Juli-September 2011

Chronisches Müdigkeitssyndrom: Was kann die Symptome bei Erwachsenen und Kindern lindern?

 

Kognitive Verhaltenstherapie und eine Behandlung mit stufenweise gesteigerter Aktivität können Menschen mit chronischem Müdigkeitssyndrom helfen. Medikamente haben jedoch bisher mehr unerwünschte Wirkungen als Nutzen gezeigt.

Das chronische Müdigkeitssyndrom (englisch: Chronic fatigue syndrome, CFS) wird auch "chronisches Erschöpfungssyndrom" oder "Myalgische Enzephalopathie" genannt. Es macht sich durch eine Gruppe von Beschwerden bemerkbar, die sehr belastend sein können. Das Hauptsymptom ist eine starke körperliche und geistige Erschöpfung, die selbst nach kleinen Anstrengungen auftreten kann und von der man sich auch in Ruhepausen nicht richtig erholt. Ein CFS kann auch Muskel- und Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und Depressionen einschließen. Wirklich schwerwiegende Symptome sind jedoch nicht sehr häufig.

Die Ursache für das Syndrom ist unklar. Es gibt auch keinen bestimmten Test, der zweifelsfrei zeigt, ob jemand ein CFS hat. Das chronische Müdigkeits-syndrom kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Virusinfektionen (wie zum Beispiel mit dem Epstein-Barr-Virus) erhöhen das Risiko, ein CFS zu entwickeln. Deshalb wird es manchmal auch "postvirales Syndrom" genannt. Menschen mit chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Depressionen haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Die Gründe für diesen Zusammenhang sind nicht genau bekannt. Je nachdem, wie CFS definiert wird, schätzen Wissenschaftler-innen und Wissenschaftler die Zahl der davon betroffenen Menschen unterschiedlich ein.


CFS tritt häufig zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, manchmal aber auch bei Kindern und Jugendlichen. Ohne Behandlung haben sich die meisten Kinder und Jugendlichen innerhalb von sechs Jahren wieder erholt, während mindestens die Hälfte der Erwachsenen auch sechs Jahre nach dem Auftreten der Symptome noch Beschwerden hat.

In den letzten Jahren sind neue Behandlungsverfahren für CFS hinzugekommen. Es gibt mittlerweile auch mehr Forschung zu der Frage, welche Verfahren helfen. Manche Therapien zielen vor allem auf den Umgang mit den Beschwerden ab, andere mehr auf die Symptome oder Probleme, die mit einem CFS einhergehen können - wie zum Beispiel Depressionen, Ängste oder allgemeine körperliche Schwäche.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des "Centre for Reviews and Dissemination" an der York University in England erhielten vom NICE ("National Institute für Health and Clinical Excellence") den Auftrag, nach Studien zu suchen, die geprüft haben, ob und welche Behandlungsverfahren Erwachsenen oder Kindern mit CFS helfen können. Sie fanden 70 Studien, in denen unterschiedliche Behandlungsverfahren an insgesamt über 4700 Menschen mit CFS getestet wurden. In den meisten Studien zu einzelnen Behandlungs-verfahren war allerdings die Zahl der untersuchten Teilnehmerinnen und Teil-nehmer zu niedrig, um sicher beurteilen zu können, ob die Behandlungen tatsächlich helfen. Das gilt besonders für Menschen mit sehr schwerwiegendem CFS.

Nutzen der "Graded Exercise Therapy"

Die Studien zeigten, dass die "Graded Exercise Therapy" (auf deutsch etwa: "Therapie durch stufenweise gesteigerte Aktivität") die Symptome des chronischen Müdigkeitssyndroms stärker lindern konnte als andere Programme wie Entspannungs- oder Beweglichkeitstraining, mit denen sie verglichen worden war. Sie half auch mehr als eine "Behandlung" mit einfachen Ratschlägen, wie Menschen mit CFS mit ihren Beschwerden besser umgehen könnten.

Das Prinzip der "Graded Exercise Therapy" ist es, auf einem Aktivitätslevel zu beginnen, der speziell auf eine Person abgestimmt ist. Kommt sie mit ihrem persönlichen Anfangslevel gut zurecht, ohne dass ihre Beschwerden zunehmen, wird die Intensität der Aktivität ein wenig gesteigert. Auf diese Weise soll das Schwanken zwischen Überlastung und Rückfall ("boom and bust pattern") vermieden werden, dem Menschen mit CFS oft ausgesetzt sind. Es kann zu einem Teufelskreis führen, wenn immer geringere Aktivitäten immer stärkere Müdigkeit auslösen und die Menschen noch mehr Ruhephasen benötigen.

Längere Ruhephasen scheinen keine geeignete CFS-Therapie zu sein. Im Allgemeinen ist es für eine Besserung offenbar entscheidend, dass die Menschen versuchen, wieder aktiver zu werden. Allerdings könnte zu großer Ehrgeiz möglicherweise schaden.

Nutzen der kognitiven Verhaltenstherapie

Kognitive Verhaltenstherapien (KVT) werden bei vielen chronischen Krankheiten eingesetzt mit dem Ziel, Menschen zu vermitteln, wie sie anders mit ihren Beschwerden umgehen können. Sie können zum Beispiel bei rheumatoider Arthritis helfen. Mehr darüber können Sie hier lesen. Mithilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie können Menschen lernen, ihre gedanklichen Muster und ihr Verhalten zu ändern. So können zum Beispiel Vorstellungen wie "ich bin immer so erschöpft, dass ich nie wieder arbeiten kann" alles noch schlimmer machen und den Versuch, wieder aktiver zu werden, verhindern. Eine KVT könnte helfen, solche Gedanken abzuschwächen oder aufzugeben.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist das Behandlungsverfahren, dessen Wirkung durch die Forschungsergebnisse am stärksten gestützt wird. Bei einer KVT zur Behandlung des chronischen Müdigkeitssyndroms finden ein- oder zweimal in der Woche Sitzungen mit einer ausgebildeten Therapeutin oder einem Therapeuten statt. Das Ziel der Behandlung ist es, den Menschen dabei zu helfen, mit ihren Beschwerden besser zurechtzukommen.

Die Studien zeigten, dass die kognitive Verhaltenstherapie den Menschen normalerweise helfen konnte, trotz ihrer Müdigkeit aktiver zu werden. Die Behandlung schloss manchmal auch eine Entspannungstherapie ein, ebenso eine Ergotherapie, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anleiten sollte, ihre täglichen Aktivitäten besser zu bewältigen. Was in den Studien "kognitive Verhaltenstherapie" genannt wird, ist also in der Praxis oft eine Mischung aus verschiedenen Wegen, mit dem CFS und seinen Symptomen umzugehen. Ein Teil der Therapie unterstützte außerdem dabei, mehr Aktivität zu entfalten. Damit konnte mehr Bewegung gemeint sein, aber auch andere Tätigkeiten, wie zum Beispiel jeden Tag eine festgesetzte Zeit zu lesen.

In den Studien gab es keine Berichte über Nachteile durch die KVT. Alle Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder schienen mit diesen Therapie-programmen eine allgemeine Verbesserung ihrer Beschwerden zu erreichen. Jugendliche mit CFS konnten häufiger zur Schule gehen, wenn sie eine kognitive Verhaltenstherapie bei jemandem erhielten, die oder der Erfahrung darin hatte, Menschen mit CFS zu helfen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler folgerten dennoch, es sei noch zu früh, um genau sagen zu können, welches Behandlungsprogramm am wahrscheinlichsten hilft oder welche Qualifikationen und Fortbildungen die Therapeutinnen und Therapeuten benötigen.

Andere Verfahren wie Medikamente und komplementäre Therapien
Um CFS zu behandeln, sind schon viele Methoden ausprobiert worden:

  • Ernährungsumstellung
  • Änderung der Schlafgewohnheiten
  • komplementärmedizinische Verfahren wie Akupunktur, die Einnahme von Vitaminen, pflanzlichen oder homöopathischen Mitteln
  • verschiedene Medikamente
  • Alle die Medikamente, die bislang bei CFS ausprobiert werden, können unerwünschte Wirkungen haben. Für kein Medikament ist ein Nutzen belegt. Welche Behandlungsverfahren Menschen mit CFS helfen könnten, wird weiter erforscht. Mehr Forschungsergebnisse sollten es ermöglichen, herauszufinden, welche Therapien und Kombinationen von Behandlungsverfahren am besten geeignet sind, um die Symptome des Syndroms zu verringern. Sobald es neue Erkenntnisse dazu gibt, werden wir unsere Informationen aktualisieren.

    Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
  • Erstellt am: 25. Juli 2008 11:44 Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2009 16:30

     

    Quelle: http://www.gesundheitsinformation.de/chronisches-muedigkeitssyndrom-was-kann-die-symptome-bei-erwachsenen.397.de.html

    Depressionen: Können Entspannungsverfahren helfen?

     

     

    Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelentspannung können zur Linderung leichter bis mittelschwerer Depressionen beitragen. Sie sind aber nicht so wirksam wie eine bestimmte Art einer psychotherapeutischen Behandlung, nämlich die kognitive Verhaltenstherapie.

    Depressionen sind weit verbreitet: In Deutschland haben schätzungsweise 15 von 100 Erwachsenen – also 15 % oder etwa jeder siebte – mindestens einmal im Leben damit zu tun.

    Typische Anzeichen einer Depression sind länger anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit und allgemeines Desinteresse – selbst zuvor gern ausgeübte Hobbys bereiten keine Freude mehr. Depressionen äußern sich manchmal aber auch durch körperliche Symptome wie Müdigkeit und Schlafstörungen (Insomnie). Gleichzeitig können andere Beschwerden wie Angstzustände oder Schmerzen auftreten. Schwere Depressionen sind mit dem Risiko einer Selbsttötung verbunden und bedürfen einer professionellen Behandlung. Mehr über Anzeichen für eine Depression erfahren Sie hier.

    Depressionen können die Lebensqualität enorm beeinträchtigen und lassen die Lage häufig aussichtslos erscheinen. Auch wenn sie häufig irgendwann von selbst abklingen, gibt es Behandlungen, die dazu führen, dass man sich schneller wieder besser fühlt. Menschen mit einer Depression können auch selbst einiges tun, was ihnen möglicherweise hilft.

