde, ausgeglichen werden kann. Vielmehr ist die elterliche Beziehung in Borderline-Familien oftmals von einer rigiden Festigkeit der ehelichen Beziehungen gekennzeichnet, die Aufmerksamkeit, Unterstützung und Schütz für die Kinder ausschließt
    • Borderline-Patienten berichten einigen Untersuchungen zufolge von häufigem Auftreten von Konflikten, Feindseligkeit und chaotischer Unvorhersehbarkeit in ihren Ursprungsfamilien. Ein hohes Maß an zornigen Konflikten in Kombination mit einem geringen Ausmaß an Struktur und unterstützender Kohäsion darf als wahrscheinlicher Auslöser für ein besonders toxisches familiäres Umfeld angesehen werden.
    • Zwei unterschiedliche Erziehungsstile fanden sich in den Familien von Borderline-Patienten
      a) Überengagement der Eltern 
      b) Unterengagement der Eltern
  • Überengagierte, feindselig-abhängige, trennungsresistente Familien
  • Hier stehen die Kinder oft im Kampf mit ihrer Abhängigkeitsproblematik, weil jeder Schritt in Richtung größerer Unabhängigkeit bei den Eltern eine intensive emotionale Reaktion auslöst, andererseits aber die Abhängigkeitsbedürfnisse der Kinder oftmals von der Familie aktiv belohnt werden. Individuationsversuche lösen bei den Eltern Angst vor Kontrollverlust aus, was zu einer gesteigerten Einmischung dieser in die Belange des Kindes führt. Solche familiären Konflikte spitzen sich im Laufe der Zeit spiralförmig zu.

    Unterengagierte Eltern mit geringer Fürsorge und Überprotektion

    Dieses familiäre Muster ist häufiger verbreitet und durch zahlreiche Studien mit verschiedenen Kontrollgruppen abgesichert. Bei den meisten davon fand sich übereinstimmend das Muster, dass Borderline-Patienten beide Elternteile als weniger fürsorglich, aber stärker schützend erlebten als die jeweilige Kontrollgruppe. Die Kombination von geringer Fürsorge und emotionaler Unterstützung sowie Überprotektion bestätigt den von Parker et al. schon 1979 geprägten Begriff der ,,lieblosen Kontrolle". Insgesamt entsteht aus den jüngst veröffentlichten Ergebnissen der Eindruck, dass die pathologische Dynamik der Familien in einer Kombination von elterlichem Überengagement (vor allem Kontrolle) und Vernachlässigung, Unterengagement oder sogar Misshandlung und Missbrauch besteht.  

     

     

    Kindheitserfahrungen von Missbrauch und/oder Misshandlung

    • Sowohl körperliche Misshandlung als auch sexueller Missbrauch kommen häufig in der Kindheitsgeschichte von Borderline-Patienten vor. 
    • Über körperliche Misshandlung wird von Borderline-Patienten signifikant häufig berichtet.
    • Über sexuellen Missbrauch wird durchgängig signifikant öfter von BPS-Patienten berichtet als in anderen Krankheitsgruppen.
    • Ein Viertel aller BPS-Patienten berichtet von Kindheitserfahrungen von Eltern-Kind-Inzest.
    • Weitere 25% bis 30 % berichten von sexuellem Missbrauch durch andere Verwandte, Nachbarn oder Gleichaltrige.
    • Borderline-Patienten erreichen im Vergleich zu Kontrollgruppen mit anderen Persönlichkeitsstörungen ungewöhnlich hohe Werte bei Dissoziationserfahrungen.
  • Zusammenfassend kann man sagen, dass kein spezielles Trauma alleine und schon gar keinEinzelereignis für die Entwicklung der ganzen Bandbreite der Borderline-Störung verantwortlich gemacht werden kann. Vielmehr müssen eine chronische und wiederholte Exposition traumatischer Erfahrungen und das gestörte Umfeld, in dem es zu diesen Erfahrungen kommt, als Nährboden für die Entstehung einer Borderline-Störung angesehen werden. Das Fehlen adäquater Unterstützung in Form von stabilen Strukturen, beruhigender Anwesenheit und aktiver Erziehung oder eines entsprechenden Ersatzes in der Familie ist als äthiologischer Faktor für die Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeit von größerer Bedeutung als das erlebte Trauma.
  • Der zweite notwendige Faktor ist ein anfälliges Temperament. Im Wesentlichen geht es um die neurobiologischen Mechanismen, die der Impulskontrolle und Affektregulation zugrunde liegen und die beide bei Borderline-Patienten häufig beeinträchtigt sind. Eine Dysfunktion in der Regulation von Emotionen und Impulsen kann sich von einer genetischen Anfälligkeit herleiten. Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise darauf, dass sich Störungen in der Temperamentregulation auf die Auswirkungen früher, sowohl akuter als auch wiederholter, oder chronischer Traumatisierung zurückführen lassen.

    Familiäre Neigung zu bestimmten psychiatrischen Störungen

    10 Studien haben sich mit einer Breite von psychiatrischen Störungen bei Verwandten ersten Grades von Borderline-Patienten beschäftigt. Die Studienergebnisse zusammengenommen zeigen folgende Schlüsse auf: 

    • Es gibt durchgängig wenige Verbindungen zwischen BPS und Schizophrenie oder schizotypischer Persönlichkeitsstörung. 
    • Affektive Störungen, teilweise unipolare affektive Störungen treten bei Verwandten ersten Grades von Borderline-Patienten durchgängig sehr häufig auf. während die unipolare Depression auch bei Verwandten in den Kontrollgruppen häufig festgestellt wurde. 
    • Die Resultate der Studien legen eine starke familiäre Verbindung zwischen Substanzmissbrauch sowie antisozialer Persönlichkeitsstörung und BPS nahe.
    • Vielleicht am wichtigsten: Alle Studien konstatieren, dass BPS von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. So tritt BPS signifikant häufiger bei Verwandten ersten Grades von BPS-Patienten auf als bei den Kontrollgruppen. Zwillingsstudien an ein- und zweieiigen Zwillingen lassen zunehmend den Schluss zu, dass die BPS selbst zwar nicht vererbbar ist, jedoch die bei einer BPS vorliegende impulsive Aggression und affektive Instabilität. Impulsive Aggression ist auch in der Allgemeinbevölkerung erblich. In der Verwandtschaft von BPS-Patienten sind impulsiv-aggressive Persönlichkeiten und affektive Instabilität gehäuft festgestellt worden. Diese Eigenschaften werden aber unabhängig voneinander vererbt. Somit ist es wahrscheinlich, dass eine Anfälligkeit für eine BPS einer Verbindung verschiedener, zum Teil genetisch determinierter Anteile des Temperaments entspringt.
  • Familiäre Neigung zu bestimmten psychiatrischen Störungen
  • 10 Studien haben sich mit einer Breite von psychiatrischen Störungen bei Verwandten ersten Grades von Borderline-Patienten beschäftigt. Die Studienergebnisse zusammengenommen zeigen folgende Schlüsse auf: 

    • Es gibt durchgängig wenige Verbindungen zwischen BPS und Schizophrenie oder schizotypischer Persönlichkeitsstörung. 
    • Affektive Störungen, teilweise unipolare affektive Störungen treten bei Verwandten ersten Grades von Borderline-Patienten durchgängig sehr häufig auf. während die unipolare Depression auch bei Verwandten in den Kontrollgruppen häufig festgestellt wurde. 
    • Die Resultate der Studien legen eine starke familiäre Verbindung zwischen Substanzmissbrauch sowie antisozialer Persönlichkeitsstörung und BPS nahe.
    • Vielleicht am wichtigsten: Alle Studien konstatieren, dass BPS von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. So tritt BPS signifikant häufiger bei Verwandten ersten Grades von BPS-Patienten auf als bei den Kontrollgruppen. Zwillingsstudien an ein- und zweieiigen Zwillingen lassen zunehmend den Schluss zu, dass die BPS selbst zwar nicht vererbbar ist, jedoch die bei einer BPS vorliegende impulsive Aggression und affektive Instabilität. Impulsive Aggression ist auch in der Allgemeinbevölkerung erblich. In der Verwandtschaft von BPS-Patienten sind impulsiv-aggressive Persönlichkeiten und affektive Instabilität gehäuft festgestellt worden. Diese Eigenschaften werden aber unabhängig voneinander vererbt. Somit ist es wahrscheinlich, dass eine Anfälligkeit für eine BPS einer Verbindung verschiedener, zum Teil genetisch determinierter Anteile des Temperaments entspringt.
  • Fehlregulationen der Neurotransmittersysteme und neurologische Dysfunktionen
  • Die Ergebnisse der Studien zu neurologischen oder biochemischen Fehlfunktionen bei Borderline-Patienten sind uneindeutig.
    Die Hälfte der Studien findet im Vergleich mit Kontrollgruppen mit psychiatrischen oder PS-Diagnosen Unterschiede (1-mal sogar signifikant): Entwicklungsdefizite, Intelligenzminderung, abnormale EEG-Werte, abnormale CT-Werte. Die andere Hälfte meint, dass sich die BPS-Patienten in ihren Werten nicht von normalen oder klinischen Kontrollgruppen unterscheiden.
    Am besten abgesichert sind die Ergebnisse der Studien, welche die neurobiologischen Mechanismen der beiden zentralen Störungsbereiche der BPS untersucht haben, und zwar die impulsive Aggression und fehlende Wutkontrolle sowie die affektive Instabilität.
    Mehrere Studien wiesen einen Zusammenhang zwischen impulsiver Aggression und einer herabgesetzten serotonergen Reaktion nach, der bei BPS-Patienten, aber auch bei anderen PS-Patienten auftritt. Dies betrifft sowohl Autoaggression (selbstschädigendes Verhalten, Suizidversuch) als auch Fremdaggression (Wutausbrüche, Gewalt). Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (CT, PET, fMNR) belegen, dass eine serotonerge Hypoaktivität in einzelnen Hirnregionen mit der Auslösung und Kontrolle von aggressivem Verhalten assoziiert sind.
    Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der dopaminergen Aktivität und Aggression. Die Untersuchungen dazu sind allerdings widersprüchlich.