    Wenn Depressionen behandelt werden, dann am häufigsten mit Medikamenten (sogenannten Antidepressiva) oder einer Psychotherapie. Auch Entspannungsverfahren oder pflanzliche Mittel aus Johanniskraut (Hypericum) werden bei Depressionen angewendet. In unserer Rubrik "Psyche und Gemüt" können Sie mehr über einige Behandlungsmöglichkeiten bei Depressionen erfahren.

    Entspannungsverfahren

    Ein weit verbreitetes Entspannungsverfahren ist die progressive Muskelentspannung, auch Muskelentspannung nach Jacobson oder Tiefenmuskelentspannung genannt. Bei dieser Technik legt man sich hin und konzentriert sich auf eine bestimmte Muskelpartie. Zunächst entspannt man sie bewusst, dann spannt man sie für eine Weile an und anschließend entspannt man sie wieder vollständig. Danach führt man dieselbe Übung mit weiteren Muskelpartien durch, bis man den gesamten Körper gelockert hat. Dadurch soll ein Zustand tiefer Entspannung erreicht und die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der angespannten Partien verbessert werden.

    Ein anderes Entspannungsverfahren ist das autogene Training. Dabei nimmt man eine bequeme sitzende oder liegende Haltung ein, in der die Muskeln vollkommen gelockert werden können. Mit kurzen formelhaften Vorstellungen, die man sich im Geiste vorsagt – beispielsweise „Meine Arme sind schwer“ – versucht man, sich intensiv in verschiedene Zustände wie Schwere, Wärme, Kühle oder Ruhe hineinzuversetzen. Dadurch sollen ein tiefer Entspannungszustand erreicht und Stress und negative Gefühle abgebaut werden.

    Yoga ist eine weitere traditionelle Entspannungstechnik. Beim Yoga werden verschiedene Techniken eingesetzt, wie Atemübungen, Meditation, Muskelentspannung und bestimmte Körperhaltungen. Ziel ist es, sich des eigenen Körpers bewusst zu werden und einen Entspannungszustand zu erreichen. Eine weitere Möglichkeit, Muskelspannung abzubauen, sind Massagen. In diesem Text konzentrieren wir uns allerdings auf Techniken wie progressive Muskelrelaxation und autogenes Training.

    Forschung zur Wirksamkeit von Entspannungsverfahren

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben Studien zur Wirksamkeit von Entspannungsverfahren bei Menschen mit einer Depression analysiert. Die Cochrane Collaboration ist ein internationales Forschungsnetzwerk, das Studien zum Nutzen medizinischer Maßnahmen systematisch aufbereitet.

    Die Wissenschaftlergruppe fand 15 Studien. In jeder Studie lernte jeweils eine Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Entspannungsverfahren, während die andere Gruppe dies nicht tat. So konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Ende der Studie sehen, ob die Entspannungstechnik geholfen hat, indem sie die Ergebnisse der beiden Gruppen verglichen. Warum solche Studien notwendig sind, um nachzuweisen, ob eine Behandlung hilft, erfahren Sie hier.

    An den Studien nahmen insgesamt rund 800 Menschen teil – etwa 70 % davon waren Frauen. Das Alter der erwachsenen Teilnehmenden lag in den meisten Studien ungefähr zwischen 30 und 40 Jahren. Es gab auch einige Studien, an denen Menschen unter 18 Jahren teilnahmen. Die Teilnehmenden hatten überwiegend eine leichte bis mittelschwere Depression, sodass die Ergebnisse der Studien keine Aussagen für Menschen mit einer schweren Depression zulassen.

    In 10 der 15 Studien wurde die progressive Muskelentspannung untersucht. Die anderen Studien untersuchten verschiedene andere Verfahren wie autogenes Training oder Kombinationen, zum Beispiel progressive Muskelentspannung als Teil eines Yoga-Kurses. Die Studienteilnehmenden erlernten die Entspannungstechnik überwiegend in Kursen mit ausgebildeten Trainerinnen und Trainern. Die Anzahl der Kurstermine bewegte sich zwischen 5 und 40.

    In den Vergleichsgruppen wurden verschiedene andere Behandlungen eingesetzt, zum Beispiel kognitive Verhaltenstherapie, eine bestimmte Form der Psychotherapie, über die Sie hier mehr erfahren können. In einigen Studien wurden die Teilnehmenden in den Vergleichsgruppen auf eine Warteliste gesetzt und erhielten erst nach der Studie die Behandlung. Dadurch konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, wie wirksam Entspannungsverfahren im Vergleich zu keiner Behandlung sind. Zum Vergleich von Entspannungstechniken mit Medikamenten gab es nicht ausreichend Studien. Auch um Aussagen zu autogenem Training machen zu können, reicht die Forschung bislang nicht aus.

    Progressive Muskelentspannung kann vermutlich helfen – allerdings nicht so sehr wie psychotherapeutische Behandlungen

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die progressive Muskelentspannung anwendeten, waren am Ende der Studien spürbar weniger depressiv als die Vergleichsgruppen ohne Behandlung. Die Studien waren jedoch zu klein, um sichere Aussagen zu den meisten Fragen zu liefern. Außerdem liefen die Studien höchstens einige Monate. Daher bleibt auch offen, wie lange die Wirkung der Entspannungstechnik andauerte und ob die Teilnehmenden sie auch nach dem Ende der Studien weiterhin anwendeten. Ob Entspannungsverfahren auch schädliche Wirkungen haben können, wurde in den Studien nicht untersucht. Die Wissenschaftlergruppe fand andererseits aber auch keine Anzeichen dafür, dass die Entspannungstechniken schädlich waren oder von den Teilnehmenden als nicht akzeptabel empfunden wurden.

    Es gibt jedoch immer noch zu wenig wissenschaftliche Belege, um sicher zu sein, dass die meisten Menschen, die diese Techniken anwenden, davon profitieren können. Sobald es mehr Forschung gibt, werden die Cochrane-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler ihre Untersuchung auf den neuesten Stand bringen und wir werden auf unserer Website darüber berichten.

    Die Studien zum Vergleich von Entspannungsverfahren mit einer kognitiven Verhaltenstherapie zeigten ebenfalls, dass es den Teilnehmenden, die die progressive Muskelentspannung anwendeten, am Ende der Studie besser ging. Diejenigen, die eine kognitive Verhaltenstherapie machten, profitierten aber stärker.

    Menschen mit Depressionen kann es sehr schwer fallen, sich dazu zu motivieren, etwas Neues wie eine Entspannungstechnik zu erlernen. Die Cochrane-Wissenschaftlergruppe kam aber zu dem Schluss, dass Entspannung wahrscheinlich eine erste Möglichkeit sein kann, depressive Symptome zu lindern, insbesondere für Menschen, die zum Beispiel keine Medikamente nehmen möchten oder keine andere Behandlung erhalten können. Je nach Schweregrad der Depression können Entspannungstechniken andere Behandlungen ergänzen oder ersetzen. Bessern sich die Symptome jedoch nicht, kann es sinnvoll sein, professionellen Rat und Hilfe zu suchen.


    Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

     

    • Erstellt am: 12. November 2009 11:30
    • Letzte Aktualisierung: 13. November 2009 12:09
  • Quelle: http://www.gesundheitsinformation.de/depressionen-koennen-entspannungsverfahren-helfen.564.de.html
  • Neues von Reinhold

     

    Heute erzähle ich euch meine Geschichte, allerdings ein klein wenig abgewandelt. Aber ich muss Euch warnen, es ist traurig und gibt Denkanstöße für jeden.... Einfach lesen und wirken lassen.