    Quelle: www.borderline-plattform.de

    Autorin: Sabine Heerdt

     

     

     

     

     

     

    Ganz gleich,

     

    wie beschwerlich

     

    das Gestern war,

     

    stets kannst du

     

    im Heute von Neuem beginnen.

     

    Buddha (563-483 v. Chr.), indischer Erleuchteter

     

    Quelle: Alles für die Frau

     

     

     

     

     

    Erfahrungsbericht CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK

    Weiblich, 35 Jahre, Diagnose: Depression

    Ankunft in Münster: Ich war ein wenig hoffnungsvoll, zugleich aber skeptisch und ängstlich. Jetzt ging es mir schon so lange so schlecht und dieser Klinik-Aufenthalt sollte alles ändern? Mein Lebensgefährte verabschiedete mich und ich saß auf meinem zugegebenermaßen sehr schönem Zimmer und weinte mir die Augen aus dem Kopf. Meine letzte Chance, an die ich selber nicht so recht glauben mochte, aber für mich der letzte Ausweg aus meiner Situation.

    So kam ich an, sehr depressiv, mit einem Selbstmordversuch hinter mir und voller Verachtung für mich selbst. Ich war immer die Starke gewesen und auf einmal ging gar nichts mehr. Ein _ Jahr ging das schon so und ich habe immer gedacht, dass ich das irgendwie schaffe – und jetzt das offizielle Eingeständnis, dass ich es nicht (zumindest nicht alleine) schaffe. Jahre voller Leid lagen hinter mir – ich habe mich immer wieder aus diesem Sumpf herausgezogen und jetzt ging gar nichts mehr: Selbstaufgabe, Selbstzerstörung, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, absolutes Ausgeliefert-Sein.

    Auf mein eigenes Schicksal möchte ich gar nicht konkret eingehen – jeder hat seine eigene Geschichte - die eine ist so schmerzhaft wie die andere. Nur so viel: Ich hatte viel mit Gewalt – sowie körperlicher als auch psychischer Gewalt - zu tun; ich bin jahrelang ein beliebtes Opfer gewesen.

    Im Februar 2001 kam es zum Erstdiagnostik-Gespräch: Mir wurde klar, wie krank ich eigentlich bin, oder überhaupt, dass ich krank bin. Vorher lief das alles unter dem Motto: "Stell dich nicht so an!" oder "Reiß dich zusammen!" ich habe mich selber so unter Druck gesetzt, dass ich der Meinung war, ich wäre an allem selber Schuld und ich hätte die Misere verhindern können.

    Auslöser war ein Überfall auf offener Straße – mein Hund hat mich gerettet – der das alles wieder zum Vorschein brachte. Ich war vergewaltigt worden, als ich ca. 20 Jahre alt war – und jetzt war alles wieder da!

    Ich bin in dieser Klinik individuell betreut worden – jeder, der meint, das wäre Urlaub, den muss ich enttäuschen – es war furchtbar anstrengend (4 Std. Einzeltherapie pro Tag und noch einiges andere mehr). Viele Dinge wurden angesprochen, die sehr schmerzhaft für mich sind, aber ich lernte Tag für Tag mit meinem Leben besser

    umzugehen. Ich wurde gezwungen, Dinge, die mir früher Spaß gemacht haben, wieder auszuüben. Das ist mir sehr schwer gefallen, weil ich eigentlich nur noch im Bett liegen und meine Ruhe haben wollte (der Magnet unter dem Bett). Typisch für Depression, nichts mehr geregelt zu bekommen.
    Meine Vergangenheit wurde ausführlich angesprochen, aber nicht gemäß dem tiefenpsychologischem Ansatz, sondern nach dem Motto, hier und jetzt mit der Lebenssituation und auch mit der nicht mehr veränderlichen Vergangenheit umgehen und leben zu können.

    Ich bin in die Hände einer sehr jungen (anfänglich war ich skeptisch, ob mir eine so junge Person helfen kann), aber überaus einfühlsamen und kompetenten Therapeutin, Frau Kirsten Hugendubel, geraten. Von Tag zu Tag schöpfte ich mehr Hoffnung, doch noch einen Weg aus dieser Krankheit, die ich als solche erst einmal erkennen und akzeptieren musste, zu finden.
    Jeder Tag war ein kleiner Fortschritt, auch mit viel Tränen und Kummer verbunden, aber es ging vorwärts – nach so langer Zeit endlich mal wieder vorwärts!!! Ganz langsam bekam ich wieder Spaß am Leben und das Schicksal meiner Mitpatienten, die ich in der Klink und in der Gruppentherapie kennen lernte, tröstete mich. Es gab Menschen, denen es schon viel besser ging als mir (später war das mit neuen Patienten umgekehrt - denen habe ich Hoffnung machen können) und so wuchs in mir die Hoffnung, aus dieser ausweglosen Situation doch noch herauskommen zu können.

    Vieles brach aus mir während der langen Gespräche heraus, Dinge, die lang verschüttet waren und vor allem die Erkenntnis, wie schlecht ich eigentlich mit mir selber umgehe (wenn so ein Verhalten von meiner besten Freundin ausgegangen wäre, wäre diese Freundschaft schon zu Ende. Heute versuche ich mir selbst meine eigene beste Freundin zu sein und mich auch so zu behandeln. Jeden Tag ein Eigenlob (depressive Menschen werden nicht mehr gelobt, weil die Leistung nicht gesehen und anerkannt wird), positiver Aktivitätenaufbau und das Lernen neuer Verhaltensweisen (früher war das sicherlich o.k., heute aber vielleicht nur noch schädlich) – das war und ist der Weg aus dieser Krankheit.

    Unterstützt wurde das Ganze natürlich auch medikamentös, mit reinen Anti-

    Ankunft in Münster: Ich war ein wenig hoffnungsvoll, zugleich aber skeptisch und ängstlich. Jetzt ging es mir schon so lange so schlecht und dieser Klinik-Aufenthalt sollte alles ändern? Mein Lebensgefährte verabschiedete mich und ich saß auf meinem zugegebenermaßen sehr schönem Zimmer und weinte mir die Augen aus dem Kopf. Meine letzte Chance, an die ich selber nicht so recht glauben mochte, aber für mich der letzte Ausweg aus meiner Situation.

    So kam ich an, sehr depressiv, mit einem Selbstmordversuch hinter mir und voller Verachtung für mich selbst. Ich war immer die Starke gewesen und auf einmal ging gar nichts mehr. Ein _ Jahr ging das schon so und ich habe immer gedacht, dass ich das irgendwie schaffe – und jetzt das offizielle Eingeständnis, dass ich es nicht (zumindest nicht alleine) schaffe. Jahre voller Leid lagen hinter mir – ich habe mich immer wieder aus diesem Sumpf herausgezogen und jetzt ging gar nichts mehr: Selbstaufgabe, Selbstzerstörung, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, absolutes Ausgeliefert-Sein.

    Auf mein eigenes Schicksal möchte ich gar nicht konkret eingehen – jeder hat seine eigene Geschichte - die eine ist so schmerzhaft wie die andere. Nur so viel: Ich hatte viel mit Gewalt – sowie körperlicher als auch psychischer Gewalt - zu tun; ich bin jahrelang ein beliebtes Opfer gewesen.