    Der Baum, der nicht wachsen durfte wie er wollte
    Es war einmal ein Gärtner. Eines Tages nahm er seine Frau bei der Hand und sagte:
    "Komm, Frau, wir wollen einen Baum pflanzen." Die Frau antwortete: "Wenn du meinst, mein lieber Mann, dann wollen wir einen Baum pflanzen." Sie gingen in den Garten und pflanzten einen Baum. Es dauerte nicht lange, da konnte man das erste Grün zart aus der Erde sprießen sehen. Der Baum, der eigentlich noch kein
    richtiger Baum war, erblickte zum ersten Mal die Sonne. Er fühlte die Wärme ihrer
    Strahlen auf seinen Blättchen und streckte sich ihnen hoch entgegen. Er begrüßte sie auf seine Weise, ließ sich glücklich bescheinen und fand es wunderschön, auf der Welt zu sein und zu wachsen. "Schau", sagte der Gärtner zu seiner Frau, "ist er nicht
    niedlich unser Baum?" Und seine Frau antwortete: "Ja, lieber Mann, wie du schon sagtest: Ein schöner Baum!" Der Baum begann höher und höher zu wachsen und
    reckte sich immer weiter der Sonne entgegen. Er fühlte den Wind und spürte den Regen, genoss die warme und feste Erde um seine Wurzeln und war glücklich. Und jedes mal,  wenn der Gärtner und seine Frau nach ihm sahen, ihn mit Wasser tränkten und ihn einen schönen Baum nannten, fühlte er sich wohl. Denn da war jemand, der ihn mochte, ihn hegte, pflegte und beschützte. Er wurde lieb gehabt und war nicht allein auf der Welt. So wuchs er zufrieden vor sich hin und wollte nichts weiter als leben und wachsen, Wind und Regen spüren, Erde und Sonne fühlen, lieb gehabt werden und andere lieb haben. Eines Tages merkte der Baum, daß es besonders schön war ein wenig nach links zu wachsen, denn von dort schien die Sonne mehr auf seine Blätter. Also wuchs er jetzt ein wenig nach links. "Schau", sagte der Gärtner zu seiner Frau, "unser Baum wächst schief. Seit wann dürfen Bäume denn schief wachsen und dazu noch in unserem Garten? Ausgerechnet unser Baum! Gott hat die Bäume nicht erschaffen, damit sie schief wachsen, nicht wahr, Frau?" Seine Frau gab ihm natürlich recht. " Du bist eine kluge und gottesfürchtige Frau", meinte daraufhin der Gärtner. "Hol also unserer Schere, denn wir wollen unseren Baum gerade schneiden." Der Baum weinte. Die Menschen, die ihn bisher so lieb gepflegt hatten, denen er vertraute, schnitten ihm die Äste ab, die der Sonne am nächsten waren. Er konnte nicht sprechen und deshalb nicht fragen. Er konnte nicht begreifen. Aber sie sagen ja, daß sie lieb hätten und es gut mit ihm meinten. Und sie sagten, daß ein richtiger Baum gerade wachsen müsse. Und daß Gott es nicht gern sähe, wenn er schief wachse. Also musste es wohl stimmen. Er wuchs nicht mehr der Sonne entgegen. "Ist er nicht brav, unser Baum?", fragte der Gärtner seine Frau. "Sicher, lieber Mann", antwortete sie, "du hast wie immer recht. Unser Baum ist ein braver Baum." Der Baum begann zu verstehen. Wenn er machte, was ihm Spaß und Freude bereitete, dann war er anscheinend ein böser Baum. Er war nur lieb und brav, wenn er tat, was der Gärtner und seine Frau von ihm erwarteten. Also wuchs er jetzt strebsam in die Höhe und gab darauf acht, nicht mehr schief zu wachsen. "Sieh dir das an", sagte der Gärtner eines Tages zu seiner Frau, "unser Baum wächst unverschämt schnell in die Höhe. Gehört sich das für einen rechten Baum?" Seine Frau antwortete: "Aber nein, lieber Mann, das gehört sich natürlich nicht. Gott will, daß Bäume langsam und in Ruhe wachsen. Und auch unsere Nachbarin meint, daß Bäume bescheiden sein müssten, ihrer wachse auch schönlangsam." Der Gärtner lobte seine Frau und sagte, daß sie etwas von Bäumen verstehe. Und dann schickte er sie die Schere holen, um dem Baum die Äste zu stutzen. Sehr lange weinte der Baum in dieser Nacht. Warum schnitt man ihm einfach die Äste ab, die dem Gärtner und seiner Frau nicht gefielen? Und wer war dieser Gott, der angeblich gegen alles war, was Spaß machte? "Schau her, Frau", sagte der Gärtner, "wir können stolz sein auf unseren Baum." Und seine Frau gab ihm wie immer recht. Der Baum wurde trotzig. Nun gut, wenn nicht in die Höhe, dann eben in die Breite. Sie würden ja schon sehen, wohin sie damit kommen. Schließlich wollte er nur wachsen, Sonne, Wind und Erde fühlen, Freude haben´ und Freude bereiten. In seinem Innersten spürte er ganz genau, daß es richtig war, zu wachsen. Also wuchs er jetzt in die Breite. "Das ist doch nicht zu fassen." Der Gärtner holte empört die Schere und sagte zu seiner Frau: "Stell dir vor, unser Baum wächst einfach in die Breite. Das könnte ihm so passen. Das scheint ihm ja geradezu Spaß zu machen. So etwas können wir auf keinen Fall dulden!" Und seine Frau pflichtete ihm bei: "Das können wir nicht zulassen. Dann müssen wir ihn eben wieder zurechtstutzen." Der Baum konnte nicht mehr weinen, er hatte keine Tränen mehr. Er hörte auf zu wachsen. Ihm machte das Leben keine reichte Freude mehr. Immerhin, er schien nun dem Gärtner und seiner Frau zu gefallen. Wenn auch alles keine rechte Freude mehr bereitete, so wurde er wenigstens lieb gehabt. So dachte der Baum. Viele Jahre später kam ein kleines Mädchen mit seinem Vater am Baum vorbei. Er war inzwischen erwachsen geworden, der Gärtner und seine Frau waren stolz auf ihn. Er war ein rechter und anständiger Baum geworden. Das kleine Mädchen blieb vor ihm stehen. "Papa, findest du nicht auch, daß der Baum hier ein bisschen traurig aussieht?" fragte es. "Ich weiß nicht," sagte der Vater. "Als ich so klein war wie du, konnte ich manchmal auch sehen, ob ein Baum fröhlich oder traurig ist. aber heute sehe ich das nicht mehr."" Der Baum sieht wirklich ganz traurig aus." Das kleine Mädchen sah ihn mitfühlend an. "Den hat bestimmt niemand richtig lieb. Schau mal, wie ordentlich der gewachsen ist. Ich glaube, der wollte mal ganz anders, durfte aber nicht. Und deshalb ist er jetzt traurig."" Vielleicht," antwortete der Vater versonnen." Aber wer kann schon wachsen, wie er will?"" Warum denn nicht?", fragte das Mädchen. "Wenn jemand den Baum wirklich lieb hat, kann er ihn doch auch so wachsen lassen, wie er selber will, oder nicht? Er tut damit doch niemandem etwas zuleide." Erstaunt und sichtlich erschrocken blickte der Vater sein Kind an. Dann sagte er: "WEISST DU, KEINER DARF SO WACHSEN, WIE ER WILL, WEIL SONST DIE ANDEREN MERKEN WÜRDEN, DASS AUCH SIE NICHT SO GEWACHSEN SIND, WIE SIE EIGENTLICH MAL WOLLTEN." "Das verstehe ich nicht, Papa!" "SICHER, KIND, DAS KANNST DU NOCH NICHT VERSTEHEN. AUCH DU BIST VIELEICHT NICHT IMMER SO GEWACHSEN, WIE DU GERNE WOLLTEST. AUCH DU DURFTEST NICHT." "Aber warum denn nicht , Papa? Du hast mich doch lieb und Mama hat mich auch lieb, nicht wahr?" Der Vater sah sie eine Weile nachdenklich an. "JA", sagte er dann, "SICHER HABEN WIR DICH LIEB." Sie gingen langsam weiter und das kleine Mädchen dachte noch lange über dieses
    Gespräch und den traurigen Baum nach. Der Baum hatte den beiden aufmerksam zugehört, und auch er dachte lange nach. Er blickte ihnen noch hinterher, als er sie eigentlich schon lange nicht mehr sehen konnte. Dann begriff der Baum.
    Und er begann hemmungslos zu weinen.

    Mein Credo aus der Geschichte: Ich wachse jetzt wie ich will und das täglich mit wachsender Begeisterung.

    Hier noch eine Anmerkung zum Schluss.

    Ist es nicht auffällig, dass Leben, rückwärts gelesen, Nebel heißt ???
    Vielleicht blicken wir genau deshalb manchmal nicht durch und vergessen so zu wachsen wie es uns beliebt!!!

     

    Nur für heute

     

    Ich habe die Wahl!

     

    1. Nur für heute will ich versuchen, diesen einen Tag zu leben - nicht mein ganzes Lebensproblem auf einmal anzupacken. Ich kann jetzt etwas tun, vordem ich zurückschrecken würde, wenn ich das Gefühl hätte, ich müßte es mein ganzes Leben lang durchhalten.

     

    2. Nur für heute will ich versuchen, glücklich zu sein, indem ich mir klarmache, daß mein Glück nicht davon abhängt, was andere tun oder sagen oder was um mich herum geschieht. Glück stellt sich ein, wenn ich mit mir in Frieden lebe.

     

    3. Nur für heute will ich versuchen, mich auf das auszurichten,

    was ist - nicht erzwingen wollen, daß sich alles nach meinen

    Wünschen richtet.

    Ich will meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit und meine

    Lebensumstände so annehmen wie sie kommen.

     

    4. Nur für heute will ich auf meine körperliche Gesundheit achten, ich will meine Verstandeskräfte üben, ich will etwas Spirituelles lesen.

     

    5. Nur für heute will ich jemandem etwas Gutes tun, ohne dabei entdeckt zu werden ; wenn jemand davon erfährt, zählt es nicht. Ich werde mindestens eine Sache tun, die ich nicht gerne tue, und ich will meinem Nächsten einen kleinen Liebesdienst erweisen.

     

    6. Nur für heute will ich mich bemühen, zu jemandem, den ich treffe, freundlich zu sein. Ich will liebenswürdig sein, ich will so gut aussehen, wie ich kann, mich kleidsam anziehen, leise sprechen und mich höflich benehmen. Ich will kein bißchen kritisieren, an keiner Sache etwas aussetzen und nicht versuchen, jemanden außer mich selbst zu verändern und niemandem Vorschriften zu machen

     

    7 Nur für heute will ich mir ein Programm machen Ich will es machen, auch wenn ich es vielleicht nicht ganz genau befolge. Vor zwei Plagen will ich mich retten.

    Hast und Unentschlossenheit.

     

    8. Nur für heute will ich aufhören zu sagen ,,Wenn ich Zeit hätte". Ich werde nie für etwas ,,Zeit finden" wenn ich Zeit haben will, muß ich sie mir nehmen.

     

    9. Nur für heute will ich in Stille meditieren mich dabei auf

    Gott, wie ich ihn verstehe, auf mich selbst und auf meinen

    Nächsten besinnen. Ich will mich entspannen und nach

    Wahrheit suchen.

     

    10. Nur für heute will ich keine Angst haben. Insbesondere werde ich mich nicht davor fürchten, glücklich zu sein -und mich an den guten, schönen und liebenswerten Dingen im Leben erfreuen.

     

    11. Nur für heute will ich mich annehmen und nach meinen besten Kräften leben.

     

    12. Nur für heute entschließe ich mich, zu glauben, daß ich hiernach einen Tag leben kann.

     

    Die Wahl habe ich!

     

    Verfasser unbekannt

     

    Seelischer Umgang mit einem Schlaganfall

     

    Trauer und Niedergeschlagenheit sind nach einem Schlaganfall normal. Denn je nachdem, wie schwer ein Schlaganfall war, kann er einen enormen Einschnitt in das Leben eines Menschen bedeuten. Menschen, die vor der Erkrankung selbstständig gelebt haben und nun auf Hilfe angewiesen sind, müssen zunächst mit den Folgen des Schlaganfalls zurechtkommen - sowohl psychisch als auch, was die praktischen Dinge ihres Alltags betrifft. Daher kann die Therapie Menschen nach einem Schlaganfall helfen, einen Teil ihrer Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Die meisten Betroffenen und ihre Familien schaffen es mit der Zeit, ihr Leben den Veränderungen durch die Erkrankung so gut es geht anzupassen.

    Manche Personen entwickeln als Folge des Schlaganfalls jedoch eine behandlungsbedürftige Depression. Hält sie über längere Zeit an, kann sie den Gesundheitszustand des Menschen verschlechtern. Oft werden solche Depressionen nicht erkannt, oder eine schlechte seelische Verfassung wird als normale Reaktion angesehen und nichts dagegen unternommen. Es ist nach einem Schlaganfall nicht immer einfach, tiefe Traurigkeit von einer Depression zu unterscheiden. Wichtig ist, dass Betroffene und ihre Familien nach einem Schlaganfall die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um eine depressive Erkrankung zu vermeiden, oder Hilfe bekommen, wenn sich bereits eine Depression entwickelt hat und über Wochen oder gar Monate andauert.

    Warum bekommen manche Menschen nach einem Schlaganfall eine Depression und andere nicht?

    Es ist schwierig zu beurteilen, wie viele Menschen nach einem Schlaganfall eine behandlungsbedürftige Depression bekommen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich bei etwa einem Drittel der Erkrankten eine Depression entwickelt. Sie wird manchmal als Post-Stroke-Depression (PSD; stroke = englisch für Schlaganfall) bezeichnet. Möglicherweise haben Frauen ein etwas höheres Risiko, eine Depression nach einem Schlaganfall zu bekommen.

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich noch nicht darüber einig, ob eine PSD vorwiegend körperliche oder psychische Ursachen hat. Bei einem Schlaganfall, auch "Hirnschlag" genannt, wird ein Teil des Gehirns geschädigt, weil seine Durchblutung unterbrochen wird und er dadurch zuwenig Sauerstoff bekommt. Manche Fachleute argumentieren, dass die durch den Schlaganfall ausgelösten Gehirnschäden auch das Gefühlsleben verändern können. Andere sehen die Entwicklung einer Depression eher als Reaktion auf die körperlichen und geistigen Einschränkungen durch den Schlaganfall. Dies wird "reaktive Depression" genannt.

    In den ersten Wochen müssen die Menschen mit der Erfahrung einer lebensbedrohlichen Situation umgehen und sich von der körperlichen Belastung erholen. Mittel- und langfristig müssen manche Menschen lernen, mit vielleicht dauerhaften Behinderungen und ihren Folgen für das persönliche und soziale Lebensumfeld umzugehen. Dies gelingt nicht allen, und einige könnten eine Depression entwickeln.

    Nach schweren Schlaganfällen treten Depressionen häufiger auf als nach leichteren; ebenso bei Menschen, die schon einmal eine Depression durchgemacht haben. Das Ausmaß der Depression hängt oft davon ab, wie stark die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit eines Menschen eingeschränkt ist. Es gibt Hinweise aus Studien, dass auch die soziale Situation, die Wohnverhältnisse und die Unterstützung, die jemand bekommt, die Entstehung einer PSD beeinflussen können. Wenn Betroffene und ihre helfenden Angehörigen gute Informationen und ausreichende Unterstützung bekommen, könnte dies die Wahrscheinlichkeit senken, dass sie depressiv werden.

    Einige andere mögliche Einflüsse sind allerdings bisher nur schlecht untersucht. So ist unklar, inwieweit Sprach- und / oder Verständnisstörungen (Aphasien), Anzeichen von Verwirrtheit oder Demenz die Entstehung von Depressionen beeinflussen. Bei manchen Menschen verschwindet eine PSD nach einiger Zeit auch ohne Behandlung von selbst. Die meisten Menschen, die nach einem Schlaganfall bereits seit Monaten deprimiert sind, benötigen allerdings Hilfe, um diese Erkrankung zu überwinden.

    Woran erkennt man eine Depression nach einem Schlaganfall?

    Es ist wichtig, den Unterschied zwischen einer Depression und einer durch die Erkrankungsfolgen ausgelösten Niedergeschlagenheit zu erkennen. Auch wenn ein Schlaganfall wie jede Krise im Leben auch unerwartete positive Entwicklungen nach sich ziehen kann, gibt es natürlich viele Gründe zum Traurigsein: Oft ist eine Körperseite gelähmt, dadurch sind die Beweglichkeit und die Selbstständigkeit stark eingeschränkt. Alltagsfähigkeiten wie die Körperpflege und das Essen fallen schwer und sind häufig nur mit fremder Hilfe möglich. Die Lähmung stört zudem das Körpergefühl, da die gelähmte Seite schlecht bis gar nicht mehr wahrgenommen wird. Sprach- und Verständnisstörungen bedeuten eine zusätzliche Belastung: Es kann sehr deprimierend sein, sich nicht mehr oder nur eingeschränkt verständlich machen zu können. Manche Menschen wirken vielleicht auch nur deprimiert, weil sie ihre Gefühle nicht mehr so einfach äußern können wie vor dem Schlaganfall. Eine Depression nach einem Schlaganfall zu erkennen, ist also keine leichte Aufgabe.

    Eine PSD lässt sich genau wie eine "normale" Depression an folgenden Anzeichen erkennen:

    • Tiefe Traurigkeit
    • Interessenverlust
    • Antriebslosigkeit
    • Konzentrationsstörungen
    • Geringes Selbstwertgefühl
    • Schlafstörungen

  • Wenn mehrere dieser Symptome über mehr als zwei Wochen andauern, kann das ein Zeichen für eine Depression sein. Es ist wichtig, sich ärztlich beraten zu lassen, wenn Sie glauben, dass es sich um eine Depression handeln könnte - damit die Ärztin oder der Arzt abklären kann, ob die Symptome "normal" oder ein Krankheitszeichen sind. Wenn die Depression gerade erst begonnen hat, wird der Betroffene vermutlich nach wenigen Wochen noch einmal untersucht, um zu sehen, ob sich sein Gemütszustand geändert hat. Wenn ein Mensch zum Beispiel anfängt, mehr Alkohol zu trinken als gewöhnlich, könnte dies ebenfalls ein Zeichen sein, dass sie oder er starke Probleme hat, mit den Krankheitsfolgen psychisch fertig zu werden.

    Manchmal ist die Depression auch mit einer erhöhten Gefühlsbetontheit verbunden. Nach dem Schlaganfall haben manche Menschen dann weniger Kontrolle über den Ausdruck ihrer Gefühle: Entweder fällt ihnen auf, dass sie in unpassenden Situationen plötzlich anfangen zu weinen – manchmal auch zu lachen. Oder sie sind allgemein unbeständiger und labiler in ihrem Verhalten und reagieren sehr gefühlsbetont.

    Was sind die Folgen einer Depression für Patienten und Angehörige?

    Eine Depression kann die Genesung nach einem Schlaganfall verzögern. Ob sich die krankheitsbedingten Einschränkungen bessern, hängt auch davon ab, wie stark die Patientinnen und Patienten bereit sind, aktiv an ihrer Therapie mitzuarbeiten. So können beispielsweise körperliche Übungen helfen, die Lähmungen auf der betroffenen Körperseite zu mindern. Oft dauert die Genesung jedoch sehr lange und erfordert viel Geduld und Motivation. Für depressive Menschen ist es schwieriger, sich zu motivieren. Sie sind vielleicht gar nicht in der Lage, so intensiv an der Wiederherstellung ihrer Fähigkeiten zu arbeiten wie nicht depressive Menschen. All dies kann ihre Gesundung verzögern oder ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sogar vermindern.

    Eine Depression kann auch bei pflegenden Angehörigen auftreten. Wenn die Person deprimiert ist, die einen Menschen nach einem Schlaganfall betreut, ist es für sie natürlich schwieriger, diesen so zu unterstützen, wie sie es gern tun würde. Auch für die oder den Betroffenen kann es dann schwerer werden, mit den eigenen Gefühlen umzugehen. Auf das Wohl der Helfenden zu achten, ist deshalb nicht nur für diese selbst und andere Familienangehörige wichtig, sondern auch für den Menschen, der den Schlaganfall hatte. Helferinnen und Helfern ausreichend Unterstützung zu geben, ist Teil einer guten Betreuung und Pflege von Schlaganfallpatienten. Einen Angehörigen nach einem Schlaganfall zu pflegen, kann eine sehr lohnende und bereichernde Erfahrung sein. Die Pflege kann aber, zumindest zeitweise, auch sehr fordernd und anstrengend sein, manchmal können auch das Gefühl der Hilflosigkeit oder Aggressionen überwiegen.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Depressionen werden oft mit Medikamenten (Antidepressiva) und / oder psychologischen Maßnahmen behandelt wie zum Beispiel psychologische Beratungen oder psychotherapeutische Verfahren. Die Möglichkeiten zur Behandlung von Depressionen umfassen Unterstützung, das Erkennen eigener Denkmuster und Training darin, mit Stress umzugehen, oder zu lernen, sich zu entspannen. Manche Menschen wenden auch alternative (komplementäre) Behandlungen an, wie zum Beispiel Massage oder pflanzliche Mittel mit Inhaltsstoffen wie Johanniskraut (Hypericum).

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben nach Studien gesucht, die zeigen können, ob diese Therapien zur Behandlung einer PSD sinnvoll sind. Es gab nicht viele Studien, die Therapien ausdrücklich bei Menschen mit Depressionen nach einem Schlaganfall untersucht haben. Es wurden nur Antidepressiva und psychologische Maßnahmen untersucht, und keine dieser Methoden sind so gründlich geprüft worden, dass sich sagen ließe, welche am besten geeignet wäre. Über die Forschung können Sie hier mehr lesen.

    Die Forschergruppe zog den Schluss, dass einige Antidepressiva Menschen mit einer PSD zwar vielleicht helfen könnten, möglicherweise jedoch nicht auf die gleiche Weise wirken wie bei "normalen" Depressionen. Zudem ist die Anwendung von Antidepressiva bei PSD noch nicht ausreichend geprüft, beispielsweise bei Menschen mit Sprach- und Verständnisstörungen. Außerdem können sie unerwünschte Wirkungen wie Benommenheit und Verdauungsprobleme haben. Bei Menschen nach einem Schlaganfall könnten manche antidepressiv wirkenden Mittel zu besonderen Problemen führen.

    Auf der anderen Seite könnten Antidepressiva aber Menschen helfen, die nach einem Schlaganfall zusätzlich zur Depression unter einer vermehrten Gefühlsbetontheit und unter stark schwankenden Gefühlen leiden. Allerdings ist mehr Forschung nötig, um diese Vermutung zu belegen.

    Antidepressiva wirken auf das Gehirn. Bei Menschen nach einem Schlaganfall könnten sie zum Beispiel das Risiko für Stürze und Krampfanfälle erhöhen. Deshalb ist mehr Forschung nötig, um sicher zu sein, dass die Medikamente das Risiko für solche negativen Wirkungen nicht erhöhen. Antidepressiva können zudem die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen ("Wechselwirkungen"). Aus diesen und anderen Gründen werden Ärztinnen und Ärzte Menschen mit PSD, die Antidepressiva einnehmen, sorgfältig überwachen, weil es notwendig sein könnte, die Mittel wieder abzusetzen oder das Medikament zu wechseln.