    Im Februar 2001 kam es zum Erstdiagnostik-Gespräch: Mir wurde klar, wie krank ich eigentlich bin, oder überhaupt, dass ich krank bin. Vorher lief das alles unter dem Motto: "Stell dich nicht so an!" oder "Reiß dich zusammen!" ich habe mich selber so unter Druck gesetzt, dass ich der Meinung war, ich wäre an allem selber Schuld und ich hätte die Misere verhindern können.

    Auslöser war ein Überfall auf offener Straße – mein Hund hat mich gerettet – der das alles wieder zum Vorschein brachte. Ich war vergewaltigt worden, als ich ca. 20 Jahre alt war – und jetzt war alles wieder da!

    Ich bin in dieser Klinik individuell betreut worden – jeder, der meint, das wäre Urlaub, den muss ich enttäuschen – es war furchtbar anstrengend (4 Std. Einzeltherapie pro Tag und noch einiges andere mehr). Viele Dinge wurden angesprochen, die sehr schmerzhaft für mich sind, aber ich lernte Tag für Tag mit meinem Leben besser umzugehen. Ich wurde gezwungen, Dinge, die mir früher Spaß gemacht haben, wieder auszuüben. Das ist mir sehr schwer gefallen, weil ich eigentlich nur noch im Bett liegen und meine Ruhe haben wollte (der Magnet unter dem Bett). Typisch für Depression, nichts mehr geregelt zu bekommen.
    Meine Vergangenheit wurde ausführlich angesprochen, aber nicht gemäß dem tiefenpsychologischem Ansatz, sondern nach dem Motto, hier und jetzt mit der Lebenssituation und auch mit der nicht mehr veränderlichen Vergangenheit umgehen und leben zu können.

    Ich bin in die Hände einer sehr jungen (anfänglich war ich skeptisch, ob mir eine so junge Person helfen kann), aber überaus einfühlsamen und kompetenten Therapeutin, Frau Kirsten Hugendubel, geraten. Von Tag zu Tag schöpfte ich mehr Hoffnung, doch noch einen Weg aus dieser Krankheit, die ich als solche erst einmal erkennen und akzeptieren musste, zu finden.
    Jeder Tag war ein kleiner Fortschritt, auch mit viel Tränen und Kummer verbunden, aber es ging vorwärts – nach so langer Zeit endlich mal wieder vorwärts!!! Ganz langsam bekam ich wieder Spaß am Leben und das Schicksal meiner Mitpatienten, die ich in der Klink und in der Gruppentherapie kennen lernte, tröstete mich. Es gab Menschen, denen es schon viel besser ging als mir (später war das mit neuen Patienten umgekehrt - denen habe ich Hoffnung machen können) und so wuchs in mir die Hoffnung, aus dieser ausweglosen Situation doch noch herauskommen zu können.

    Vieles brach aus mir während der langen Gespräche heraus, Dinge, die lang verschüttet waren und vor allem die Erkenntnis, wie schlecht ich eigentlich mit mir selber umgehe (wenn so ein Verhalten von meiner besten Freundin ausgegangen wäre, wäre diese Freundschaft schon zu Ende. Heute versuche ich mir selbst meine eigene beste Freundin zu sein und mich auch so zu behandeln. Jeden Tag ein Eigenlob (depressive Menschen werden nicht mehr gelobt, weil die Leistung nicht gesehen und anerkannt wird), positiver Aktivitätenaufbau und das Lernen neuer Verhaltensweisen (früher war das sicherlich o.k., heute aber vielleicht nur noch schädlich) – das war und ist der Weg aus dieser Krankheit.

    Unterstützt wurde das Ganze natürlich auch medikamentös, mit reinen Anti-Depressiva und nichts, was in irgendeiner Weise abhängig machen könnte, das war mir sehr wichtig. Ich bin nicht betäubt oder ruhig gestellt worden – an meinen Problemen hätte das auch herzlich wenig geändert. Einmal wöchentlich wurde ich zur Visite bestellt bei dem ärztlichen Leiter der Klinik, Herrn Dr. Pawelzik, der mir wertvolle Tipps mitgegeben hat und mich zum Teil so provoziert hat, dass ich mein eigenes Fehlverhalten einfach erkennen musste. Auch hier habe ich immer wieder eigenverantwortlich meine Entscheidungen bezüglich der Medikamente treffen können.

    Zum Ende des Klinikaufenthaltes konnte ich endlich wieder lachen, sah wieder einen Sinn in meinem Leben, konnte wieder Aufgaben übernehmen (nur langsam, jeden Tag ein bisschen mehr und nicht mehr den Absolutheitsanspruch an sich selber), hatte wieder Mut, mein Leben, auch mit all seinen Problemen, anzunehmen, wurde gelassener und hatte mich selber wieder lieb.

    Auch die Rückfallgefahr ist mir wohl bekannt. Aber im Gegensatz zu früher, wo ich der Krankheit ausgeliefert war, habe ich jetzt Werkzeuge in der Hand, um auch mit seelischen Tiefs oder auch Rückfällen umgehen zu können. Wenn ich das trotz alledem nicht schaffen sollte, hätte ich heute keinerlei Hemmungen mehr, jederzeit wieder in die Christoph-Dornier-Klinik zu gehen, um mir helfen zu lassen – bei einem Beinbruch würde ich das schließlich auch tun.

    Betonen möchte ich noch, dass ich von Seiten der Klinik weitere sechs Wochen telefonisch betreut wurde, bis ich eine geeignete, ambulante Therapeutin gefunden hatte.

    Ich möchte Ihnen, soweit Sie denn an einer psychischen Krankheit erkrankt sind, ans Herz legen, sich Hilfe zu suchen, nicht zu verzweifeln, sondern den Mut zu fassen, sich adäquate Unterstützung zu holen. Eine psychische Erkrankung ist mindestens genauso schlimm und lebensbedrohlich, wie eine körperliche, aber man sieht sie rein äußerlich nicht – trotzdem: fassen Sie den Mut und lernen Sie mit dieser Krankheit umzugehen!!!!

    Zum Schluss: Tiefsten Dank an meine Therapeutin und die Klinikleitung, die mir ermöglicht haben, unter menschenwürdigen und eigenverantwortlichen Umständen

    kompetent und adäquat behandelt und gesund zu werden.

     

    © CDK CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK GmbH, 2007
    Tibusstrasse 7- 11, 48143 Münster, Telefon: 0251 48 10-0

     

    Quelle: http://www.c-d-k.de/psychotherapie-klinik/Klinik/Patientenberichte.html

     

    Ess-Brech-Sucht, Bulimie (Bulimia nervosa)

     

     

    Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper kann eine Ursache für Bulimie sein
    (Quelle: DAK/Wigger)

    Die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa, "Bulimie") ist eine psychosomatische Störung des Essverhaltens, unter der vor allem Mädchen und jungen Frauen leiden. Die Bezeichnung Bulimia verweist mit ihrer eigentlichen Bedeutung "Ochsenhunger" (griechisch: bous = Ochse, limos = Hunger) auf das Hauptkennzeichen der Störung, die wiederholt auftretenden, nicht kontrollierbaren Heißhunger-Attacken (Binge Eating Disorder).

    Meist sind diese Essattacken von Schuldgefühlen gefolgt, was die Betroffenen dazu bringt, sie auf verschiedene Weise zu kompensieren. Am häufigsten kommt es vor, dass Erkrankte selbstständig ein Erbrechen auslösen. Andere Arten, um die Essattacken zu kompensieren, können der Missbrauch von Abführmitteln (Laxanzien), entwässernden Medikamenten (Diuretika), Einläufen, Fasten sowie exzessiver Sport sein. Der Hauptunterschied zwischen der Bulimie und Magersucht ist das Gewicht: Betroffene mit Ess-Brech-Sucht sind meist idealgewichtig, leicht unter- oder übergewichtig.

    Essstörungen haben in den letzten 20 Jahren insgesamt zugenommen. Da die Betroffenen ihre Erkrankung verheimlichen, ist die Dunkelziffer entsprechend hoch. Die Häufigkeit wird auf 2,5 bis vier Prozent in der Gruppe der 18- bis 35-jährigen Frauen geschätzt. Bulimie kommt überwiegend in den Industrienationen vor, in denen es Essen im Überfluss gibt. Ca. 90 Prozent der Betroffenen sind Mädchen und Frauen, doch auch junge Männer erkranken zunehmend.