    Medikamente sind jedoch nicht die einzige Behandlungsmöglichkeit. Leider gibt es noch nicht genug Forschungsergebnisse, um sicher zu beurteilen, welche psychologischen Maßnahmen hilfreich sein könnten. Die Cochrane-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler fanden keine Studien, die nachweisen, dass bestimmte psychotherapeutische Verfahren Depressionen nach Schlaganfällen tatsächlich mildern können. Andere Cochrane-Forschungsarbeiten zu Studien zur Wirkung von Information und Unterstützung für Menschen mit Schlaganfall und ihre Betreuer zeigten, dass dies helfen konnte, Depressionen zu lindern. Allerdings reichte der Nutzen dieser Maßnahmen nicht aus, um die Beschwerden bei starken Depressionen zu verringern.


  • Medikamente und psychologische Maßnahmen sind nicht die einzigen Möglichkeiten, um Depressionen vorzubeugen und zu behandeln. So kann die ganz alltägliche Unterstützung durch Angehörige oder Pflegekräfte eine wichtige Rolle im Genesungsprozess oder im Umgang mit den bleibenden Einschränkungen spielen. Je besser die Erkrankten begleitet werden, desto erfolgreicher ist möglicherweise die Rehabilitation nach einem Schlaganfall. Eine gute körperliche Genesung kann sich wiederum positiv auf die psychische Gesundheit auswirken.

     

    Wie kann man Menschen mit einer PSD unterstützen?

    Die Genesung nach einem Schlaganfall gelingt besser, wenn alle Beteiligten die Behandlung intensiv unterstützen. Studien konnten zeigen, dass eine besonders gut organisierte Behandlung, an der Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Physiotherapeuten und Angehörige beteiligt sind, die langfristige Krankheitsbewältigung fördern kann. Es ist auch erwiesen, dass Ergotherapie helfen kann, bestimmte Körperfunktionen wiederzuerlangen. Dabei werden alltägliche Verrichtungen wie Waschen, Anziehen oder Haushaltstätigkeiten geübt. Eine erfolgreiche Rehabilitation setzt eine hohe Motivation voraus, kann aber den entscheidenden Unterschied im Leben der Menschen nach einem Schlaganfall ausmachen. Über Ergotherapie und Physiotherapie nach einem Schlaganfall können Sie hier mehr lesen.

    Menschen mit Depressionen lassen sich meist nicht mit einfachen Ermunterungsversuchen oder Ratschlägen motivieren. Mit ihrer Erkrankung umzugehen, erfordert viel Einfühlsamkeit und Geduld - besonders, da der Gemütszustand bei einer Depression stark schwanken kann. Und bei jedem Menschen verläuft eine Depression anders. Bei alten Menschen können sich Depressionen anders äußern als bei jungen, sie haben beispielsweise häufiger körperliche Schmerzen. Und auch Depressionen nach Schlaganfällen haben möglicherweise einen eigenen Charakter. Viele Unterstützungsmöglichkeiten sind wissenschaftlich bisher zwar noch wenig untersucht, dennoch gibt es einige Strategien, die für Angehörige von depressiven Menschen hilfreich sein können. Darüber können Sie hier mehr lesen.

    Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, die Erkrankten und ihren Angehörigen Hilfestellungen bei verschiedensten pflegerischen, finanziellen oder psychosozialen Anliegen geben können. Viele Städte und Gemeinden unterhalten beispielsweise Pflegeberatungsstellen, deren Angebot kostenlos ist. Angehörige können zudem Pflegekurse besuchen, in denen unter anderem Grundkenntnisse über Pflegetechniken vermittelt werden. Einen Angehörigen nach einem Schlaganfall zu betreuen, kann eine große Herausforderung bedeuten, aber es gibt viele Unterstützungsmöglichkeiten.


    Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

    • Erstellt am: 08. Juli 2008 15:50
    • Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2010 16:31
  • Quelle: http://www.gesundheitsinformation.de/merkblatt-seelischer-umgang-mit-einem-schlaganfall.393.de.html
  •  

     

     

    Wertigkeit

     

    Eines der traurigsten Dinge im Leben ist, dass ein Mensch viele gute Taten tun muss, um zu beweisen, dass er tüchtig ist, aber nur einen Fehler zu begehen braucht, um zu beweisen, dass er nichts taucht.

     

     

    Selbstvertrauen

    Die 7 Geheimnisse selbstbewusster Menschen

     

    Warum sind andere immer stärker, schöner oder besser als ich? Exakt da Hegt das Problem: Nichts verunsichert uns so sehr wie der ständige Vergleich. Starke Menschen wissen, dass es immer andere gibt, die begabter, reicher oder klüger sind als sie. Das erste Geheimnis eines starken Selbstvertrauens lautet: Konzentriere dich auf dich selbst und frage dich: Was habe ich gut gemacht? Wo habe ich meine Ziele erreicht?

    Gibt es noch weitere Feinde des Selbstvertrauens?

    Ja, Einsamkeit. Wir brauchen immer andere, die uns zu neuen Herausforderungen einladen, ermutigen oder inspirieren. Selbst dann, wenn Sie sich einen Ratgeber in der Buchhandlung kaufen, ist es ja jemand anderer, der den Anstoß für eine Veränderung in Ihrem Leben gibt. Deshalb liegt das zweite Geheimnis des wachsenden Selbstvertrauens in der Kraft, andere an unserem Leben teilhaben zu lassen.

    Was aber, wenn ich mich ständig als Versager fühle?

    Das dritte Geheimnis liegt in der richtigen Auswahl der Probleme bzw. Ziele. Selbstbewusste Menschen überprüfen bei jedem Problem oder Ziel sehr genau, ob sie es lösen oder erreichen können. Denn zum Scheitern verdammt zu sein, ist Gift für das Selbstbewusstsein. Ebenso wichtig aber ist, dass man sich nicht ständig mit zu kleinen Problemen abgibt. Sie zu lösen, ist unbefriedigend und verhilft uns dadurch nicht zu einem größeren Selbstvertrauen. Selbstbewusste Menschen beschäftigen sich also weitestgehend mit für sie passenden Problemen und haben deshalb scheinbar ständig Erfolge zu feiern.

    Muss man denn seine Erfolge feiern?

    Unbedingt. Erfolge sind das Resultat guter Leistungen. Wer sie totschweigt, vergibt eine der besten Möglichkeiten, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Selbstbewusste Menschen feiern ihre Erfolge und fordern dadurch die Bewunderung und Anerkennung anderer. Und das macht sie noch stärker.

    Was aber, wenn mich ständig jemand kritisiert?

    Es ist schon nahezu unmöglich, es nur drei Menschen recht zu machen. Das weiß jeder, der Familie hat. Auch bei der Arbeit, beim Sport oder im Freundeskreis ist Kritik deshalb an der Tagesordnung. Einer hat eben immer etwas zu meckern. Das fünfte Geheimnis selbstbewusster Menschen liegt in der Beurteilung dieser Kritik. Sie fragen sich jedes Mal: Ist sie wirklich gerechtfertigt? Und die Antwort lautet in den meisten Fällen „Nein“.

    Ist „Nein“ zu sagen denn wirklich so wichtig?

    Es ist eines der größten Geheimnisse selbstbewusster Menschen. Es zeigt, dass sie einen eigenen Willen, eigene Wünsche haben und bereit sind, für diese einzustehen. Selbstbewusste Menschen lassen sich weder einen Willen aufzwingen, noch wollen sie ihre eigenen Vorstellungen unbedingt durchsetzen. Sie sind souverän genug, die Lösung in einem Kompromiss zu suchen. Dadurch

    schützt uns dieses eine Wort vor Zusagen, die wir vielleicht weder machen wollen noch erfüllen können. Ein „Nein“ bewahrt uns vor der Versprechensfalle.

    Was genau ist das?

    Wie gesagt: Versprechen zu geben, die man weder halten kann noch will. Starke Persönlichkeiten verzichten deshalb sogar auf Floskeln wie „Ich rufe dich an“, wenn sie es nicht so meinen. Denn kaum etwas ist so schädlich für das eigene Selbstvertrauen wie ein nicht eingehaltene Versprechen. Es wird von uns grundsätzlich als Scheitern wahrgenommen. Die Folge: Positive Erlebnisse verblassen. Das siebte Geheimnis eines gesunden Selbstvertrauens lautet deshalb: Versprochen ist versprochen! Wer sich daran hält, wird von seinem Umfeld auf jeden Fall Anerkennung erhalten.

     

    Autoren:

    S. HESS/M. HOHENBRINK

    Aus TV Hören und Sehen Jan 2010

    Gefunden von Silvia Menzel-Kufner

     

    Das sollte der moderne Hausmann auch noch wissen:

     

    NÜTZLICHE HAUSHALTSTIPPS
    ============================
    * Rhabarberkompott schmeckt noch
    besser,
    wenn man statt
    Rhabarber Erdbeeren nimmt.

    * Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn
    man es in der Gefriertruhe aufbewahrt.

    * Brot trocknet nicht aus, wenn man es in
    einem Eimer mit Wasser lagert.

    * Außerdem schmeckt Spinat wesentlich
    besser, wenn man ihn kurz vor dem Servieren
    durch ein Schnitzel ersetzt.

    * Ein Kühlschrank verbraucht wesentlich
    weniger Strom,
    wenn man den Stecker rauszieht.

    * Fettflecken halten länger, wenn man sie ab
    und zu mit Butter einreibt.

    * Zwiebeln statt Kiwis kaufen! Zwiebeln sind
    billiger und länger haltbar.

    * Weizenbier lässt sich leichter
    einschenken, wenn Sie statt Reis ein kleines
    Stückchen Seife ins Glas tun!

    * Bier hinterlässt keine Rotweinflecken.

    * Salzflecken auf einer Tischdecke bekommt
    man mit etwas Rotwein wieder heraus.

    * Gegen Löcher in der Hose helfen Motten:
    Motten fressen Löcher...



    * Die neue Glühbirne leuchtet wesentlich
    heller, wenn man sie vor dem Einschrauben
    aus der Verpackung nimmt.