    Ursachen für die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

    Die Ess-Brech-Sucht ist eine psychische Erkrankung, die ganz individuelle Ursachen haben kann. Sie zählt zu den so genannten multifaktoriellen Erkrankungen, da meist eine Kombination psychologischer, biologischer, familiärer, genetischer, sozialer und umgebungsbedingter Faktoren zugrunde liegt. Dennoch gibt es verschiedenen Faktoren, die das Entstehen einer Ess-Brech-Sucht begünstigen können:

    • Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper
      Viele Mädchen und junge Frauen möchten abnehmen, oft verstärkt durch den Wunsch, dem in den Medien verbreiteten Schönheitsideal zu entsprechen. Der Wunsch abzunehmen steht dabei für den Wunsch nach mehr Attraktivität. Schlank sein wird als Sinnbild für Gesundheit und Erfolg verstanden.
    • Geringes Selbstwertgefühl
      Bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern drückt sich ein geringes Selbstwertgefühl in einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper aus.
    • Familiäre Faktoren
      Familiäre Faktoren können an der Entstehung einer Ess-Brech-Sucht beteiligt sein, wenn beispielsweise Eltern Körpergewicht und Selbstwertgefühl miteinander verbinden und dies ihren Kindern gegenüber auch so kommunizieren.
    • Häufige Diäten
      Durch häufige Diäten kann das Gefühl für Hunger und Sättigung verloren gehen. Natürliche Mechanismen verlieren ihre Bedeutung und im Fall der Ess-Brech-Sucht verlieren die Betroffenen die Kontrolle über ihr Hunger- und Sättigungsgefühl.
    • Essen als Ventil
      Essen kann eine Art Ersatzbefriedigung für unerfüllte Bedürfnisse sein. Eine Essattacke kann emotionale Erleichterung bringen und Angst mindernd wirken.
  • Symptome der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa): Heißhunger-Attacken mit gesundheitlichen Folgen
  • Hauptmerkmal der Ess-Brech-Sucht sind die Heißhunger-Attacken, die meistens von Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, Fasten oder exzessivem Sport gefolgt werden. Während der Essanfälle nehmen die Betroffenen sehr große Kalorienmengen auf (bis zu 10.000 kcal), ohne sich dabei kontrollieren zu können. Meist werden kohlenhydrat- und kalorienreiche Nahrungsmittel in großen Mengen gegessen. Die Anfälle treten normalerweise mehrmals pro Woche, selten täglich, auf.

    Zusätzlich können sich gesundheitlich bedenkliche Folgen aus dem bulimischen Essverhalten entwickeln:

    • Störungen im Magen-Darm-Trakt durch den Missbrauch von Abführmitteln
    • Elektrolytentgleisung und Mangel- bzw. Fehlernährung durch das ständige Erbrechen
    • Magensäure greift auf Dauer den Zahnschmelz an und führt zu Karies
    • Risse oder Entzündungen der Speiseröhre
    • Vergrößerung der Speicheldrüsen des Munds (?Hamsterbacken?)
    • Kreislaufprobleme
    • Menstruationsstörungen bei Frauen
    • Herzrhythmusstörungen durch Kaliummangel aufgrund des häufigen Erbrechens
  • Auf psychologischer Ebene tritt das gestörte Essverhalten bei der Bulimie häufig gleichzeitig mit Depressionen und einem gestörten Sozialverhalten auf. Erkrankte beschäftigen sich stark mit den Themen Essen, Nahrungsmittel, Figur und Aussehen. Dabei verlieren gemeinsame Mahlzeiten in der Familie an Bedeutung. Die Betroffenen ziehen sich zurück, um ihre Krankheit geheim zu halten. Sie schämen sich für ihre Essattacken und verstecken die Anfälle vor Familie und Freunden, oft weiß nicht einmal der Partner Bescheid. Oft ziehen sich Bekannte und Familie aber auch von selbst zurück, da Betroffene nur noch mit den Themen Essen und Gewicht beschäftigt sind. Dies wiederum schmälert das Selbstbewusstsein der Betroffenen weiter, sodass sie glauben mit Gewichtskontrolle ihre Attraktivität wieder zu gewinnen. Somit stecken sie in einem Teufelskreis.
  •  

    Diagnose der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

    Die Diagnose der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) kann anhand der typischen Symptome gestellt werden. Zudem gibt es aber auch spezielle Diagnosekriterien für den Arzt, um eine Ess-Brech-Sucht festzustellen:

    • wiederholte Episoden von Essanfällen, mind. zwei Mal pro Woche, wobei die Menge der kalorienreichen Nahrungsmittel nicht mehr kontrollierbar ist
    • um eine daraus folgende Gewichtsabnahme zu vermeiden, greifen die Betroffenen zu Mitteln wie selbst herbeigeführtes Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln oder entwässernden Medikamenten, strenge Diäten und übertriebene sportliche Aktivität
    • an Ess-Brech-Sucht erkrankte Personen beschäftigen sich überdurchschnittlich viel mit Essen, Diäten und ihrer Figur und haben krankhafte Angst davor, zuzunehmen
  • Erfahrene Therapeuten können auch andere sichtbare Zeichen der Ess-Brech-Sucht erkennen: geschwollene Speicheldrüsen, Verdickungen an den Fingern, mit denen das Erbrechen ausgelöst wird, geplatzte Äderchen in den Augen sowie typische Zahnschäden. Bei der Diagnostik der Erkrankung sollte der Arzt andere organische Krankheiten ausschließen. Sind Herzrhythmusstörungen vorhanden, werden diese mittels Elektrokardiogramm (EKG) untersucht.
  • Therapie der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

    Bei der Therapie der Ess-Brech-Sucht ist das Zusammenspiel von Medizinern, Ernährungsberatern und Psychologen sinnvoll. Die Psychotherapie ist dabei ein sehr wichtiger Pfeiler der Behandlung. Bei Kindern und Jugendlichen sollte auch die Familie in die Psychotherapie miteinbezogen werden.

    Die Behandlung der Ess-Brech-Sucht kann ambulant, in einer Tagesklinik oder stationär erfolgen. Medizinische Komplikationen wie starker Elektrolytverlust, Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus oder psychische Begleiterkrankungen wie Suizidgefahr können einen stationären Aufenthalt notwendig machen. Der stationäre Aufenthalt ist dabei immer nur Vorbereitung auf die ambulante Therapie, die Weiterbehandlung ist maßgeblich für den Erfolg der Therapie. Neben der psychotherapeutischen Betreuung spielt die Ernährungsberatung eine wichtige Rolle, um das Essverhalten zu normalisieren.

    Selbst bei einem günstigen Krankheitsverlauf muss man damit rechnen, dass es Jahre dauern kann, bis es zu einer Heilung der Ess-Brech-Sucht kommt. Mit Rückfällen muss gerechnet werden. Deshalb ist eine längerfristige psychotherapeutische Betreuung von großer Bedeutung.

    Verlauf der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

    Die Ess-Brech-Sucht beginnt meist nach der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter. Oft beginnt die Essstörung mit Diäten, während denen erstmals Heißhunger-Attacken auftreten. Manchmal beginnt eine Bulimia nervosa auch mit einer vorangegangenen magersüchtigen Phase. Diese Phase wurde dann überwunden und das Gewicht normalisiert, aber aus Angst vor weiterer Gewichtszunahme erbrechen die Betroffenen. Für den Verlauf der Ess-Brech-Sucht typisch sind auch Phasen, in denen ein normales Essverhalten besteht im Wechsel mit Phasen der Heißhunger-Attacken.

    Vorbeugen vor Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa): Präventionsprogramme

    Da die Psychotherapie bei der Ess-Brech-Sucht nicht immer erfolgreich ist, richtet sich das Augenmerk immer stärker auf Prävention. Um einer Bulimie vorzubeugen, muss man die Gründe und Risiken dafür kennen.

    Inzwischen gibt es viele Präventionsprogramme, in denen Mädchen und junge Frauen lernen sollen, Empathie für Essgestörte zu entwickeln, um so das eigene Verhalten kontrollieren und gegebenenfalls ändern zu können. Laut Experten ist es jedoch wichtig, dass die Programme über einen längeren Zeitraum laufen, um auch wirklich greifen zu können. Zusätzlich sollen Ärzte, Apotheker und Pädagogen sensibilisiert werden, um frühzeitig Probleme zu erkennen und Hilfsangebote für Menschen mit erhöhtem Risiko bereitzustellen.


    Psychologische Beratung finden Betroffene der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) auch im Internet unter www.meinpsychiater.de.

    Quellen:
    Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendphsychiatrie und ?psychotherapie: Essstörungen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 028/011 (Stand: März 2003)
    Online-Information der Medizinischen Universität Heidelberg: http://www.anorexia-nervosa.de (Stand: November 2007)
    Online-Information der Rheinischen Kliniken Essen: http://www.uni-essen.de/psychosomatik/html/bulimie.html#Hintergruende (Stand: November 2007)
    Online-Information der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie: http://www.c-d-k.de/psychotherapie-klinik/Stoerungen/bulimie_verlauf.html (Stand: November 2007)
    Dr. phil. Sonnenmoser, M.: Essstörungen: Bei Prävention ansetzen. Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe Juli 2006, p. 314

     


    Autor: Miriam Funk 
    Letzte Änderung am: 09.10.2008

     

    Quelle: http://www.meinpsychiater.de/Bulimie.html

     

     

     

     

     Das Märchen von der traurigen Traurigkeit von Inge Wuthe

    Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege saß, schien fast körperlos. Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte:

    "Wer bist du?"

    Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zu hören war.

    "Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte grüßen.

    "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.

    " Natürlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stück des Weges begleitet." "Ja, aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht
    vor mir? Hast du denn keine Angst?" "Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

    "Ich... bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme." Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.

    "Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."

    Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen.

    Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."

    "Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu."

    Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt." Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber ... aber - wer bist eigentlich du?"

    "Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen:

    "Ich bin die Hoffnung!"

    ___________________________________________________________________

    Über das Glück...

    Ein Geschäftsmann kam zum Meister und wollte von ihm wissen,

     

    was das Geheimnis eines erfolgreichen Lebens sei.

     

    Sagte der Meister:

     

    "Mach jeden Tag einen Menschen glücklich!"

     

    Und er fügte nach einer Weile hinzu:

     

    "... selbst wenn dieser Mensch du selbst bist."

     

    Und noch ein wenig später sagte er:

     

    "Vor allem, wenn dieser Mensch du selbst bist."

    • Verfasser unbekannt,
      Geschichte leicht überarbeitet

    Motorradtour am 21.Mai.2009

    Die Sonne strahlte am Himmel als wir 12 Motorradfreunde uns in Fritzlar - Geismar um 10.30 Uhr trafen. Die Mitfahrenden kamen aus den Gruppen Wolfhagen und Bad Wildungen. Unsere Tour ging nach Bornhagen in das alte, historische Wirtshaus Klausenhof. Dieses liegt ganz unterhalb der Burg Hanstein an der alten Geleitstraße, die das Werratal mit dem Leinetal verbindet. Um 12.30 Uhr sind wir dort angekommen und genossen im Biergarten Speis und Trank. Der Klausenhof ist ein uraltes Wirtshaus mit Rittersaal, mittelalterlicher Schränke, Steinofen, Brunnen und Badestube. Es ist dort sehr gemütlich und man hat viel zu sehen. Bisher hatten wir bereits 100 km zurückgelegt und wir freuten uns schon auf die Rückfahrt. Beim Aufsteigen auf unsere Motorräder ließ ich mal meinen Blick durch die Runde schweifen und musste unwillkürlich schmunzeln. Unsere Teilnehmer waren 7 Männer und 4 Frauen. Ich dachte so zu mir, von wegen Frauen sind das schwache Geschlecht. Gabi stieg als Fahrerin auf die schwerste Maschine auf. Ihre BMW R 1200 GS hat 1200 ccm. 200 Stundenkilometer sind da leicht drin. Entschuldigt bitte meine Wortwahl, ich muss es einfach mal loswerden, diese Maschine ist ein supergeiles Geschoss.

    Unser Peugeot Motorroller mit 125 ccm war die kleinste Maschine. Der Roller schafft 120 km in der Stunde. Diese trug sogar meinen Mann und mich gemeinsam durch die schöne Landschaft.

    Ein Pärchen Oldies durfte an diesen Tag auch nicht fehlen. Gemeinsame 97 Jahre sind bislang zu verzeichnen. Die gepflegte BMW R45 ist bereits 27 Jahre alt. Der Motor schnurrte wie ein Kätzchen. In 1,5 Jahren feiert Dieter mit seiner Maschine den gemeinsamen 100. Geburtstag. Alle Depashler werden an diesem Tag von ihm zu einem Schnäpschen eingeladen.

    Ob großes oder kleines Motorrad, ob Mann oder Frau, wir hatten viel Spaß und einen schönen Tag. Gemeinsam fuhren wir im Schnitt mit maximal 80 Kilometern die Stunde über Berg und Tal. Einigen taten vom Sitzen auf dem Bock schon der Hintern und die Beine weh.

    Wir waren alle froh um 16.30 Uhr wieder  zurück in Geismar zu sein. Dort war der Grill schon angefeuert worden. Alle machten es sich auf Stühlen gemütlich, streckten endlich die Beine mal wieder aus und tranken etwas Kühles. In der Zwischenzeit wurden Würstchen und Fleisch auf den Grill gelegt und Ina und Gudrun stellten für alle verschiedene selbstgemachte Salate auf den Tisch.

    Wir ließen es uns schmecken und sprachen über Gott und die Welt. Es gab viel zu reden und einige Gemeinsamkeiten wurden entdeckt. Menschen die sich nicht kannten, kennen sich jetzt. Das finde ich sehr positiv. Es was für uns alle ein gelungener, schöner Tag.

    Ich kann nun nur für mich sprechen und sagen, jederzeit gern wieder.

     

    Bis bald, eure Rita

     

    Ich wünsche dir Zeit

     

    Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.

    Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:

    Ich wünsche dir Zeit, dich zu  freun und zu lachen,

    und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

     

    Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,

    nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

    Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,

    sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

     

    Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.

    Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben

    als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,

    anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

     

    Ich wünsche dir Zeit, nach den  Sternen zu greifen,

    und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.

    Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.

    Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

     

    Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,

    jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

    Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

    Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

     

    Geschrieben von Elli Michler

     

     

     

     

     

     

    Botenstoffe

    Handeln, Denken und Fühlen des Menschen
    werden gesteuert über ein System von 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen). Die Nervenzellen wiederum kommunizieren über Tausende von Synapsen mit anderen Nervenzellen. Ingesamt gibt es wohl über 100 Billionen Synapsen.
    Über die Nervenfasern werden Informationen (z.B. bei Erregung, Angst) in Form elektrischer Ströme(positiv o. negativ geladene Ionen) weitergeleitet. Unser Gehirn produziert also rund um die Uhr elektrischen Strom .
    Zwischen den einzelnen Nervenzellen befindet sich eine Lücke - der synaptische Spalt- ,welcher von den elektrischen Strömen nicht überwunden werden kann.
    Hier werden zur Übertragung der Informationen von einer Nervenzelle zur anderen sogenannte Botenstoffe bzw. Transmitter eingesetzt. Auf chemischen Weg wird so die Information zur nächsten Zelle weitergegeben. Dort nehmen Rezeptoren den Botenstoff auf, die Information wird wieder in elektrische Ströme umgewandelt und auf diese Art weitergeleitet bis zum Ziel, z.B. Muskeln oder Organe.
    Haben die Botenstoffe Ihre Funktion erfüllt, gelangen Sie wieder in den synaptischen Spalt und verbleiben bis zur nächsten Übertragung , werden zurücktransportiert in die vesikulären Speicher oder abgebaut.
    In den vorgelagerten Nervenzellen gibt es ebenfalls Rezeptoren, an denen sich Botenstoffe anlagern Auf diese Weise wird die Konzentration der Botenstoffe gemessen und als Folge deren Produktion Speicherung oder Abbau reguliert.
    Für ein ausgeglichenes System ist hierbei nicht nur eine bestimmte Konzentration von Botenstoffen nötig, auch das Verhältnis der Transmitter untereinander ist wichtig sowie die Anzahl der Rezeptoren und deren Ansprechbarkeit auf die Transmitter.
    Daneben spielen noch Enzyme eine Rolle, vor allem die MAO (Monoaminooxidase) dient dem Abbau überschüssiger Stoffe.