    * Kleine Brandlöcher von der Zigarette
    entfernt man am besten mit einer
    Nagelschere.

    * Schweinefleisch kann man jahrelang frisch
    halten, indem man die Sau am Leben lässt.

    * Wir kochen Wasser jetzt nach Celsius,
    nicht mehr nach Fahrenheit.
    Das spart 112 Grad.

    * Wenn noch kochendes Wasser übrig ist -
    einfrieren, man kann es immer wieder
    gebrauchen.
    .............muss man wissen

     

    Autor: Unbekannt

     

    Zum Nachdenken

     

    Eines Nachts träumte mir, ich sei in einen Laden gegangen. Hinter der Theke stand ein Engel. Ich fragte ihn: 'Was verkaufen Sie?' Der Engel antwortete freundlich: 'Alles, was Sie wollen.' Da begann ich aufzuzählen: 'Dann möchte ich Eltern, die sich gern mit ihren Kindern beschäftigen, die Zeit haben, Geduld, und die sich nicht vor ihren Kindern streiten. Dann brauche ich noch die Abschaffung jeglicher Gewalt gegen Kinder und mehr Gemeinschaftssinn und Liebe, Liebe ohne Ende… Da fiel mir der Engel ins Wort: 'Entschuldigen Sie, mein Herr, Sie müssen mich falsch verstanden haben. Bei mir gibt es keine Früchte, nur Samen!'

     

    Wollen, suchen, finden

    Alles was Du willst...befindet sich in Deinem Herzen.
    Alles was Du suchst...liegt in Deinen Händen.
    Alles was Du findest...ist ein Teil Deines Lebens.
    Begebe Dich auf die Reise in Dein eigenes Ich.
    Öffne Deine Augen, schaue in die Sonne Deiner Seele.
    Erkenne die Kraft, die du besitzt, setze sie auch ein.
    Wenn Du mit Dir selbst eins bist, werden Deine Träume auch Wirklichkeit

     

    Medikamentenabhängigkeit: Was hilft beim Absetzen von Schlaf- und Beruhigungsmitteln?

     

    Um von Schlaf- und Beruhigungsmitteln loszukommen, ist es am besten, deren Dosis mit ärztlicher Hilfe schrittweise zu reduzieren. Psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung könnte die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Behandlung erfolgreich ist.

    Es gibt Situationen, in denen man das Gefühl hat, dass alles aus dem Ruder läuft: Eine zerbrochene Beziehung oder eine schwere Krankheit etwa können zu Lebenskrisen führen und extrem belastend sein. Beschwerden wie starke Unruhe, Schlaflosigkeit, Angst oder Erschöpfung sind mögliche Folgen.

    Viele Menschen finden Mittel und Wege, mit derartigen Belastungen umzugehen. Bei anderen wollen Beschwerden wie Schlaflosigkeit einfach nicht verschwinden. Manche Menschen nehmen in solchen Phasen Benzodiazepine ein – sie gehören zu den am häufigsten von Ärztinnen und Ärzten verschriebenen Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Wenn jemand Benzodiazepine zu lange oder in zu hohen Dosen einnimmt, kann sie oder er leicht in eine Abhängigkeit geraten. Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sind in Deutschland 1,1 Millionen Menschen von diesen Medikamenten abhängig.   

    Benzodiazepine können beruhigend, angstlösend, muskelentspannend und entkrampfend wirken. Sie werden auch eingesetzt, um besser ein- und durchzuschlafen. Je nach Präparat hält die Wirkung einige Stunden bis mehrere Tage an. Benzodiazepine können starke unerwünschte Wirkungen haben. Sie können zu Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und Schlafstörungen führen. Sie können die Fahrtüchtigkeit einschränken und besonders bei älteren und kranken Menschen die Sturzgefahr erhöhen.

    Abhängigkeit von Benzodiazepinen

    Benzodiazepine können schon in niedrigen Dosen abhängig machen, wenn sie zu lange eingenommen werden. Eine Grenze, ab wann ihre Einnahme problematisch ist, lässt sich nicht eindeutig ziehen – das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Eine Abhängigkeit kann aber schon nach wenigen Wochen eintreten. Nicht wenige Menschen nehmen die Mittel jedoch über mehrere Monate oder sogar dauerhaft ein. Werden die Mittel dann plötzlich nicht mehr angewendet, treten Entzugssymptome auf – beispielsweise Schlafstörungen, Unruhe, Angst, Zittern, Schwindel oder Kreislaufstörungen. Solche Entzugssymptome ähneln häufig den Beschwerden, die sie ursprünglich lindern sollten, weshalb viele erneut zu Benzodiazepinen greifen.

    Viele Menschen spüren während der Einnahme keine Symptome der Abhängigkeit. Daher ist es ein erster wichtiger Schritt, zu erkennen, dass man möglicherweise ein Problem mit diesen Medikamenten hat und dieses Problem anzugehen.

    Absetzen von Benzodiazepinen

    Von einer Medikamentenabhängigkeit loszukommen, kann körperlich und psychisch sehr belastend sein. Es erfordert viel Geduld und Kraft, auch schwierige Phasen durchzustehen. Ziel ist, dass nach dem Absetzen der Medikamente möglichst wenig Entzugssymptome auftreten. Denn Entzugssymptome können den Therapieerfolg gefährden und Rückfälle wahrscheinlicher machen. Es ist üblich, die Benzodiazepin-Dosis über mehrere Wochen schrittweise zu reduzieren, bis das Medikament schließlich ganz abgesetzt wird. Zusätzlich zur ärztlichen Begleitung können während dieser Zeit psychologische Hilfen oder Anleitungen zum Selbstmanagement in Anspruch genommen werden. Einige Menschen nehmen auch Medikamente ein, die das Benzodiazepin schrittweise ersetzen und die Symptome des Entzugs lindern sollen.

    Ansätze, die den Verzicht auf Benzodiazepine erleichtern könnten

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Queensland in Australien haben untersucht, wie gut die verschiedenen Ansätze Menschen helfen, von Benzodiazepinen loszukommen. Sie suchten nach Studien, in denen eine Gruppe von Menschen an einer Entzugsmaßnahme teilnahm und eine andere nicht. Auch prüften sie, ob Betroffene häufiger ohne Schlafmittel auskamen, wenn sie zusätzlich zur schrittweisen Dosisreduzierung psychologische oder psychotherapeutische Hilfen in Anspruch nahmen oder Ersatzmedikamente anwendeten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studien hatten sich für eine ambulante Behandlung entschieden – der Entzug in Kliniken wurde nicht untersucht. Menschen, die einen stationären Entzug machen, haben im Schnitt eine deutlich ausgeprägtere Abhängigkeit und mehr Begleitprobleme. Alle Teilnehmenden nahmen zu Beginn der Studie bereits länger als drei Monate am Stück Benzodiazepine ein. Mehr dazu, wie gute Studien aufgebaut sind und warum streng vergleichbare Gruppen wichtig sind, finden Sie hier.

    Die Forschungsgruppe schloss 32 Studien mit insgesamt rund 16.000 Teilnehmenden in ihre Auswertung ein. Über die Hälfte der Studien prüfte die Anwendung von Ersatzmedikamenten zusätzlich zur Dosisreduzierung. Zehn Studien prüften psychologische oder psychotherapeutische Hilfen, alleine oder ergänzend zur ärztlich begleiteten Dosisreduktion. In einigen Studien wurde untersucht, ob es hilfreich ist, wenn Ärztinnen oder Ärzte die Betroffenen lediglich schriftlich darauf aufmerksam machen, dass es gut wäre, die Benzodiazepine abzusetzen. 

    Psychologische und psychotherapeutische Hilfen könnten erfolgreiche Behandlung wahrscheinlicher machen

    Die Auswertung zeigt, dass schon einfache Mittel etwas bewirken könnten: So hörten mehr Menschen auf, Benzodiazepine einzunehmen, wenn sie von ihren Ärztinnen oder Ärzten schriftlich dazu angehalten wurden, besser auf diese Mittel zu verzichten. Die Briefe richteten sich an Menschen, die die Mittel drei Monate oder länger einnahmen. In einigen Studien wurden den Briefen auch Broschüren mit Informationen zu Selbsthilfestrategien beigelegt.

    In einer Studie wurde untersucht, ob die schrittweise, ärztlich begleitete Dosisreduzierung grundsätzlich erfolgreicher ist, als wenn jemand nur schriftlich angehalten wird, auf Benzodiazepine zu verzichten. Die systematische Dosisreduzierung mit ärztlicher Unterstützung war deutlich effektiver. Es beendeten erheblich mehr Menschen die Einnahme, wenn sie an einem Entwöhnungsprogramm teilnahmen.  

    Psychologische und psychotherapeutische Hilfen können das Absetzen zusätzlich erleichtern. Die Auswertung zeigt, dass mehr Menschen die Einnahme der Mittel beendeten, wenn sie derart unterstützt wurden oder Selbsthilfestrategien anwendeten. In den Studien untersucht wurden vor allem

    • Entspannungstechniken,
    • kognitive Verhaltenstherapien gegen Schlaflosigkeit – mehr darüber erfahren Sie hier,
    • Programme, die mehrere Komponenten enthielten (Selbstüberwachung der Einnahme und der Symptome, Zielsetzungen, Management des Absetzens und Umgang mit Ängsten).

  • Es bleibt jedoch unklar, welche Hilfen am besten sind und welche ihrer Komponenten genau dafür sorgen, dass sie effektiver sind als die Dosisreduzierung alleine. Mehr über verschiedene psychologische und psychotherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten und dazu, wer wann der richtige Ansprechpartner sein könnte, erfahren Sie in unserem Wegweiser Psychotherapie.

    Abruptes Absetzen führt häufiger zu Rückfällen

    Bisherige Studien zeigen nicht, dass man leichter von Benzodiazepinen loskommt, wenn man während der Dosisreduzierung ein Ersatzmedikament einnimmt. Um zu beurteilen, ob einzelne Präparate – zum Beispiel Antidepressiva oder Antiepileptika – für bestimmte Menschen doch hilfreich sein können, müssten sie besser untersucht werden. Zudem gelten diese Ergebnisse nur für Menschen, die einen ambulanten und keinen stationären Entzug machen.

    Ungünstig scheint es zu sein, die Einnahme von Benzodiazepinen abrupt zu beenden und sie durch ein anderes Medikament zu ersetzen: Im Vergleich zur schrittweisen Dosisreduzierung schafften es dadurch weniger Personen, auf die Mittel zu verzichten. Durch ein plötzliches Absetzen sind die Entzugssymptome wesentlich stärker, als wenn die Medikamente nach und nach reduziert werden, so dass die Gefahr für einen Rückfall steigt. 

    Es bleibt offen, über welchen Zeitraum und in welchen Schritten Benzodiazepine am besten abgesetzt werden. In den Studien wurde nach unterschiedlichen Schemen vorgegangen. Auch ob das Geschlecht oder Alter der Betroffenen eine Rolle dabei spielen, welche Strategien sinnvoll sind, bleibt aufgrund der vorliegenden Daten offen.
    Es ist wichtig, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen oder eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen, wenn man das Gefühl hat, die Medikamenteneinnahme nicht mehr im Griff zu haben. Mit ärztlicher, psychologischer oder psychotherapeutischer Unterstützung kann man nicht nur nach Wegen suchen, wie man am besten wieder von den Benzodiazepinen loskommt, sondern auch Probleme identifizieren, die möglicherweise zur Abhängigkeit geführt haben.

    Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
    • Erstellt am: 20. April 2010 10:19
    • Letzte Aktualisierung: 22. April 2010 09:33
  • Quelle: http://www.gesundheitsinformation.de/medikamentenabhaengigkeit-was-hilft-beim-absetzen-von-schlaf-und.638.de.html
  • Ein Mensch in meinem Leben

    Es gibt einen Menschen in meinem Leben, der mich jeden Tag aufs neue verletzt, ok dieser Mensch hat es nicht anders gelernt, weil er selber täglich verletzt wird.
    Es gibt einen Mensch in meinem Leben, der nicht sieht, wie sehr ich um ihn kämpfe, ok dieser Mensch hat nie die Erfahrung gemacht, wie es ist, dass man um ihn kämpft.
    Es gibt einen Mensch in meinem Leben, von dem ich mich zur Zeit nur verarscht und belogen fühle, ok dieser Mensch hat es nie anders gelernt, da er auch immer nur verarscht und belogen wurde, bzw. immer noch wird.
    Es gibt einen Mensch in meinem Leben, der nicht sieht, dass ich meine Hände als Hilfe hinhalte, ok dieser Mensch hat anscheinend nie erfahren, wie es ist, Hilfe anzunehmen, da er auch noch nie Hilfe angeboten bekommen hat.
    Es gibt einen Mensch in meinem Leben, der nicht merkt, wie wichtig er mir ist, ok dieser Mensch hat auch nie erfahren, wie es ist, eine wichtige Rolle im Leben eines anderen zu spielen.
    Es gibt einen Mensch in meinem Leben, den ich liebe, ok dieser Mensch hat nie erfahren, was wirkliche Liebe ist.
    Es gibt einen Mensch in meinem Leben, der lernen muss, dass auch ich ein Mensch bin, der Entscheidungen im Leben trifft.
    Es gibt einen Mensch in meinem Leben, der mit meiner Entscheidung leben muss, ok auch das hat dieser Mensch nie gelernt...... dann wirst Du es jetzt lernen müssen.
    Es gibt einen Mensch in meinem Leben, der das wichtigste ist, was es gibt, MICH
    , deshalb werde ich zu meiner Entscheidung stehen und in Zukunft besser auf mich achten.
     

    Rheumatoide Arthritis und Arthrose: Helfen psychologische und psychotherapeutische Verfahren, mit Schmerzen und der Erkrankung besser zu leben?

     

    Psychische Unterstützung kann dabei helfen, Schmerzen und Beeinträchtigungen durch rheumatoide Arthritis und Arthrose zu verringern. Besonders hilfreich scheinen Strategien zu sein, die einen eigenständigen Umgang mit der Krankheit fördern.

    Die rheumatoide Arthritis – auch kurz Rheuma genannt – ist eine chronische Gelenkentzündung und kommt wie auch die Arthrose (Gelenkverschleiß) häufig vor. Bei einer rheumatoiden Arthritis ruft die Entzündung Schmerzen hervor und führt zu Gelenkversteifungen. Bei Arthrose kommt es zur Abnutzung von Gelenken mit Schmerzen und oft zunehmender Beeinträchtigung alltäglicher Bewegungen. Von den entzündlichen oder verschleißbedingten Veränderungen können ein oder mehrere Gelenke betroffen sein, beispielsweise Hand- und Fingergelenke, Knie oder Hüften. An Arthrose erkranken insbesondere ältere Menschen, von einer rheumatoiden Arthritis können auch Jüngere betroffen sein. Häufig nehmen die Schmerzen bei beiden Erkrankungen mit dem Alter zu.

    Neben den Schmerzen können Menschen mit Arthritis und Arthrose durch die psychische Belastung auch Gefühle der Hilflosigkeit, Ängste sowie depressive Verstimmungen haben. Dies kann dazu führen, dass sie sich außerstande fühlen, ihre alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen und den Haushalt zu erledigen, oder an sozialen Aktivitäten teilzunehmen.
    Studien zu psychischer Unterstützung bei rheumatoider Arthritis

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Leiden in den Niederlanden werteten Studien aus, die den Nutzen von psychologischen Hilfen bei rheumatoider Arthritis untersucht haben. Die Wissenschaftlergruppe hat eine systematische Übersicht erstellt und alle aussagekräftigen Studien zu diesem Thema zusammenfassend ausgewertet. Dies ist wichtig, denn nur, wenn man alle Studien gemeinsam auswertet, erhält man ein realistisches Bild aller Vor- und Nachteile einer Behandlung. Hier können Sie mehr darüber erfahren, wie systematische Übersichten erstellt werden.

    Die Wissenschaftlergruppe schloss insgesamt 27 Studien in ihre Analyse ein, in denen verschiedene Maßnahmen untersucht wurden: Beispielsweise Entspannungs- und Bewegungsübungen, Methoden zur Stressbewältigung und die kognitive Verhaltenstherapie, eine Methode aus der Psychotherapie. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie sollen Menschen lernen, ihre gedanklichen Muster und dadurch auch ihr Verhalten zu ändern, um künftig besser mit ihrer Erkrankung umgehen zu können.
    Betrachtet man alle Studien gemeinsam, zeigt sich: In der ersten Zeit, nachdem die Hilfen wahrgenommen wurden, hatten die Menschen etwas weniger Schmerzen als Menschen, die keine Unterstützung bekamen. Auch waren sie körperlich weniger eingeschränkt, aktiver und zeigten weniger depressive Symptome. Erfolgreich waren besonders Methoden der sogenannten Selbstregulation. Darunter fallen Strategien, bei denen Menschen lernen, eigenständig mit den Beschwerden und Gefühlen umzugehen, die eine Erkrankung hervorruft. Dabei lernen sie, sich persönliche Ziele zu setzen, diese umzusetzen und eigenständig zu überprüfen, wie erfolgreich die Umsetzung war. Dies half besonders, mit depressiven Gefühlen und Ängsten umzugehen.

    Psychische Hilfen bei Arthrose

    Wissenschaftlerinnen der Duke-Universität in den USA sind zusätzlich der Frage nachgegangen, ob psychotherapeutische Verfahren wie zum Beispiel eine Verhaltenstherapie auch Beschwerden bei Arthrose lindern können. Sie fanden neun Studien, an denen Menschen mit Arthrose teilnahmen. Die Wissenschaftlerinnen kamen zu dem Schluss, dass solche Maßnahmen die Schmerzen bei Arthrose etwas lindern können. Auch andere Faktoren besserten sich: Zum Beispiel Ängste und Depressionen sowie die Fähigkeit, mit den Problemen im alltäglichen Leben und mit schmerzbedingten Belastungen umzugehen.

    Da es sich hier noch um ein relativ neues Forschungsgebiet handelt, liegen noch nicht genügend Studien vor, um die unterschiedlichen psychotherapeutischen und psychologischen Verfahren miteinander vergleichen und abschließend bewerten zu können.
    Mögliche Nebenwirkungen von psychischen Unterstützungsmaßnahmen hatten die Wissenschaftlergruppen nicht untersucht.

     Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

    • Erstellt am: 12. November 2007 17:24 Letzte Aktualisierung: 27. Oktober 2010 15:13
  • Quelle: http://www.gesundheitsinformation.de/rheumatoide-arthritis-und-arthrose-helfen-psychologische-und.288.de.html
  • Menschen

    Wenn Menschen Dich verurteilen, für Dinge die Du tust, dann höre nicht auf sie, denn sie sollten erst einmal vor ihrer eigenen Türe kehren… Wenn Menschen versuchen Dich zu verbiegen, Lass es nicht zu, denn es gibt Menschen, die brauchen Dich so wie Du bist. Wenn Menschen Dich enttäuschen, lass Dir nicht weh tun, denn nicht alle Menschen wollen Dich verletzen… Wenn Menschen versuchen mit Dir zu spielen, lasse sie nicht gewinnen, denn sie verletzen sich nur selber an ihrem eigenen Spiel.. Wenn Menschen versuchen Dich zu manipulieren, dann gehe Deinen eigenen Weg, denn es gibt Menschen, die akzeptieren Dich so, wie Du bist, weil Du so bist, wie Du bist! Wenn Menschen versuchen Dir Steine in den Weg zu legen, dann räume sie einfach aus dem Weg.. Denn es wird noch oft Menschen geben, die Dir Deinen Weg versuchen zu erschweren… Wenn Menschen über Dich urteilen, dann verzeihe ihnen, denn sie kennen Deine Situation nicht… Verliere nie den Glauben an Dich, Denn es gibt Menschen, die ihn mit Dir teilen… Hör nie auf an dich und dein Glück zu glauben.

    Zwangsstörung: Kann eine Psychotherapie helfen?

     

    Eine kognitive Verhaltenstherapie kann dabei helfen, Zwangsstörungen besser zu bewältigen. Auch Kinder und Jugendliche können von dieser Behandlung profitieren. Ob andere Psychotherapien ebenfalls wirksam sind, ist bislang nicht ausreichend untersucht.

    Manche Menschen waschen sich aus Angst vor Keimen dauernd die Hände. Andere leben in ständiger Furcht, etwas vergessen zu haben – zum Beispiel, den Herd auszuschalten –, sodass sie dies dauernd kontrollieren. Und wieder andere können nicht aufhören, Bäume, Autos oder andere Dinge in ihrer Umgebung zu zählen. Wenn die Zwänge stark ausgeprägt sind, kann das auf eine Zwangsstörung hinweisen.