    Die wichtigsten und wohl bekanntesten Transmitter sind:
    Serotonin:
    unter anderem für Glücksgefühle zuständig. Es spielt eine wesentliche Rolle bei der Kontrolle von Wachheit, Schlaf, Temperaturempfinden, Impulsivität, sexuellem Verhalten
    Noradrenalin,Adrenalin, Dopamin:
    wirken positiv auf den Antrieb.
    GABA
    (Gammaaminobuttersäure): setzt die Empfänglichkeit der Neuronen für erregende Impulse anderer Nervenzellen herab
    Acetylcholin: regt die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen und die Darmtätigkeit an. Kreislaufleistung, Herzfrequenz und Atmung nehmen dagegen ab. Blutgefäße werden weitgestellt und die Pupille verengt, das Auge auf den Nahpunkt eingestellt.
    Histamin: bekannt durch seine Rolle als Auslöser allergischer Reaktionen,

    Weiterhin haben Transmitter meist mehrere Funktionen und ihr Einsatzbereich ist nicht lokal begrenzt.
    Serotonin z.B. wirkt nicht nur stimmungsaufhellend, sondern wird auch in den Mastzellen des Darms produziert und hat dort regulierende Funktion bei der Verdauung.
    Histamin kann entspannend wirken, ist aber auch wesentlich beteiligt am allergischen System des Körpers.
    Transmitter sind auch an der motorischen Kontrolle, im Prinzip bei allen körperlichen
    Reaktionen beteiligt. Herzschlagfrequenz, Darm/Muskel/Bronchienkontraktionen, Schmerz und Juckreizauslösung. Kein Bereich des Körpers, der nicht direkt oder indirekt durch die Wirkung der Transmitter beeinflusst wird.
    Dadurch erklären sich auch unerwünschte Nebenwirkungen von Psychopharmaka: Bei Schizophrenie eingesetzte Neuroleptika können so unter anderem auch Muskelsteifigkeit, Bewegungsarmut und Zittern zur Folge haben.
    Vor allem dieser Bereich des menschlichen Organismus kann nur als zusammenhängendes, kompliziertes System mit vielfältigen gegenseitigen Abhängigkeiten verstanden werden.
    Bereits dieser grobe Überblick dürfte eine Einblick geben, wie kompliziert und vielfältig das System der Erregungsweiterleitung ist.

    Bei vielen psychiatrischen Erkrankungen geht die Wissenschaft von Störungen in diesem System der Botenstoffe im Gehirn aus. 
    Bei Schizophrenie z.B. wird eine Überaktivität bzw. ein Ungleichgewicht des dopaminergen Systems vermutet, Depressionen und Manien werden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen begleitet von Störungen der noradrenergen und/oder serotonergen Synapsen. Auch bei Zwangsstörungen sowie posttraumatischen Belastungsstörungen konnten Veränderungen im Transmittersystem festgestellt werden. Entsprechend erfolgt die Medikamentation mit dem Ziel der Regulierung dieser Systeme.
    Das Angst mit dem verstärkten Ausstoss von Adrenalin einhergeht, ist allgemein bekannt.

                              Medikamentation:
    Auf Grund der Komplexität dieses Systems ist die Medikamentation sehr schwierig.
    Sie erfolgt in der Regel “einschleichend”, d.h. es werden anfänglich geringere Dosen gegeben und deren Wirksamkeit nach einiger Zeit überprüft und die Dosis entsprechend der Wirksamkeit bzw. der Nebenwirkungen verändert oder auch ein anderes Medikament verschrieben.
    Umgekehrt erfolgt die Absetzung “ausschleichend” mit langsam niedriger werdender Dosierung.
    Dies soll auch dem sog. Reboundphänomen entgegenwirken.
    Medikamente, die in den Neurotransmitter- oder Hormonhaushalt eingreifen, bewirken oft eine gegenregulatorische Reaktion des Körpers. Bei abrupter Absetzung des Medikamentes kann es dann zu Gegenreaktionen ähnlich der eigentlichen Krankheitssymptome kommen, die sich oft nur schwer von einer weiterbestehenden Erkrankung abgrenzen lassen.

    Die ideale Dosierung ist nicht vorgegeben, sondern muss i.d.R. durch “praktisches Ausprobieren” gefunden werden.
    Ein Problem ist, dass jeder Körper anders auf bestimmte Wirkstoffe reagiert. Bereits die körperliche Verfassung des Patienten im Moment der Einnahme -ruhig, erregt- kann Einfluss auf die Wirkung haben.
    Vor allem bei älteren Patienten ist eine vorsichtige -niedrigere-Dosierung angeraten, da zum einen meistens weitere körperliche Schädigungen vorliegen (Multimorbidität) und andererseits wichtige organische Bedingungen anders als beim jungen Menschen sind -ganz wesentlich können sich z.B. eingeschränkte Leber-Nierenfunktionen auswirken auf die Wirkungen und Nebenwirkungen eines Mittels-
    Hinzu kommt, dass diese Medikamente ihre Wirkung oft erst nach längerer Zeit entfalten. Die sogenannte Blut-Hirnschranke, welche unser Gehirn vor dem Eindringen gefährlicher Stoffe schützt, kann eine verzögerte Wirkung der Medikamente bewirken. Auch dauert es eine Weile, bis sich ein gleichmässiger Pegel zwischen Aufnahme und Wiederabbau der Wirkstoffe im Körper eingestellt hat.
    Zusätzlich vermutet man, dass der Körper auf Dauer mit einer Veränderung der Nervenzellen reagiert. Wahrscheinlich bilden sich nach mehreren Wochen verstärkt Rezeptoren, wodurch die Wirkung des Medikaments. Diese schon erwähnte Gegenregulation des Körpers führt zu Toleranzen bei der Wirkung eines Medikamentes.

    Bei allem muss auch gesagt werden, dass dieser Bereich des menschlichen Organismus noch mehr Fragen als Antworten bietet. Oftmals werden nur Rückschlüsse aus der Reaktion des Körpers auf bestimmte Wirkstoffe gezogen, vieles beruht auf Hypothesen. Ob die körperlichen Störungen -Veränderungen im Botenstoffhaushalt- mancher psychiatrischer Erkrankungen URSACHE oder FOLGE der Erkrankung sind, kann nicht zweifelsfrei beantwortet werden.
    Doch solange keine anderen biochemischen Erklärungen gefunden werden und die vorhandenen Medikamente Wirkung auf die Symptomatik zeigen, stehen die bisherigen Erkenntnisse im Vordergrund.

    Quelle: http://www.terrapie.de/html/botenstoffe.html

     

     

     

     

     

    Du weißt nicht

     

    wie schwer die Last ist,

     

    die du nicht trägst

     

    Afrikanisches Sprichwort

     

     

     

     

     

     

     

    Psychologie

    Angst ist ansteckend

    Furcht wird möglicherweise über den Geruch von Angstschweiß auf andere übertragen

    Wer die Angst anderer riecht, bekommt sie selber

    Wer große Angst empfindet, kann diese über den Geruch seines Angstschweißes auf andere Menschen übertragen, so das Ergebnis einer US-Studie an der Stony-Brook-Universität in New York. Geruchsbotenstoffe, sogenannte Pheromone, lösen beim Einatmen im Gehirn Angstreaktionen aus, erklärt Studienleiterin Liliane Mujica-Parodi.

    Für ihre Studie nahm die Wissenschaftlerin mit ihrem Team Schweißproben von 40 Freiwilligen, die ihren ersten Fallschirmsprung absolvierten und dadurch übermäßig viel Angstschweiß produzierten. Als Gegenprobe wurde der Scheiß von Testpersonen verwendet, die auf einem Laufband trainierten. Eine dritte Testgruppe musste schließlich an den Schweißproben riechen. Ergebnis: Wer am Angstschweiß schnüffelte, zeigte eine erhöhte Aktivität in den Angstzentren der Gehirne auf. Beim Riechen an der normalen Schweißprobe konnten die Wissenschaftler bei den Probanden hingegen keine besonderen Reaktionen feststellen.


     

    Autor: Marlena Witte 04.12.2008 © MensHealth.de

     

     

     

    • Verstehen kann man das Leben rückwärts,
    • leben muss man es aber vorwärts.
    • Autor: Søren Kierkegaard

     

    Repräsentation des Lebens

     

    Ein Professor stand vor seiner Philosophie-Klasse und hatte einige

    Gegenstände vor sich. Als der Unterricht begann, nahm er wortlos einen

    sehr großen Blumentopf und begann diesen mit Golfbällen zu füllen. Er fragte die Studenten, ob der Topf nun voll sei. Diese bejahten es.

    Dann nahm der Professor ein Behältnis mit Kieselsteinen und schüttete        diese in den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die Kieselsteine rollten in

    die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf jetzt voll sei. Sie stimmten zu:

    Der Professor nahm als nächstes eine Dose mit Sand und schüttete diese in den Topf Natürlich füllte der Sand den kleinsten verbliebenen Freiraum.

    Er fragte wiederum, ob der Topf voll sei. Die Studenten antworteten einstimmig "ja".

    Der Professor holte zwei Dosen Bier unter dem Tisch hervor und goss den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus. Die Studenten lachten.

    "Nun", sagte der Professor, als das Lachen allmählich nachließ, "ich

    möchte, dass sie diesen Topf als die Repräsentation ihres Lebens ansehen. Die Golfbälle repräsentieren die wichtigen Dinge in ihrem Leben: ihre Familie,    ihre Kinder, ihre Gesundheit, ihre Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte ihres Lebens, welche, falls in ihrem Leben            alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, ihr Leben trotzdem noch erfüllend wäre".

    "Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie ihre Arbeit, ihr Auto, ihr Haus.

    Der Sand ist alles andere, die Kleinigkeiten.

    Falls sie den Sand zuerst in den Topf geben", fuhr der Professor fort, "hat es weder Platz für die Kieselsteine noch für die Golfbälle. Dasselbe gilt für ihr

    Leben. Wenn sie alle ihre Energie in Kleinigkeiten investieren, werden sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge. Achten Sie auf die Dinge, welche ihr Glück gefährden.

    Spielen Sie mit den Kindern, pflegen sie ihre Partnerschaft, nehmen sie . sich Zeit für ihre Gesundheit, genießen sie ihr Zuhause - es wird immer noch         Zeit bleiben, Pflichten zu erledigen und andere Tätigkeiten zu verrichten.  Achten sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind; setzen sie Prioritäten. Der Rest ist nur Sand".

    Einer der Studenten hob die Hand und wollte wissen, was denn das Bier repräsentieren soll. Der Professor schmunzelte: "Ich bin froh, dass sie

    das fragen. Es ist dafür da, ihnen zu zeigen, dass, egal wie schwierig ihr Leben auch sein mag, es immer noch Platz hat für ein oder zwei Bierchen."

     

     

    Autor: Unbekannt

     

     

      • "Ich habe aus meinen Erfahrungen gelerntll
  • Bis zum Jahr 2000 war eigentlich alles in Ordnung. Ich habe die Realschule besucht, später mein Fachabi nachgeholt und mich 1998 an der Fachhochschule für Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben. Ich kam mit meiner Familie gut klar, hatte Freunde und bin mit ihnen ausgegangen.
  • Meine Psychose überkam mich innerhalb einiger Wochen, als ich ein sechsmonatiges Praktikum bei einem großen Automobilhersteller machte. Dort herrschte enormer Stress und ein sehr großer Erwartungsdruck, dem ich offensichtlich nicht gewachsen war. Dazu fühlte ich mich in den letzten zwei Monaten gemobbt. Ich schlief schlecht, manchmal Nächte lang gar nicht und war nervös. Plötzlich bekam ich Halluzinationen, hörte Stimmen und hatte Herzrasen.

    Deswegen bin ich dann ins Krankenhaus gegangen. Ich hatte Angst, mein Herz bleibt stehen. Man schickte mich aber ohne Befund nach Hause. Ich wurde immer nervöser und gereizter. Eine Weile später das gleiche Spiel:

    Wieder bildete ich mir ein, mein Herz könne versagen, fuhr ins Krankenhaus. Auch diesmal kein Befund. Beim dritten Mal überwiesen mich die Ärzte in die Psychiatrie, weil sie merkten: Mit mir stimmt was nicht. Vier Wochen offene Anstalt. Dort stellte man die Diagnose: Schizophrenie.

    Als ich wieder draußen war, pausierte ich mit dem Studium und machte eine Psychotherapie. Gemeinsam mit meiner Ärztin habe ich versucht herauszufinden, was der Auslöser für meine Psychose gewesen sein könnte. War es die Überforderung? Gab es vorher schon Anzeichen? Laut meiner Therapeutin beginnt eine Psychose etwa sechs Monate vor Ausbruch. Ich erinnerte mich, dass ich bereits in meinem Urlaub in Venezuela vor dem Praktikum Schlafstörungen, hatte, mir darüber aber damals keine Gedanken gemacht hatte. Ich hatte Spaß dort. Vermutlich bin ich in meinem Leben schon zu oft verletzt worden, durch den Stress im Praktikum war dann das Maß voll.

    Drei Jahre nahm ich die Tabletten, später konnte ich die Dosierung herunterfahren. Ich fühlte mich gut. Ich wollte aber nicht wahr haben, dass ich krank bin. In meinem Kopf hatte sich festgesetzt: "Zwei Jahre Tabletten!" Ich dachte, dann bin ich gesund! Ein Missverständnis, wie ich heute weiß. Ich beschloss also, ohne Rücksprache mit meinem Arzt die Medikamente abzusetzen. Ein großer Fehler! Es dauerte genau drei Monate bis zum Rückfall. Und der war um einiges heftiger, als das, was ich davor erlebt hatte. Ich halluzinierte wieder, war aggressiv und gewalttätig, bedrohte meine eigene Schwester. Sie wusste sofort, was mit mir los war und rief die Polizei, sie wollte, dass man mich in die Klinik bringt. Doch erst, als ich ihr Auto demolierte, hatten die einen Grund, mich wirklich zwangseinzuweisen.

    Diesmal acht Wochen geschlossene Abteilung. Das war im Juni 2004. Ich fand es dort furchtbar, wollte raus. Während die anderen Patienten bei der Ergo-Therapie waren, habe ich für meine Klausuren gelernt. Ich hoffte, schnell wieder zur Uni gehen zu können. Und ich ärgerte mich. Hatte ich doch in der Therapie gelernt, auf Anzeichen zu achten, wenn ein Rückfall drohte. Aber ich hatte alles total verdrängt. Im Nachhinein war es gut so, wer weiß, was ich sonst noch angestellt hätte.

    In der Klinik machte man mir dann den Vorschlag, auf ein Depot-Präparat umzustellen, das in größeren Abständen dann per Spritze verabreicht wird. Ich sagte sofort ja, denn ich war schlauer, als beim ersten Mal. Ich wollte nicht mehr an Tablet ten denken müssen oder womöglich den gleichen Fehler noch einmal machen und sie einfach absetzen.

    Das Medikament nehme ich heute immer noch, im Sommer soll die Dosis reduziert werden. Ich gehe wieder zur Uni und bin gern unter Leuten. Es geht zwar nicht mehr alles so schnell, ich brauche auch viel Schlaf, bin träge und muss Stress vermeiden. Aber ich habe meine Krankheit angenommen und aus meinen Fehlern gelernt.

    Quelle: Faszination Seele III/2005                                   Herr C. aus B., 33 Jahre

    Was ist ein (Psycho)-Trauma?

    Das kennzeichnende Grundgefühl eines jeden psychischen Traumas ist die Ohnmacht. Einer Situation, einem Ereignis völlig ohne Macht, hilflos ausgeliefert zu sein, führt zu völligem Kontrollverlust und zu großer Angst. Aus der modernen Hirnforschung weiß man heute, dass dieses Ereignis in der Amygdala, einem umschriebenen Bereich im Gehirn, gespeichert wird. Die Folgen einer solchen Erfahrung sind vielfältig und abhängig von der Intensität des Ereignisses, aber auch vom Zeitpunkt des Traumas. Es können jede Art von Ängsten, aber auch Depressionen entstehen, sowie vielfältige andere Symptome.

    Handelt es sich um ein kurzes, akutes und begrenztes Trauma-Ereignis, spricht man vom Typ 1-Trauma. Die meisten Typ 1-Traumata können meist dank vorhandener Selbstheilungsmechanismen von den betroffenen Menschen in den dem Ereignis folgenden Wochen ohne bleibende Symptome verarbeitet werden. Sozialer Beistand, Schutz und Entlastung fördern diese spontanen Heilungsvorgänge.

    Von einem Typ 2-Trauma spricht man, wenn aufgrund des Traumas Symptome entstehen und bestehen bleiben. Beispielsweise erlernen die Betroffenen die Fähigkeit, sich von ihren Gefühlen, ihren körperlichen Schmerzen oder ihrem wachen Bewusstsein für das Geschehen abzutrennen (Dissoziation); oder sie übernehmen anstelle des Täters die Verantwortung und Schuld für das Geschehen (Introjektion).

    In manchen Fällen kommt es nach einem traumatischen Ereignis zur dauerhaften Entwicklung krankheitswertiger psychosomatischer Symptome, z. B. in Form der posttraumatischen Belastungsstörung. Diese Störung schlägt sich unter anderem in anhaltenden Erinnerungen oder dem Wiedererleben des traumatischen Ereignisses nieder. Es treten sich wiederholende Träume auf sowie innere Bedrängnis in Situationen, die der ursprünglichen Belastung ähneln.

     

    Quelle: http://www.privatklinik-zwischenahn.de/krisen/traumatisationen.html

     

     

    Auch Gedanken muss man erst

     

    zurechtschieben wie ein

     

    Kopfkissen, bis sie uns ruhen lassen.