    Solche zwanghaften Gedanken und Verhaltensweisen mögen übertrieben oder eigenartig wirken, aber Menschen mit einer Zwangsstörung helfen sie dabei, ihre Ängste abzubauen. Man unterscheidet Zwangsgedanken, wie zum Beispiel den Zwang zu Ordnung oder Sauberkeit, und Zwangshandlungen, etwa Kontrollieren, Reinigen, Zählen und Beten. Mehr über Zwangsstörungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie hier.

    Menschen mit einer Zwangsstörung sehen ihr Verhalten fast immer als problematisch an. Sie wollen all diese Dinge eigentlich nicht tun, schaffen es aber nicht allein, die Gedanken und Handlungsweisen dauerhaft loszuwerden. Wenn sie versuchen, sie zu unterdrücken – zum Beispiel sich nicht wieder und wieder die Hände zu waschen -, haben sie Angst und sind stark angespannt.

    Zwangsstörungen sind recht häufig: Etwa 2 bis 3 von 100 Menschen haben im Laufe ihres Lebens damit zu tun (2 bis 3 %). Bei Frauen treten sie etwas häufiger auf. Grundsätzlich kann man in jedem Alter eine Zwangsstörung entwickeln. Meist beginnt sie aber nach der Pubertät.

    Eine Zwangsstörung ist oft sehr belastend, auch für Freunde und die Familie. Zwanghafte Handlungen können jeden Tag viel Zeit kosten und alltägliche Tätigkeiten kompliziert oder gar unmöglich machen. Eine Zwangsstörung kann so weit führen, dass die Arbeit, die persönlichen Beziehungen oder die Freizeit deutlich darunter leiden.

    Typisch für eine Zwangsstörung ist, dass die Menschen selbst wissen, wie übertrieben ihre Zwänge und Ängste sind. Es ist nicht immer leicht, eine Zwangsstörung sicher festzustellen, da es andere Störungen mit ähnlichen Symptomen gibt. Der Besuch in einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Praxis ist wichtig, um eine klare Diagnose zu bekommen. Wenn jemand sich die ganze Zeit übertriebene Sorgen macht, könnte es sich beispielsweise auch um eine generalisierte Angststörung handeln. Mehr darüber können Sie hier lesen. Angst vor Bakterien könnte auch auf eine Phobie hinweisen.


    Behandlungsmöglichkeiten bei Zwangsstörungen

    Es gibt unterschiedliche Wege, eine Zwangsstörung zu behandeln. Dazu zählen psychotherapeutische Verfahren, Medikamente (Antidepressiva) oder eine Kombination aus beidem. Hier berichten wir über aktuelle Forschungsergebnisse zu Psychotherapien bei Zwangsstörungen. Mehr Informationen über andere Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in unserem Merkblatt.

    Menschen mit Zwangsstörungen stehen unterschiedliche Formen der Psychotherapie zur Verfügung. Dazu gehören vor allem die kognitive Therapie und die Verhaltenstherapie. Bei einer kognitiven Therapie geht es darum, die eigenen Denkmuster ("Kognitionen") zu hinterfragen. Das Ziel dabei ist, problematische Gedanken und Vorstellungen aufzuspüren und diese anschließend zu verändern. Dabei setzt man sich mit Fragen auseinander wie: Was nützt es mir wirklich, wenn ich zehnmal nachschaue, ob die Tür abgeschlossen ist? Können mich meine Handlungen wirklich vor etwas schützen?

    Die Verhaltenstherapie setzt direkt an den Zwangshandlungen an. Sie zielt darauf ab, Möglichkeiten zu finden, mit denen sich der Alltag wieder besser bewältigen lässt. Ein bei Zwangsstörungen häufig eingesetztes Verfahren der Verhaltenstherapie ist die sogenannte "Reizkonfrontation mit Reaktionsverhinderung".

    Bei dieser Behandlung wird man nach und nach mit den Auslösern des eigenen zwanghaften Verhaltens konfrontiert (Reizkonfrontation). Zum Beispiel könnte die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut darum bitten, etwas anzufassen, was man als schmutzig empfindet. Anschließend gilt es, nicht wie üblich darauf zu reagieren, also zum Beispiel nicht gleich die Hände zu waschen (Reaktionsverhinderung).

    Ziel dieser Konfrontation ist es, zu lernen, mit der dann entstehenden Angst und Unruhe umzugehen, und zu begreifen, dass sie auch verschwinden wird, wenn man sich nicht die Hände wäscht. Dabei ist eine therapeutische Begleitung vor, während und nach dieser Konfrontation wichtig.

    Häufig werden die beiden beschriebenen Ansätze kombiniert. Dann spricht man von einer kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Das Ziel dieser Therapie ist es, durch die Veränderung von Gedanken und Verhaltensweisen die Ängste und Zwänge zu bewältigen. In Deutschland werden kognitive Therapien unter dem Begriff "Verhaltenstherapien" angeboten.

    Studien zur Psychotherapie bei Erwachsenen

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben untersucht, ob Psychotherapien für Erwachsene mit einer Zwangsstörung hilfreich sind. Sie analysierten acht randomisierte kontrollierte Studien, in denen verschiedene Psychotherapien erprobt wurden. In den Studien erhielt jeweils eine Gruppe eine kognitive Therapie, eine Verhaltenstherapie oder eine KVT. Die Vergleichsgruppen erhielten zunächst keine psychotherapeutische Behandlung, sondern wurden auf eine Warteliste gesetzt. Das heißt, sie konnten erst nach der Studie eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen.
    In vielen, aber nicht allen Studien wurde die Methode der Reizkonfrontation mit Reaktionsverhinderung verwendet. Die meisten Studienteilnehmenden – auch die in den Vergleichsgruppen – verwendeten gleichzeitig Medikamente gegen ihre Zwangsstörung. Insgesamt nahmen gut 300 Männer und Frauen an den Studien teil. Die meisten waren zwischen 35 und 40 Jahre alt. Sowohl Gruppen- als auch Einzeltherapien wurden untersucht.

    Die Forschungsergebnisse

    Die Wissenschaftlergruppe folgerte aus der Analyse der Studien, dass kognitive und / oder Verhaltenstherapien Erwachsenen mit einer Zwangsstörung helfen können. Die Männer und Frauen in den Behandlungsgruppen konnten ihr zwanghaftes Verhalten deutlich verringern. Die Psychotherapie half ihnen auch dabei, ihre Ängste abzubauen. Sowohl Einzel- als auch Gruppentherapien waren wirksam. Es schien keine Rolle zu spielen, ob die Therapie etwas mehr oder weniger als drei Monate umfasste. Andere Formen der Psychotherapie zur Behandlung von Zwangsstörungen wurden bislang nicht ausreichend in Studien untersucht; daher wissen wir nicht, ob sie ebenfalls helfen können.

    Es ist wichtig, zu beachten, dass viele der Männer und Frauen in den Studien zusätzlich zur Psychotherapie Medikamente einnahmen. Daher lässt sich nicht beurteilen, wie gut die Psychotherapien als alleinige Maßnahme wirken. Außerdem lieferten die Studien Hinweise darauf, dass die untersuchten Psychotherapien bei Menschen mit einer stark ausgeprägten Zwangsstörung etwas weniger wirksam sein könnten. Es sind jedoch größere Studien erforderlich, um das sicher sagen zu können.

    KVT auch bei Kindern und Jugendlichen hilfreich

    Eine andere Wissenschaftlergruppe der Cochrane Collaboration interessierte, ob verhaltenstherapeutische Verfahren oder kognitive Verhaltenstherapien Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen helfen können. Die Forschergruppe leitete aus ihrer Analyse ab, dass sich Kinder und Jugendliche durch eine KVT oder Verhaltenstherapie weniger zwanghaft verhalten. Diese Therapien scheinen mindestens genauso wirksam zu sein wie eine Behandlung mit Medikamenten. Unerwünschte Wirkungen sind zwar denkbar, zeigten sich in den ausgewerteten Studien jedoch nicht.

    Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
    Nächste geplante Aktualisierung: Februar 2014. Mehr darüber, wie unsere Gesundheitsinformationen aktualisiert werden, erfahren Sie hier.

    • Erstellt am: 13. Oktober 2008 14:05 Letzte Aktualisierung: 03. Februar 2011 10:47
  • Quelle: http://www.gesundheitsinformation.de/zwangsstoerung-kann-eine-psychotherapie-helfen.438.de.html
  • Witz

     

    Die kleine Renate kommt in die überfüllte Apotheke, bleibt an der Tür stehen und ruft laut:

    "Bitte drei Dutzend Präservative, in verschiedenen Größen."
    Alles ist starr.
    Der Apotheker fängt sich am schnellsten.

    "Erstens," sagt er, "schreit man nicht so.

    Zweitens ist das nichts für kleine Kinder, und drittens schickst du mir mal deinen Vater vorbei."
    Aber Renate ist nicht zu entmutigen.

    "Erstens," gibt sie zurück, "hab' ich in der Schule gelernt, daß man laut und deutlich sprechen soll.

    Zweitens ist das nichts für kleine Kinder, sondern gegen kleine Kinder.

    Und drittens geht das den Vati gar nichts an.

    Die sind für die Mami.

    Die fährt nämlich morgen für drei Wochen nach Mallorca!"

     

     

     

    Straußensteaks

    Zutaten für 4 Personen:
    4 Straußensteaks

    Marinade:
    3 El Speiseöl
    1 El Tomatenketchup
    1 Tl Senf
    3 El Sahne
    1 El Petersilie (feingehackt)
    1 El Zwiebeln (feingehackt)
    1 Messerspitze frisches Chilimark oder -pulver
    1/2 Tl Salz
    1/2 Tl milder Paprika
    1/4 Tl Curry
    1/2 Tl Sojasoße

    Vorbereitung:
    Die oben genannten Zutaten für die Marinade mischen und die Steaks 2-4 Stunden darin einlegen.

    Zubereitung:
    Die fertig marinierten Steaks können wie Rindersteaks nach Belieben auf dem Grill oder in der Pfanne zubereitet werden.

    Beilagen:
    Bunter, gemischter, knackiger Salat und Knoblauchbrot.

    * * * * Guten Appetit! * * * *