     

    Autor: Erhard Blanck (geboren 1942), Schriftsteller

     

     

    Ängste und Phobien

    Alle Ängste sind "erlernt"


    Ob jemand aber eine Veranlagung mitbringt oder eine unglückliche Prägung durch die Erziehung: Letzten Endes sind alle Ängste "erlernt". Sie sind die konditionierte Reaktion auf eine als bedrohlich empfundene Situation. Manchmal kann ein einziger Auslöser genügen, um jahrelange Pein zu erzeugen: Wer miterleben muss, wie ein Flugzeug mit brennendem Triebwerk notlandet, und dabei Todesängste aussteht, wird womöglich so schnell keinen Fuß mehr in einen Flieger setzen wollen. Wer einmal von einer Dogge gebissen wurde, geht danach selbst jedem Schoßhund aus dem Weg.

    Eben diese Vermeidungsstrategie macht die Angst jedoch noch schlimmer - weil sie offenbar die Abläufe im Gehirn verändert. Forscher haben festgestellt, dass bei Angsterkrankten irgendwann die Balance der Botenstoffe im Limbischen System, dem Gefühlszentrum des Gehirns, gestört ist. Diese so genannten Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin, GABA oder Dopamin sorgen für die Weiterleitung der Erregung zwischen Milliarden von Nervenzellen und stimulieren dadurch Empfindungen wie Angst oder Traurigkeit, aber auch Glück. Eine falsche Dosierung kann Panik oder Depressionen zur Folge haben.

    Der US-Neurowissenschaftler Joseph LeDoux erklärte das Transmitter-Chaos als Folge einer Fehlfunktion der Amygdala. Dieser mandelförmige Verbund von Nervenzellen (man nennt ihn auch Mandelkern) sitzt ebenfalls im Limbischen System und reagiert blitzschnell auf äußere Reize. Entdeckt ein Wanderer auf seinem Weg ein längliches Objekt, entscheidet die Amygdala in Sekundenbruchteilen, ob Gefahr droht. Scheint dies der Fall (eine giftige Schlange?!), versetzt sie den Körper in Alarmbereitschaft. Die genauere Prüfung des Objekts (vielleicht ist es ein Stock?) übernimmt währenddessen der Hippocampus. Er hat Zugriff auf sämtliche Erinnerungen des Wanderers und analysiert daher wesentlich sorgfältiger als die hektische Amygdala. Kommt er zu dem Schluss, dass keine Gefahr besteht (tatsächlich nur ein Stock!), schickt er ihr diese Erkenntnis zu, und sie schaltet die entstehende Panik herunter.

    Bei Angstkranken funktioniert genau diese Schaltung nicht mehr. Anstatt den Fehlalarm abzubrechen, nimmt die Amygdala die selbst ausgelösten Stresssymptome irrtümlich als äußere Bedrohung wahr (ich spür's, da ist was!) und verstärkt die Angstreaktionen des Körpers. Mehr und mehr Neurotransmitter werden ausgeschüttet, das Unbehagen verselbstständigt sich.

    Weil Betroffene aus solchen Erfahrungen lernen, wie ihr Körper auf Bedrohung reagiert, nehmen sie dessen Veränderungen zukünftig sensibler wahr. Schon ganz normale körperliche Beschwerden wie Schwitzen oder ein schneller Puls werden jetzt als Vorboten der Angst missinterpretiert - und der Teufelskreis gerät erneut in Gang.

    Quelle: http://www.stern.de/wissenschaft/gesund_leben/seele/:Seele-&-Sexualit%E4t-%C4ngste-Phobien/508103.html?p=3&eid=507840&postid=3

    Gyros-Suppe (10 Personen)

    1,5 kg bratfertiges Gyros 2 Becher Sahne

    1/2 Flasche Rotwein

    2 I Wasser mit Brühwürfel 1 gr. Dose Tomaten

    4 kl. Dosen geschnittene Champignons

    3 Pä. Sahne-Schmelzkäse

    1 Paket klassische braune Mehlschwitze

    Schmand, frische Kräuter

    Salz, Pfeffer, Oregano (Pizza-Gewürz)

    Fleisch anbraten (auf 2 Blechen im Backofen bei 200 0 C) mit Champignons, kleingeschnittenen Tomaten und Sahne in großen Topf geben, Brühe und Schmelzkäse auch dazu.

    Aufkochen lassen. Mehlschwitze dazu und kurz kochen lassen.

    Mit Schmand und frischen Kräutern garniert ,servieren.

    Guten Appetit!

    Autor: Heike

    Kartoffeln mit Kräuterquark und Schinken

     

    1,2 Kg Kartoffeln

    je ½ Bund Schnittlauch, Petersilie und Dill oder tiefgefrorene Kräuter

    600g Frühlingsquark

    100g Lachsschinken

    Salatblätter, Tomatenwürfel und Schnittlauch zum garnieren

     

    Kartoffeln waschen, in kochenden Wasser ca. 20 Minuten garen

    Kräuter waschen, trocknen, Schütteln und fein hacken und unter den Quark mischen

    Kartoffeln abgießen, mit Quark und Schinken auf einen Teller ausrichten.

    Mit Salatblättern, Tomatenwürfel und Schnittlauch garnieren.

     

    Guten Appetit   Autor: Heike

    Kommt ein Mann zum Arzt und sagt: "Herr  Doktor, Sie haben mir doch dieses Stärkungsmittel verschrieben."
    Der Arzt fragt darauf: "Ja, was ist denn damit?"
    "Ich bekomme die Flasche nicht auf!"

     

     

    "Bitte brüllen Sie wie am Spieß, so laut, wie Sie nur können", sagt der Zahnarzt zu dem Mann im Behandlungsstuhl.
    "Aber wieso?"
    "Das Wartezimmer ist brechend voll, und ich will die Fußballübertragung in zehn Minuten im Fernsehen sehen."

     

    Ein Mann sitzt gemütlich Zeitung lesend beim Frühstück. Plötzlich zieht ihm seine Frau mit voller Wucht eine Bratpfanne über den Kopf.
    Er fragt sie benommen was das soll.
    Sie: "Na, wegen dem Zettel in deiner Jackentasche, darauf steht der Name "Elsa", kannst Du mir erklären was das zu bedeuten hat?"
    Er überlegt schnell und antwortet dann: "Ach Schatz, ich war doch letzten Samstag mit Klaus und Benni auf der Pferderennbahn. Elsa ist der Name des Pferdes auf das wir gewettet haben." Seine Frau entschuldigt sich daraufhin reumütig.
    Ein paar Tage später sitzt der Mann wieder Zeitung lesend beim Frühstück. Diesmal haut ihm seine Frau eine noch größere Bratpfanne noch heftiger über die Rübe. Der Mann landet mit dem Gesicht in seinem Müsli, er bleibt eine ganze Weile total benebelt liegen. Als er wieder zu sich kommt, hat er furchtbare Kopfschmerzen und Blut läuft aus seiner Nase.
    Er fragt seine Frau mit letzter Kraft was das nun wieder soll.
    Daraufhin sie: "Dein Pferd hat angerufen!"

     

    Ein Viehhändler zieht mit seiner Herde von Dorf zu Dorf. Eines Tages bemerkt er eine alte Kuh in seinem Besitz und denkt nach, wie er die denn nun am besten verkaufen könne.
    Im nächsten Dorf bemerkt er zwei Bauern - den Horst und den Dieter - die nicht allzu intelligent aussehen und beschließt: "Denen verkaufe ich jetzt die alte Kuh!"
    Er spricht die beiden an: "He Männer! Ich hab was tolles für Euch: eine Kuh, die Wasser zu Milch machen kann!"
    Die beiden, anfangs noch skeptisch, lassen sich von dem Viehhändler zu einer Vorführung überreden. Nun, der Viehhändler stellt einen Kübel Wasser vor die Kuh, taucht den Schädel ins Wasser, geht ans hintere Ende und macht mit dem Kuhschwanz pumpende Bewegungen. Dann geht er zum Euter, melkt - siehe da, es kommt Milch raus!
    Die beiden sind natürlich komplett begeistert und kaufen die Kuh. Sie ziehen mit Ihrer Neuerwerbung Richtung Heimat und kommen an einem See vorbei.
    Da hat der Horst eine super Idee und sagt zum Dieter: "Du, wir steigen jetzt groß ins Milchgeschäft ein - stellen wir die Kuh doch an den See!" Gesagt, getan. Die Kuh steht mit den Vorderbeinen im Wasser und hinten an Land.
    Horst hält den Kopf ins Wasser. Dieter pumpt, und die Kuh lässt einen mächtigen Fladen fallen. Er ruft dem Horst zu: "Mann! Halt den Kopf nicht so weit ins Wasser - die saugt schon Schlamm an..."